Big Bang 8, Schulbuch

90 RG 8.2/G 8.2 Kompetenzbereich Aktuelle Forschung Vom Leben und Sterben der Sterne 48 Mit dem Urknall entstanden praktisch nur zwei Elemente, die auch noch heute die beiden häufigsten im Universum sind: Wasserstoff (etwa 92% aller Atome) und Helium (7,8%). Der mickrige Rest von etwa 0,2% sind schwerere Elemente. Aber gerade die machen das Universum so rich- tig spannend, denn sie haben das Entstehen von Leben er- möglicht! Du bestehst zum Beispiel aus über 20 ver- schiedenen Elementen. Woher kommen diese aber? Sie entstehen vor allem durch Kernfusion in den Sternen, sie sind quasi Sternenasche. Wenn Sterne sterben, wird diese frei und schwebt in riesigen Wolken durch das All. Durch Zusammenballen entstehen daraus später wieder neue Sterne, wie du eindrucksvoll in Abb. 48.1 sehen kannst. Das ist der Kreislauf des Universums. Unser Sonnensystem besteht aus Elementen, die wahrscheinlich von zwei Sterngenerationen erbrütet worden sind. Alles um dich herum besteht aus Sternenasche – und auch du selbst! Du bestehst also gewissermaßen aus Abfällen. Schon sehr absurd, oder? Abb. 48.1: Im Adler-Nebel in 6000 LJ Entfernung kann man Sternen- asche beobachten, die sich gerade zusammenballt und neue Sterne hervorbringt. Der linke Pfeiler hat eine Länge von einem Lichtjahr! 48.1 Wenn sich Sternenstaub zusammenballt Die Geburt von Sternen Ein großer Teil der Sterne ist im jungen Universum vor über 10 Milliarden Jahren entstanden. Aber auch heute bilden sich noch Sterne. Hier erfährst du, wie das abläuft. Das All ist keineswegs leer, sondern von Sternenasche erfüllt. Man nennt sie auch interstellare Materie oder Du bist aus dem Alltag gewohnt, dass sich Gase immer ausbreiten und den ihnen zur Verfügung stehenden Platz komplett ausfüllen – etwa die Luft in diesem Raum. Es wird niemals passieren, dass sie sich plötzlich zu einer Kugel zusammenballen. Sterne sind allerdings Gaskugeln im All! Wieso bilden Gase dort auf einmal Kugeln? Man sagt scherzhaft, Jupiter sei ein „verhinderter Stern“. Was ist damit gemeint? Wieso kann man im All nicht auf einen einzelnen, einsamen Stern zwischen den Galaxien treffen? Wieso gibt es eine Unter- und eine Obergrenze für die Masse von Sternen? Wieso gibt es nur Sterne zwischen 0,07 und 265 Sonnenmassen? Wieso liegen im Sonnensystem die Bahnen der Planeten praktisch in einer Ebene? Wieso kreisen sie in derselben Richtung um die Sonne? Wieso gibt es in Sonnennähe nur Gesteinsplaneten, außen nur Gasplaneten? F1 E1 F2 E1 F3 E2 F4 E1 poetisch Sternenstaub. Es handelt sich dabei im Wesent- lichen um extrem dünnes Wasserstoffgas mit ein wenig Heliumanteilen. Auf der Erde würde es wegen der ungeord- neten Wärmebewegung der Moleküle expandieren, bis es völlig gleichmäßig verteilt ist. Gaswolken im All ballen sich aber zusammen, wenn ihre Masse einige tausend Sonnen- massen überschreitet. Dann wird nämlich die Gravitations- kraft so groß, dass sie gegen die Wärmebewegung gewinnt ( F1 ), und die gigantische Gaswolke beginnt zu kontra- hieren. Info: Gasbälle im All Abb. 48.2: Zwei Ausschnitte aus dem Running Chicken Nebula : Die dunklen Verdichtungen innerhalb der kollabierenden Gaswolke nennt man Globulen . Aus ihnen entstehen Protosterne und letzt- lich Sterne. Die unterschiedliche Farbe kommt von der variieren- den Gaszusammensetzung der Wolke. Dieses Zusammenziehen passiert natürlich nicht über Nacht, sondern dauert viele Millionen Jahre (siehe F13 , S. 97). Die Wolke kollabiert nicht völlig homogen, sondern es bilden sich Stellen mit größerer Dichte aus, die man Glo- bulen nennt (Abb. 48.2). Wenn sich diese noch weiter ver- dichten, entstehen in ihnen so genannte Protosterne , ge- wissermaßen Sternvorläufer, die bereits kugelrund sind. uk54pw Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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