Begegnungen mit der Natur 4, Schulbuch

Der Mensch Unsere Haut, Schutzhülle und Sinnesorgan Die menschliche Haut ist aus verschiedenen Schichten aufgebaut. In Abbildung 129 ist ein schematischer Schnitt durch alle Schichten dargestellt, von der äußersten Schicht, die den Körper nach außen abgrenzt, bis zu den tiefsten Bereichen der Unterhaut, die den Knochen, Knorpeln, Sehnen, Muskeln und Organen aufliegt. Hornschicht schützt den Körper vor Austrocknung und vor dem Eindringen von Schmutz und Krankheitserregern. An besonders beanspruchten Stellen, wie beispielsweise auf den Fersen, ist sie zum Schutz vor Verletzungen verdickt. Temperaturregelung Wenn der Körper zu warm ist, sind die Blutgefäße in der Haut weit und stark durchblutet, wodurch an der Körperoberfläche Wärme abgegeben werden kann. Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße zum Schutz vor zu großem Wärmeverlust. Haarbalgmuskel Die kleinen Haarbalgmuskeln ziehen sich bei Kälte, Angst, Ekel usw. zusammen. Dadurch richten sich die Haare auf. Du bekommst eine „Gänsehaut“. Talgdrüse Talgdrüsen kommen auch frei (nicht gemeinsam mit Haaren) vor, zB im Bereich der Augenlider. Bei Verstopfung der Talgdrüsen (zB durch falsche oder mangelnde Hautpflege, Störungen im Hormonhaushalt, Ernährung, Einnahme von Medikamenten, manchmal aber auch ohne erkennbare Ursache) entstehen kleine Knoten (Pickel) unter der Haut, die sich entzünden können. In der Folge wird aus dem Blut eine eiweißhaltige, gelbliche Flüssigkeit (Eiter) ins entzündete Gewebe abgesondert. Im Bereich des Augenlidrandes entsteht dadurch ein so genanntes Gerstenkorn ( Abb. 130). Im Zentrum dieses schmerzhaften Knötchens ist ein Eiterpunkt zu erkennen. Nach wenigen Tagen öffnet sich der Eiterpickel, der Eiter fließt ab und die Schwellung geht wieder zurück. 129 Aufbau der menschlichen Haut (Schema) 130 Gerstenkorn am unteren Lidrand Die Oberhaut besteht aus der Horn- und der Keimschicht Die Oberhaut besteht aus einer oberen Hornschicht aus abgestorbenen Zellen ( Abb. 129/1) und einer darunterliegenden Keimschicht ( Abb. 129/2). Die Keimschicht produziert fortlaufend neue Oberhautzellen, die nach einiger Zeit verhornen und nach etwa vier Wochen abgestoßen werden (Schuppenbildung). Die Zellen der Keimschicht bilden durch Einlagerung von bestimmten Farbstoffen die Pigmentschicht ( Abb. 129/3), die vor gefährlichen Sonnenstrahlen schützt. Die Lederhaut ist für die Temperaturregelung wichtig Anschließend an die Oberhaut befindet sich die Lederhaut. Ihre Blutgefäße, die nach Bedarf stärker oder schwächer durchblutet werden, haben für die Temperaturregelung große Bedeutung. Zahlreiche Schweißdrüsen ( Abb. 129/4) in der Lederhaut geben bei zu großer Körperwärme Schweiß über Hautporen ab. Die Verdunstung an der Hautoberfläche kühlt den Körper. Gleichzeitig werden nicht mehr benötigte Stoffe ausgeschieden ( S. 53). An manchen Stellen ist die Keimschicht in die Lederhaut eingesenkt. In diesen Haarbälgen entwickeln sich die Haare. An jedem Haarbalg ( Abb. 129/5) sitzt ein Haarbalgmuskel ( Abb. 129/6) sowie eine Talgdrüse ( Abb. 129/7). Die Talgdrüsen sondern eine fettige Substanz, den Talg, an die Hautoberfläche ab. Er hält die Haut geschmeidig. Die Unterhaut schützt vor Wärmeverlust und Stößen Durch Fetteinlagerung schützt die Unterhaut die darunterliegenden Körperteile vor Wärmeverlust und dient als „Stoßdämpfer“ vor Verletzungen. Die Unterhaut befestigt die ganze Haut an Muskeln, Organen, Sehnen, Knorpeln und Knochen. Oberhaut Lederhaut Unterhaut 1 2 3 4 5 6 7 76 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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