Begegnungen mit der Natur 3, Schulbuch

Landwirtschaft in Österreich Bis zur Getreideernte sind einige Arbeitsgänge nötig Nach der Ernte der letzten Frucht wird der Boden zur Lockerung und Durchlüftung mit einem Grubber oder Pflug bearbeitet. Dabei werden auch Ernterückstände in den Boden eingearbeitet. Dies fördert ihre raschere Zersetzung und Mineralisierung. Beim Grubbern wird das Erdreich nur flach (etwa 10 cm tief) aufgerissen. Auf dem Acker vorhandene Wildkrautsamen, die in den Boden mit eingearbeitet werden, können hier keimen. Beim Pflügen wird das Erdreich bis zu 30 cm tief aufgerissen und gewendet. Ackerwildkräuter haben hier kaum noch eine Chance zu keimen. Grubbern ist bodenschonender als Pflügen. Gegrubberte Böden beherbergen mehr Regenwürmer und andere Bodenlebewesen. Das Wasser kann bei starken Regenfällen besser aufgenommen werden und die Gefahr der Erosion ist geringer. Ein Nachteil des Grubberns ist, dass Krankheitserreger, die auf den Ernterückständen sein können, auf die neuen Pflanzen übertragen werden können. Daher müssen mitunter Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Beim Pflügen werden die Pflanzenrückstände tiefer in den Boden eingebracht, sodass keine Ansteckungsgefahr besteht. Dafür ist Pflügen zeit- und kostenintensiver (höherer Treibstoffverbrauch!). Ob Grubber oder Pflug zum Einsatz kommt, hängt auch vom Wetter ab. Ist die obere Bodenschicht sehr nass, eignet sie sich nicht zur Aussaat des Getreides. Durch Pflügen wird von unten trockenere, saatfähige Erde an die Oberfläche befördert. Vor der Saat kommt die Egge zum Einsatz. Beim Eggen wird der Boden eben gemacht. Gleichzeitig werden bereits gekeimte Ackerwildkräuter entfernt. Danach wird gesät. Ist das Getreide reif, wird geerntet. Mit dem Mähdrescher wird das Getreide gemäht und gedroschen. Die Getreidekörner werden dabei aus den Ähren gelöst. Das Korn wird in einem Korntank im Mähdrescher gesammelt. Wenn er voll ist, muss er geleert werden. Das Stroh (die trockenen, leeren Halme und Blätter) wird beim Mähdrescher hinten wieder „ausgespuckt“. Es wird mit einer Strohpresse zu Rund- oder Quaderballen gepresst und auf den Hof gebracht. Dort wird es häufig als Bodeneinstreu für das Vieh verwendet. Benötigt der Landwirt/die Landwirtin das Stroh nicht, wird es gleich im Mähdrescher ganz klein gehäckselt. Beim nächsten Grubbern oder Pflügen gelangt es in den Boden, wo es von den Destruenten zu Mineralstoffen abgebaut wird. 28 Der Boden wird gegrubbert oder gepflügt … 29 Eggen ebnet den Boden. 30 Jetzt wird gesät. 31 Das Getreide wächst. 32 Das Getreide ist reif. Es wird geerntet. 33 Das Stroh wird hinten „ausgespuckt“. 34 Der Korntank wird geleert. 35 Korn vor dem Abtransport 36 Stroh, zu Rundballen gepresst 56 Nur zu Prüfzw cken – Eigentum des Verlags öbv

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