Begegnungen mit der Natur 3, Schulbuch

Landwirtschaft in Österreich Fischzucht in Österreich In Österreich werden hauptsächlich Forellen (rund 2000 t jährlich) und Karpfen (zirka 800 t jährlich) gezüchtet. Forellen benötigen kühles, sauerstoffreiches Wasser Der bevorzugte Lebensraum der Forellen ist im Oberlauf von Flüssen ( Begegnungen mit der Natur 2, S. 122). Das saubere, klare Wasser fließt dort reißend schnell zu Tal, es ist sauerstoffreich, die Wassertemperatur beträgt im Sommer höchstens 10 °C. Diese Faktoren müssen in der Forellenzucht beachtet werden. Forellenteiche sind meist langgezogen, sie werden ständig von sauerstoffreichem frischem Wasser durchströmt. Als Raubfische jagen Forellen kleine Fische, Krebstiere, Insekten und Insektenlarven. In der Teichwirtschaft werden sie mit industriell hergestelltem Futter gefüttert. Es sind dies Pellets, die vorwiegend aus Fischmehl und Fischöl aus Meeresfischen hergestellt werden. Forellenzuchtbetriebe sind in Österreich hauptsächlich in Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark und Tirol zu finden. Karpfen leben in langsam fließenden bis stehenden Gewässern Karpfen leben bevorzugt in langsam fließenden bis stehenden Gewässern mit einer Wassertemperatur zwischen 20 °C und 25 °C. Die Fische werden in der Dämmerung aktiv und suchen nach Nahrung. Als Friedfische ernähren sie sich von Plankton, Würmern und Insektenlarven. In der Teichzucht werden ihnen Getreidekörner zugefüttert. Tagsüber halten sich die Karpfen an tiefen Stellen im Teich auf. Dort überwintern sie auch. Die wichtigste Karpfenzuchtregion Österreichs ist das Waldviertel (NÖ). Weitere Karpfenzuchtgebiete liegen in der südlichen Steiermark sowie im Südburgenland. Im Herbst werden Karpfenteiche abgefischt Im Herbst findet das „Abfischen“ statt. Dafür wird zunächst das Wasser fast zur Gänze abgelassen. Die Fische sammeln sich dadurch in der Fischgrube, einer Grube im Teich, an. Von dort werden sie mit Zugnetzen und Keschern aus dem Wasser geholt. Ist der Teich ausgefischt, wird er erneut mit Wasser gefüllt. Kleine Fische werden wieder ausgesetzt und überwintern im Teich. Im Frühjahr wird nachbesetzt. Ein Teil der abgefischten Karpfen wird gleich verkauft. Der Rest kommt in so genannte Hälterungen. Dies sind von Frischwasser durchströmte Teiche bzw. Becken, aus denen die Fische bei Bedarf jederzeit entnommen werden können. Auch Fischzucht kann biologisch betrieben werden In der Bio-Fischzucht wird auf die Erhaltung der ökologischen Vielfalt, auf Umwelt- und Gewässerschutz geachtet. So darf beispielsweise nur eine bestimmte Menge an Fischen pro Kubikmeter Wasser gehalten werden, das Futter muss artgerecht sein beziehungsweise aus Biobetrieben kommen. Der Einsatz von vorbeugenden Medikamenten (Antibiotika), von Hormonen und Pestiziden ist verboten. 217 Karpfen 218 Bachforelle 219 Forellen benötigen Frischwasser. 220 Karpfenteich im Waldviertel 221 Beim Abfischen 102 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum d s Verlags öbv

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