Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Ökosystem Stadt Lebensqualität in der Stadt Wie lebenswert eine Stadt ist, hängt besonders von ihrer Strukturierung, dem ausreichenden Vorhandensein von Grünanlagen und einer guten Infrastruktur ab. Aber auch die Einwohnerinnen und Einwohner sowie die Gäste aus dem In- und Ausland haben direkten Einfluss auf die Lebensqualität. Städtischer Verkehr Ein großes Problem von Städten ist der starke KFZ-Verkehr bis hin zur Verkehrsüberlastung. Diese beeinträchtigt die Luftqualität, das Klima (CO2!) und verursacht außerdem Lärm. Zusätzlich brauchen die Fahrzeuge sehr viel Platz. Damit es weniger Verkehr in der Stadt gibt, sind die Stadtverantwortlichen in erster Linie mit der Schaffung attraktiver Alternativen zum privaten PKW gefordert: Es müssen kostengünstige, umweltfreundliche, öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, die in kurzen Intervallen fahren. Die Benutzung eines Radwegnetzes sowie von Fußgängerzonen muss ermöglicht werden, denn dies fördert das Radfahren und das Zu-Fuß-Gehen. Am Stadtrand, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchaus leicht und schnell zu erreichen ist, muss es Parkhäuser geben. Deren kostengünstige bzw. kostenlose Benützung soll es Menschen, die von außerhalb kommen, schmackhaft machen, das Auto dort abzustellen. Um die parkenden Autos von der Straße weg zu bringen, müssen ausreichend finanziell leistbare Abstellplätze in Garagen geschaffen werden. Auch Carsharing hilft, dem Platzproblem beizukommen. Wäre eine Erhöhung der Treibstoffpreise die Lösung? Als Möglichkeit, wie man Menschen zur Reduktion der KFZ-Nutzung veranlassen könnte, wird u.a. eine Anhebung der Treibstoffpreise diskutiert. Die Befürworterinnen und Befürworter sehen darin nicht nur eine Maßnahme zur Steigerung der Lebensqualität in der Stadt, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Höhere Kosten würden, ihrer Ansicht nach, den Individualverkehr eindämmen. Kritikerinnen und Kritiker befürchten allerdings, dass diese Maßnahme nicht nur die Stadtbevölkerung, sondern auch die Menschen vieler ländlicher Gegenden mit schlechter Infrastruktur treffen würde. Diese sind meist auf das Auto angewiesen, um u.a. zum Arbeitsplatz zu pendeln. Bei hohen Treibstoffpreisen wäre dies oft für sie nur schwer leistbar. Sie müssten ausgleichend eine zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten. Jeder Mensch kann seinen Beitrag leisten Nur ein Umdenken der Menschen in der Stadt und der Menschen, die von außerhalb kommen, kann das Problem „Verkehrsbelastung in der Stadt“ mindern. Es ist wichtig zu erkennen, dass ein achtsamer Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen und klimafreundliches Verhalten einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung unserer Lebensqualität bedeutet. Umweltschutz ist Selbstschutz! starker KFZ-Verkehr Im Jahr 2018 waren in Österreichs Landeshauptstädten knapp 1,3 Millionen PKW zugelassen. Spitzenreiter ist Wien, gefolgt von Graz und Linz (Quelle: Statistik Austria). Carsharing An fixen Standplätzen stehen Autos, die bei Bedarf ausgeliehen werden können. pendeln regelmäßige Hin- und Rückfahrt zum Arbeitsplatz, oft über viele Kilometer 19 Eine gute Infrastruktur, Frei- und Grünflächen machen Städte lebenswerter. 20 Parkende Autos 21 Radfahren statt Autofahren Die auf dieser Seite besprochenen finanziellen Gründe können Menschen aus ländlichen Gegenden dazu bewegen, in Städte abzuwandern bzw. wochentags dort zu leben. Dies erhöht die Einwohnerdichte der Städte. Erläutere weitere Ursachen der Abwanderung. Du bist dran! 128 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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