global 4. Geographie und wirtschaftliche Bildung, Schulbuch [Teildruck]

4 global Geographie und wirtschaftliche Bildung Teildruck für Lehrerinnen und Lehrer

1. Auflage (Druck 0001) © Österreichischer Bundesverlag Schulbuch GmbH & Co. KG, Wien 2026 www.oebv.at Alle Rechte vorbehalten. Jede Art der Vervielfältigung, auch auszugsweise, gesetzlich verboten. Redaktion: Marissa Lammers, Wien Herstellung: Alexandra Brych, Wien Umschlaggestaltung: Clemens Toscani, Agentur für Grafikdesign, Klosterneuburg Layout: Clemens Toscani, Agentur für Grafikdesign, Klosterneuburg Satz: CMS – Cross Media Solutions GmbH, Würzburg Druck: Ferdinand Berger & Söhne Ges.m.b.H., Horn Teildruck zu ISBN 978-3-209-11219-4, W6519-168 (global US SB 4 + E-Book) global US 4 SB + E-Book Teildruck zu ISBN 978-3-209-11219-4, W6519-168 Kopierverbot Wir weisen darauf hin, dass das Kopieren zum Schulgebrauch aus diesem Buch verboten ist – § 42 Abs. 6 Urheberrechtsgesetz: „Die Befugnis zur Vervielfältigung zum eigenen Schulgebrauch gilt nicht für Werke, die ihrer Beschaffenheit und Bezeichnung nach zum Schul- oder Unterrichtsgebrauch bestimmt sind.“ Umschlagbilder: selensergen / Thinkstock; Xinhua / Action Press / picturedesk.com Grafiken und Karten: Wolfgang Zettlmeier, Grafing; Adam Silye, Wien; Kompass Freytag und Berndt; öbv, Wien Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

www.oebv.at Anna Hufnagl Christoph Fuss Wolfgang Winklehner-Kreutzer Elisabeth Mayer Ines Müllneritsch Beratung: Christian Fridrich global 4 Geographie und wirtschaftliche Bildung Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Inhalt So arbeitest du mit global 4 Mensch und Natursysteme 6 Die große Beschleunigung: Der Mensch beeinflusst die Natur 8 Landgrabbing – der Boden als Ware 10 Ressource Sand: Kann es davon zu wenig geben? 12 Methodenseite: Faktencheck step by step 13 Klima-Kippelemente – Was passiert, wenn nichts passiert? 14 Artensterben hausgemacht: ausgesummt und ausgekrabbelt? 16 Wirtschaften ohne den Planeten zu zerstören: Geht das? 18 Methodenseite: Denkhüte 20 Was kommt nach dem Wachstum? Ideen des Postwachstums 22 Überschreiten der Belastungsgrenzen: die Donut-Ökonomie 24 Überschreiten der Belastungsgrenzen: Staaten im Vergleich 26 Kompetenztraining 28 Europa und europäische Integration 32 Wo hört Europa auf und wo beginnt es? 34 Naturräumliche Gliederung von Europa 36 Leben und wirtschaften in unterschiedlichen Regionen 38 Von Europa zur Europäischen Union 40 Chancen der europäischen Integration: Was bringt mir die EU? 42 Wie funktioniert die EU? 44 Die vier Freiheiten der Europäischen Union 46 Der Euro – die gemeinsame Währung 48 Bildungskooperationen der Europäischen Union 50 Qualitätsstandards und Verbraucherschutz 52 Demokratie, Freiheit und Frieden in der Europäischen Union 54 Regionalpolitik der EU 56 Kompetenztraining 58 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Entwicklungen in einer globalisierten Welt 62 Die Verteilung der Weltbevölkerung 64 Die Bevölkerungsverteilung in Länderbeispielen 66 Unterschiedliche Bevölkerungsdynamik 68 Mögliche Folgen der Bevölkerungsentwicklung 70 Verteilung von Städten, Ballungsräumen und Peripherien 72 Leben in Zentren – Stadtteilentwicklung in Wien 74 Leben in Zentren – Schrumpfende Städte im Rust Belt 76 Leben in Zentren – Unkontrolliertes Wachstum in Dhaka 78 Leben in der Peripherie 80 Methode Satellitenbilder: Städte aus dem Weltall 82 Global Cities: Steuerzentralen der Weltwirtschaft 84 Leben und Wirtschaften in der Triade 86 Die Welt aus Sicht der Supermacht USA 88 Die Welt aus der Sicht Chinas 90 Die Vereinten Nationen – UNO 92 Was macht eine Nichtregierungsorganisation? 94 Methode Expertengespräch zum Thema NGOs 96 Globalisierung – weltweite Vernetzungen 98 Eine Erde muss genug sein 100 Malawis Nahrungsmittelkrise: Hunger für immer? 102 Die Rohstoffkönigin: superreich und einflussreich 104 Manila unter Wasser – kein Ausweg für Klimaflüchtlinge? 106 Kompetenztraining 108 Vielfalt der Zukunftsvorstellungen 112 Wie viel kostet mein Leben? 114 Traumberufe sind individuell 116 Wiederholung der Methoden aus global 1–3 118 Quellennachweis 125 Bildnachweis 126 3 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

3 In diesem Kapitel lernst du, … • die Verteilung der Bevölkerung und die Bevölkerungsentwicklung aus einer globalen Perspektive zu analysieren. • Städte, Ballungsräume und Peripherien mit (Geo-)Medien zu beschreiben und zu vergleichen. • die Zusammenarbeit sowie den Wandel der Machtverhältnisse zwischen Staaten, Bündnissen, NGOs, Konzernen, internationalen Organisationen und Bewegungen zu untersuchen. • nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten und Beziehungen in der globalisierten Welt zu diskutieren. Entwicklungen in einer globalisierten Welt 62 1 Benenne globale Ballungsräume in dem Satellitenbild. (OK, I) 2 USA, Indien, Brasilien und Indonesien zählen zu den bevölkerungsreichsten Staaten der Erde. Diskutiert, ob das Satellitenbild Aussagen über die Bevölkerungszahl zulässt. (UK, III) 3 Beurteile, ob das Satellitenbild Rückschlüsse auf den Wohlstand von den folgenden Staaten zulässt: Australien, China, Kanada, Namibia, Norwegen. (UK, II) 63 Auftaktseiten Jedes der zwei Großkapitel dieses Schulbuchs beginnt mit zwei besonders gestalteten Seiten. Sie geben dir einen ersten Eindruck davon, was dich im folgenden Kapitel erwartet. Die Seiten wollen deine Neugier wecken. Du kannst auch zeigen, was du zu diesem Thema schon weißt. Die große Beschleunigung: Der Mensch beeinflusst die Natur Der Mensch hinterlässt Spuren, seit er die Erde bewohnt. Und momentan sind die anthropogenen Einflüsse so groß, dass unsere Spuren vermutlich über Jahrmillionen erkennbar bleiben werden. Die massiven Veränderungen waren der Grund, ein neues Erdzeitalter auszurufen. Was bedeutet „Anthropozän“? Der Beginn der neuen erdgeschichtliche Epoche „Anthropozän“ wurde mit 1950 angesetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betonten damit den Einfluss des Menschen, der noch Millionen von Jahren erkennbar bleiben wird (M1). Vor allem seit Mitte des 20. Jahrhunderts hinterlassen die Eingriffe des Homo sapiens an allen Orten der Erde Spuren: • Klimawandel: Die Erhitzung der Erde beschleunigt sich. • Der Meeresspiegel steigt global in Folge der Erderwärmung. • Immer mehr Arten sterben unter dem Einfluss des Menschen aus. • Menschen gestalten Naturräume großflächig um. Daneben sorgte der Mensch zB auch für die Ausbreitung von Krankheiten, Übernutzung von Böden, radioaktiven Staub oder die Verbreitung von Kunststoffen in der Natur (M2). M3 Wie sieht es unter einem Parkplatz aus? Auf dem Boden liegt verschiedener Müll auf, wie Zigarettenstummel, Stifte und Verpackungen. Darunter befinden sich Bauschutt, Ziegel und verdichteter Boden. anthropogen: vom Menschen verursacht Der Mensch (griechisch anthropos) benennt ein Erdzeitalter nach sich. Er trennt seine Gegenwart ab von jenem Abschnitt der Erdgeschichte, der seit dem Ende der Eiszeit herrscht, dem Holozän. Dessen Name, gebildet aus griechisch hólos (ganz) und kainós (neu), heißt eigentlich schon das „ganz Neue“. Aber neuer geht ja immer. Im Jahr 2000 hat der Ozonloch-Entdecker und Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen den Begriff „Anthropozän“ provokant in die Welt gesetzt, „um die zentrale Rolle der Menschheit in Geologie und Ökologie zu betonen“. (nach: diezeit.de, abgerufen am 7.10.2024) M2 Die Ausrufung des Anthropozäns Schadstoffablagerungen menschliche Bautätigkeiten vom Menschen beeinträchtigte Böden Gefährdung und Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten Zerstörung der Riffe vermehrte Klimaextreme Ansteigen des Meeresspiegels verstärkte Eisabschmelzung verstärkte radioaktive Verseuchungen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 M1 Menschliche Spuren sind auf dem Planeten Erde Millionen von Jahren erkennbar. 8 Menschen und Natursysteme Wo hinterlassen Menschen Spuren? – Beispiel 1 – Schülerinnen und Schüler entsorgen Müll Beispiel 2: Das Sonnblick-Observatorium (Österreich) Jedes Frühjahr sieht man Schülerinnen und Schüler mit Müllsäcken in der Stadt Waidhofen Müll sammeln. Heuer entwickelten die Schülerinnen und Schüler nun ihr eigenes, vorbildliches Projekt für saubere Klassen. „Das Ziel waren saubere Klassen. Jede Klasse bekam 300 Punkte, die es zu erhalten gab. Zeigte sich bei der Kontrolle, die durch Schüler sechs Mal durchgeführt wurde, dass Müll am Boden lag, gab es entsprechende Abzüge“, erzählte eine der Initiatoren, Carina Schörghofer. „Die Idee kam uns durch das Projekt Plastikfasten. Wir wollten auch einen Beitrag dazu leisten. Es ist falsch, Müll zu produzieren, noch schlimmer ist es, ihn achtlos wegzuwerfen oder falsch zu trennen“, berichtete die engagierte Schülerin. „Es zahlt sich aus, bei solchen Projekten mitzumachen – aber nicht nur wegen eines möglichen Gewinnes, sondern weil es uns ein Anliegen ist“, freute sich Direktorin Doris Aigner. „Es fängt im Kleinen an: saubere Klassen, saubere Schule, sauberes Waidhofen“. (nach: noen.at, 8.6.2019) M4 Schülerinnen und Schüler entsorgen Müll richtig M9 Bei der Verarbeitung von Rohstoffen und bei der Produktion von Waren gelangen Chemikalien in Gewässer. Hier: Industrielandschaft in Karabasch, Russland. das Nanoplastik: Nanometer kleine Plastikteilchen, kleiner als Mikroplastik, mit freiem Auge nicht sichtbar; ein Nanometer ist ein Millionstel eines Millimeters. M7 Los Angeles im Smog, einem Gemisch aus Ruß, Staub und Schwefeldioxid, Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Nebel M8 In der Landwirtschaft werden Düngemittel in Mengen eingesetzt, die die natürliche Aufnahmekapazität überschreiten. Forscher weisen Nanoplastik auf Sonnblick nach Messungen des in 3 106 Meter Seehöhe gelegenen Sonnblick-Observatoriums haben gezeigt, dass pro Jahr auf jeden Quadratkilometer etwa 42 Kilogramm Nanoplastik herunterrieseln. Teils wurden Teilchen bis zu 2 000 Kilometer durch die Lüfte transportiert. Rund 30 Prozent der winzigen Teilchen stammen aus Städten, die höchstens 200 Kilometer vom Sonnblick entfernt sind. Die Daten deuten aber auch auf einen weiträumigen und globalen Transport hin. Teilweise liege die Quelle des Nanoplastiks im Atlantik, wo es offenbar über die Gischt der Wellen in die Luft gelangt. (Quelle: orf.at, abgerufen am 07.10.2024) M5 Österreichs höchstgelegene Forschungsstation liegt auf dem Gipfel des Hohen Sonnblick (3 106 m). M6 Der Weg des Nanoplastiks in die Alpen 1 Ordne die menschlichen Spuren in M1 der Grafik zu und zähle Folgen der menschlichen Einwirkung auf Natursysteme auf. (OK, I) 2 Das Projekt „Natur der Dinge“ lädt Menschen dazu ein, an einer digitalen Sammlung der Umweltveränderungen mitzuarbeiten. Besuche die Website www.changing-natures.org. Benenne Gegenstände aus deinem Leben, die Veränderungen in deiner Umwelt dokumentieren. (HK, I) 3 Recherchiert, wie lange der Abbau folgender Verpackungen in der Natur dauert: Aludose, Plastiksackerl, Zigarettenstummel. (HK, II) 4 Initiiert eine einstündige Müllsammelaktion an eurer Schule. Überlegt gemeinsam, wie ihr die Ergebnisse präsentiert. (HK, III) O AH S. 4 9 Themenseiten Jedes Großkapitel umfasst mehrere Einzelthemen. Auf diesen Seiten erarbeitest du mit Hilfe von Informationen, Bildern, Karten und Grafiken ein geographisch-wirtschaftliches Thema. Wichtige Begriffe sind in Grün geschrieben und werden in der in der Randspalte erklärt. Online-Code: Gib den Code im Suchfenster auf www.oebv.at ein und du wirst zu Bonus-Material weitergeleitet. Die Arbeitsaufträge fördern dein selbstständiges Arbeiten. Die in Klammer geschriebenen Abkürzungen und römischen Ziffern zeigen, welche Kompetenzen in welchem Anforderungsbereich trainiert werden (S. 5). Methode Expertengespräch zum Thema NGOs Für „Ärzte ohne Grenzen“ in Afrika Der Wiener Fabian Havlik, Logistiker der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ berichtet aus der Demokratischen Republik Kongo: NGOs bedeuten oft freiwillige Arbeit So wie Fabian bieten viele Menschen in und außerhalb Österreichs ihre freiwillige Mitarbeit in einer NGO an. Das bedeutet, dass Menschen in privaten Organisationen Aufgaben und Verantwortung übernehmen. NGOs wollen Leid verringern, Arme unterstützen oder die Umwelt schützen. Für diese Organisationen arbeiten Menschen oft ehrenamtlich, also unbezahlt. Sie engagieren sich in ihrer Freizeit, um soziale Projekte zu unterstützen oder sich für bestimmte Anliegen einzusetzen. NGOs tragen zum Zusammenhalt in der Gesellschaft bei, indem sie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und die Zivilgesellschaft stärken. Für ihre Tätigkeit sind NGOs auf Spenden angewiesen. Zuletzt wurden pro Jahr ca. 1 Milliarde Euro gespendet. Das meiste Geld geht an Tiere oder Kinder. Es ist besonders wichtig, dass das Geld der Spendenden auch tatsächlich ankommt, wo es benötigt wird. Daher erhalten kontrollierte NGOs das Spendengütesiegel. der Logistiker/die Logistikerin: Person, die den Transport und die Lagerung von Waren plant, koordiniert, steuert und überwacht. „Habt ihr euch schon mal einmal gefragt, wie medizinische Hilfsgüter zu den Einsatzprojekten, die über das ganze Land verteilt sind, kommen? Die Demokratische Republik Kongo ist ungefähr 28-mal so groß wie Österreich. Das heißt viele Transporte werden mit dem Flugzeug gemacht, vor allem wenn es schnell gehen muss. Da auch unsere medizinische Nothilfe vor allem in entlegeneren Gebieten gebraucht wird, bringen wir von Bukavu und anderen größeren Städten Material und Personal mit dem Flugzeug in die Projekte. […] je länger ich hier bin, desto mehr merke ich, wie viel Verantwortung ich eigentlich trage. […] Ich fühle mich, als würde ich hier mein volles Potential ausschöpfen. Auch sehe ich hier jeden Tag, wie sehr sich die Ausbildung, mein Maschinenbaustudium, ausgezahlt hat. Das ganze theoretische Wissen und auch das vernetzte Denken, das ich mir während des Studiums angeeignet habe, machen sich hier voll bezahlt. Aber natürlich auch meine Sprachkenntnisse, vor allem Französisch und Englisch, werden hier auf die Probe gestellt.“ (Quelle: aerzte-ohne-grenzen.at, abgerufen am 06.10.2024) M2 Auszüge aus Fabians Bericht M1 „Das Österreichische Spendengütesiegel steht für Sicherheit und Transparenz beim Spenden. Es belegt, dass eine Spendenorganisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht und stellt sicher, dass Spendengelder zweckbestimmt und wirtschaftlich eingesetzt werden.“ (Quelle: www.osgs.at) M3 Fabian bei einem Projekt in Katasomwa (DR Kongo) 96 Entwicklungen in einer globalisierten Welt Methode: Expertengespräch Die Expertenbefragung bietet dir die Möglichkeit, Informationen von Expertinnen und Experten direkt zu erhalten. Das können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sein, die sich in ein Thema eingearbeitet haben. Expertinnen und Experten sind aber auch Menschen, die sich zu einem bestimmten Thema besonders gut auskennen, zB weil sie in einer NGO mitarbeiten. Um ein Experteninterview professionell zu führen, bedarf es mehrerer Schritte: • Einarbeitung ins Thema Grenze die Fragestellung ein. Du kannst nicht alle Themen besprechen. Recherchiere vorab gründlich zum Thema. • Interviewleitfaden vorbereiten Schreibe deine Fragen auf. Das hilft dir, im Gespräch nichts zu vergessen. Achte darauf, dass die Fragen verständlich formuliert sind. Verzichte auf Entscheidungsfragen („Ja/Nein-Fragen“). • Eckpunkte festlegen Überlege genau, wer als Gesprächspartnerin oder -partner in Frage kommt. Beachte, dass Gespräche auch online stattfinden können. Besprecht vorab Inhalt, Termin und Ort des Gesprächs. • Gespräch durchführen Überlege dir, welche Hilfsmittel du benötigst (Fragebogen, Schreibzeug, Mobiltelefon oder Aufnahmegerät, Fotoapparat, …). Führe das Interview, nimm es (nach Erlaubnis!) auf (M5) oder führe ein Protokoll. • Interview auswerten Fasse die wichtigsten Aussagen zusammen. Präsentiere die Ergebnisse. Wähle dafür eine passende Präsentationsform. So steigst du ins Gespräch ein: „Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben, mit mir das Thema … zu besprechen …“ M4 Interview mit einer Ärztin nach einer Naturkatastrophe. Ein Expertengespräch kann mit Hilfe von geeigneten Geräten aufgezeichnet werden. So endet dein Interview: „Danke für das aufschlussreiche Gespräch mit Ihnen. Es hat mir geholfen, … besser zu verstehen.“ Einarbeitung in das Thema Interviewleitfaden vorbereiten Person, Termin, Ort, Inhalt festlegen Gespräch durchführen Interview auswerten 1 Überlege, ob du dir vorstellen kannst, in Zukunft Mitglied einer NGO zu werden. Welche Art von Organisation würde dich besonders interessieren und warum? 2 Suche auf der Seite https://www.aerzte-ohne- grenzen.at/blog nach aktuellen Berichten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NGO „Ärzte ohne Grenzen“. (OK, I) 3 Ladet eine Expertin / einen Experten einer NGO ein, die /der sich mit humanitären Aufgaben (Armut, Flucht, Pflege/Betreuung, Menschenrechte etc.) befasst. Bereitet einen Fragebogen vor und führt ein Interview. Wertet die Ergebnisse im Anschluss aus. (HK, III) 4 Diskutiert, ob die Mitarbeit in einer NGO auch nach dem Interview für euch später in Frage kommt. (UK, II) O AH S. 40 97 Methodenseiten Hier lernst du für das Fach Geographie und Wirtschaftliche Bildung wichtige Methoden kennen. Sie helfen dir dabei, Informationen aus Bildern, Karten oder Texten zu gewinnen und auszuwerten Kompetenztraining 1 Zeichne die Außengrenzen Europas in der Karte M1 ein. Beschreibe den Grenzverlauf zu Asien. Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Grenze zu ziehen. Erkläre, für welche Grenze du dich entscheidest. (OK, II) 2 Verorte die folgenden britischen Überseegebiete mit Hilfe eines Geomediums in einer Karte. Schreibe in die Tabelle, in welchem Ozean oder Meer sich diese Gebiete befinden. (OK, I) Überseegebiet befindet sich im Falklandinseln Montserrat Pitcairn Bermuda 3 Ordne die Begriffe aus der Wörterbox M2 der richtigen Oberflächenform zu. (OK, I) Merkmale Beispiele Hochgebirge Mittelgebirge Tiefländer Vogesen – Pannonisches Becken – Schwarzwald – finnische Seenplatte – Gebirge über 1 500 m Höhe – Alpen – schroffe, kantige Formen – keine größeren Erhebungen – Gebirge bis zu 1.500 m Höhe – Karpaten – flache Landschaften – Ardennen – Poebene – wellige Oberflächen – teilweise Gletscher – viele Wälder – maximal 200 m über Meeresspiegel – Balkan M2 Begriffe zu Europas Oberflächenformen 4 Markiere auf der Karte M1 und erweitere die Legende: (OK, II) a) EU-Staaten, die den Euro als Währung haben, mit einem blauen €-Symbol. b) Nicht-EU-Staaten, die den Euro als Währung haben, mit einem grünen €-Symbol. c) EU-Staaten, die den Euro nicht als Währung haben, mit einem durchgestrichenen, roten €-Symbol. 5 Male auf der Karte M1 die EU-Beitrittskandidaten mit grüner Farbe aus. 6 Stell dir vor, der Euro würde in allen Euro-Staaten wieder abgeschafft werden. Nenne mindestens drei Nachteile, die sich daraus für dich ergeben würden. (UK, II) a) b) c) 0 500 1000 1500 2000 2500 km Staatsgrenze strittige Grenze M1 Europa 58 Europa und die Europäische Union 7 Füge wichtige Daten zur Geschichte der Europäischen Union im Zeitstrahl ein. Ordne die Daten in der richtigen Reihenfolge an, von den ältesten bis zu den neuesten Ereignissen. (OK, I) 1950 1952 Gründung der EGKS 59 Kompetenztrainingsseiten Am Ende eines Großkapitels findest du das Kompetenztraining. Es gibt dir die Möglichkeit, deine erworbenen Kenntnisse anzuwenden und dich aktiv mit geographischen und wirtschaftlichen Inhalten auseinanderzusetzen. So arbeitest du mit global 4 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

 Kompetenzorientierung mit global Dein Schulbuch global unterstützt dich dabei, im Rahmen des Unterrichts in Geographie und Wirtschaftliche Bildung verschiedene Kompetenzen zu erwerben. Diese helfen dir nicht nur, geographisch-wirtschaftliches Wissen zu erlangen, sondern auch Zusammenhänge zu erkennen und deine eigene Meinung bilden zu können. Das Unterrichtsfach Geographie und Wirtschaftliche Bildung beinhaltet drei Kompetenzbereiche: die Orientierungskompetenz (OK), die Urteilskompetenz (UK) und die Handlungskompetenz (HK). Damit du diese Kompetenzen trainieren kannst, findest du auf jeder Doppelseite Arbeitsaufträge. Die Aufgaben werden mit bestimmten Verben, den sogenannten Operatoren, gestellt. Sie sagen dir genau, wie du eine Aufgabe bearbeiten kannst. Die Operatoren sind drei Anforderungsbereichen (I, II und III) zugeordnet. Mit diesen Operatoren und Anforderungsbereichen arbeitest du in global: Operator Das wird von dir erwartet: Anforderungsbereich I Auswählen Du wählst aus vorgegebenen Antworten die richtige aus. Beschreiben Du betrachtest ein Material oder liest einen Text und gibst den Inhalt mit eigenen Worten wieder. herausarbeiten Du entnimmst unter bestimmten Gesichtspunkten Informationen aus einem vorgegebenen Material und gibst diese wieder. nennen, benennen Du entnimmst Informationen aus einem Material (zB Namen, Begriffe, Aussagen) und gibst sie stichwortartig wieder. Verorten Du trägst die Lage eines Ortes, Flusses, Gebirges, … auf einer Karte ein und beschreibst diese. zusammenfassen Du gibst aus einem Text oder einem anderen Material das Wichtigste in verkürzter Form wieder. Anforderungsbereich II Begründen Du suchst in Texten und Materialien nach Gründen oder Erklärungen und stellst diese im Zusammenhang dar. Darstellen Du beschreibst und verdeutlichst Zusammenhänge in eigenen Worten oder fertigst dazu eine Grafik an. einordnen, zuordnen Du stellst Sachverhalte oder Vorgänge begründet in einen vorgegebenen Zusammenhang. Erklären Du stellst Informationen, Sachverhalte und Zusammenhänge so dar, dass Bedingungen, Ursachen, Folgen oder Regelmäßigkeiten deutlich werden. Erläutern Du beschreibst Sachverhalte ausführlich im Zusammenhang und verdeutlichst sie mit Beispielen oder Belegen. Erstellen Du fertigst mit Hilfe vorgegebener Informationen einen Text, eine Tabelle oder eine Grafik an. Herausfinden Du suchst in verschiedenen Texten, Materialien oder im Internet nach den geforderten Informationen. Untersuchen Du wertest Materialien oder Sachverhalte gegliedert und gezielt aus. Vergleichen Du betrachtest zwei oder mehr Sachverhalte genau, stellst Gemeinsamkeiten und Unterschiede gegenüber und formulierst ein Ergebnis. Anforderungsbereich III Beurteilen Du prüfst, ob eine Aussage oder eine Handlungsweise glaubhaft bzw. angemessen ist und nennst die dabei angewandten Kriterien. Bewerten Du prüfst, ob eine Aussage oder Handlungsweise glaubhaft bzw. angemessen ist, nimmst persönlich Stellung und gelangst zu einem eigenen Urteil. Diskutieren Du führst / ihr führt zu einer vorgegebenen Problemstellung Behauptungen dafür oder dagegen an. Durch Abwägen der Argumente gelangst du / gelangt ihr zu einem begründeten Urteil. Gestalten Du setzt dich mit einem Problem gründlich auseinander und stellst dieses eindrucksvoll dar, zB in einem Vortrag, einem Rollenspiel, einer Diskussion oder in einem selbst erstellten Material. Überprüfen Du kontrollierst, ob eine Aussage stimmig ist bzw. zutrifft. Dazu vergleichst du die Aussage mit einem konkreten Sachverhalt und stellst fest, ob beides übereinstimmt oder sich widerspricht. 5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

(Quellen: Statistik Austria, Umweltbundesamt, Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft, WKO, BMI, Bundeskriminalamt, Asfinag-Geisterfahrerstatistik, Alpenverein, gesundheit.gv.at, Schulstatistik, alle 2022 bzw. 2023) M2 1 In diesem Kapitel lernst du, … • den Einfluss des Menschen auf die Natur zu beschreiben. • die Folgen der Überschreitung von Belastungsgrenzen der Erde, des Klimawandels oder des Artensterbens zu erörtern. • das Verhältnis zwischen Menschen und Natur besser zu verstehen. M1 M3 Menschen und Natursysteme Kupfer-Tagebau in Peru 6 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

1 Beschrifte die Fotos mit aussagekräftigen Titeln in eigenen Worten. Benütze die Leerzeilen. (OK, I) 2 Recherchiere in diesem Zusammenhang folgende Rekorde und benenne die dazugehörigen Staaten: (HK, II) • das größte Schienennetz: • die flächenmäßig größte Stadt der Welt: • die größte Mülldeponie der Welt: • der größte Stausee der Welt: • das dichteste Autobahnnetz der Erde: 3 Fertige in deiner Schulumgebung ein Foto an, das den Einfluss des Menschen auf die Natur zeigt. (HK, III) M4 M5 M6 Tipps zu Aufgabe 1: Abholzung Amazonas-Regenwald; Bau Intercity-Strecke; Einleitung industrieller Abfallstoffe (Ostsee); künstliche Inseln (Palm Jumeirah, Dubai, VAE); Nanpu-Brücke (Shanghai, China) Aufgabe 2: Die Staaten in alphabetischer Reihenfolge sind China, Deutschland, Ghana, Russland, USA. 7 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Die große Beschleunigung: Der Mensch beeinflusst die Natur Der Mensch hinterlässt Spuren, seit er die Erde bewohnt. Und momentan sind die anthropogenen Einflüsse so groß, dass unsere Spuren vermutlich über Jahrmillionen erkennbar bleiben werden. Die massiven Veränderungen waren der Grund, ein neues Erdzeitalter auszurufen. Was bedeutet „Anthropozän“? Der Beginn der neuen erdgeschichtliche Epoche „Anthropozän“ wurde mit 1950 angesetzt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betonten damit den Einfluss des Menschen, der noch Millionen von Jahren erkennbar bleiben wird (M1). Vor allem seit Mitte des 20. Jahrhunderts hinterlassen die Eingriffe des Homo sapiens an allen Orten der Erde Spuren: • Klimawandel: Die Erhitzung der Erde beschleunigt sich. • Der Meeresspiegel steigt global in Folge der Erderwärmung. • Immer mehr Arten sterben unter dem Einfluss des Menschen aus. • Menschen gestalten Naturräume großflächig um. Daneben sorgte der Mensch zB auch für die Ausbreitung von Krankheiten, Übernutzung von Böden, radioaktiven Staub oder die Verbreitung von Kunststoffen in der Natur (M2). M3 Wie sieht es unter einem Parkplatz aus? Auf dem Boden liegt verschiedener Müll auf, wie Zigarettenstummel, Stifte und Verpackungen. Darunter befinden sich Bauschutt, Ziegel und verdichteter Boden. anthropogen: vom Menschen verursacht Der Mensch (griechisch anthropos) benennt ein Erdzeitalter nach sich. Er trennt seine Gegenwart ab von jenem Abschnitt der Erdgeschichte, der seit dem Ende der Eiszeit herrscht, dem Holozän. Dessen Name, gebildet aus griechisch hólos (ganz) und kainós (neu), heißt eigentlich schon das „ganz Neue“. Aber neuer geht ja immer. Im Jahr 2000 hat der Ozonloch-Entdecker und Chemie-Nobelpreisträger Paul Crutzen den Begriff „Anthropozän“ provokant in die Welt gesetzt, „um die zentrale Rolle der Menschheit in Geologie und Ökologie zu betonen“. (nach: diezeit.de, abgerufen am 7.10.2024) M2 Die Ausrufung des Anthropozäns Schadstoffablagerungen menschliche Bautätigkeiten vom Menschen beeinträchtigte Böden Gefährdung und Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten Zerstörung der Riffe vermehrte Klimaextreme Ansteigen des Meeresspiegels verstärkte Eisabschmelzung verstärkte radioaktive Verseuchungen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 M1 Menschliche Spuren sind auf dem Planeten Erde Millionen von Jahren erkennbar. 8 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Menschen und Natursysteme Wo hinterlassen Menschen Spuren? – Beispiel 1 – Schülerinnen und Schüler entsorgen Müll Beispiel 2: Das Sonnblick-Observatorium (Österreich) Jedes Frühjahr sieht man Schülerinnen und Schüler mit Müllsäcken in der Stadt Waidhofen Müll sammeln. Heuer entwickelten die Schülerinnen und Schüler nun ihr eigenes, vorbildliches Projekt für saubere Klassen. „Das Ziel waren saubere Klassen. Jede Klasse bekam 300 Punkte, die es zu erhalten gab. Zeigte sich bei der Kontrolle, die durch Schüler sechs Mal durchgeführt wurde, dass Müll am Boden lag, gab es entsprechende Abzüge“, erzählte eine der Initiatoren, Carina Schörghofer. „Die Idee kam uns durch das Projekt Plastikfasten. Wir wollten auch einen Beitrag dazu leisten. Es ist falsch, Müll zu produzieren, noch schlimmer ist es, ihn achtlos wegzuwerfen oder falsch zu trennen“, berichtete die engagierte Schülerin. „Es zahlt sich aus, bei solchen Projekten mitzumachen – aber nicht nur wegen eines möglichen Gewinnes, sondern weil es uns ein Anliegen ist“, freute sich Direktorin Doris Aigner. „Es fängt im Kleinen an: saubere Klassen, saubere Schule, sauberes Waidhofen“. (nach: noen.at, 8.6.2019) M4 Schülerinnen und Schüler entsorgen Müll richtig M9 Bei der Verarbeitung von Rohstoffen und bei der Produktion von Waren gelangen Chemikalien in Gewässer. Hier: Industrielandschaft in Karabasch, Russland. das Nanoplastik: Nanometer kleine Plastikteilchen, kleiner als Mikroplastik, mit freiem Auge nicht sichtbar; ein Nanometer ist ein Millionstel eines Millimeters. M7 Los Angeles im Smog, einem Gemisch aus Ruß, Staub und Schwefeldioxid, Stickoxiden, Kohlenmonoxid und Nebel M8 In der Landwirtschaft werden Düngemittel in Mengen eingesetzt, die die natürliche Aufnahmekapazität überschreiten. Forscher weisen Nanoplastik auf Sonnblick nach Messungen des in 3 106 Meter Seehöhe gelegenen Sonnblick-Observatoriums haben gezeigt, dass pro Jahr auf jeden Quadratkilometer etwa 42 Kilogramm Nanoplastik herunterrieseln. Teils wurden Teilchen bis zu 2 000 Kilometer durch die Lüfte transportiert. Rund 30 Prozent der winzigen Teilchen stammen aus Städten, die höchstens 200 Kilometer vom Sonnblick entfernt sind. Die Daten deuten aber auch auf einen weiträumigen und globalen Transport hin. Teilweise liege die Quelle des Nanoplastiks im Atlantik, wo es offenbar über die Gischt der Wellen in die Luft gelangt. (Quelle: orf.at, abgerufen am 07.10.2024) M5 Österreichs höchstgelegene Forschungsstation liegt auf dem Gipfel des Hohen Sonnblick (3 106 m). M6 Der Weg des Nanoplastiks in die Alpen 1 Ordne die menschlichen Spuren in M1 der Grafik zu und zähle Folgen der menschlichen Einwirkung auf Natursysteme auf. (OK, I) 2 Das Projekt „Natur der Dinge“ lädt Menschen dazu ein, an einer digitalen Sammlung der Umweltveränderungen mitzuarbeiten. Besuche die Website www.changing-natures.org. Benenne Gegenstände aus deinem Leben, die Veränderungen in deiner Umwelt dokumentieren. (HK, I) 3 Recherchiert, wie lange der Abbau folgender Verpackungen in der Natur dauert: Aludose, Plastiksackerl, Zigarettenstummel. (HK, II) 4 Initiiert eine einstündige Müllsammelaktion an eurer Schule. Überlegt gemeinsam, wie ihr die Ergebnisse präsentiert. (HK, III) O AH S. 4 9 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Landgrabbing – der Boden als Ware Landnahme – Landraub – Landgrapscherei? Der Begriff „Landgrabbing“ kennt keine genaue Übersetzung ins Deutsche. Er bezeichnet den Kauf oder die Pacht riesiger landwirtschaftlicher Flächen im Ausland. Die Summen sind so hoch, dass sie zumeist nur von großen Konzernen bezahlt werden können. Sie werden „Investorinnen und Investoren“ genannt, weil sie Geld investieren, um in kurzer Zeit einen möglichst großen Profit zu erwirtschaften. Ihre Triebfeder ist die Aussicht auf wirtschaftlichen Profit: Weil die Preise für landwirtschaftlich nutzbare Flächen und für landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide und Fleisch in den vergangenen Jahren enorm gestiegen sind, versprechen sich die Investorinnen und Investoren ein großes Geschäft. Die Flächen werden unterschiedlich bewirtschaftet. Es werden Futtermittel oder „Cash Crops“ für den Export (zB Zuckerrüben, Palmöl, Kakao, Soja, …) angebaut. Kurzfristig werden die riesigen Flächen für „Flex Crops“ verwendet: Das sind landwirtschaftliche Rohstoffe, die flexibel zu dem Zweck eingesetzt oder weiterverarbeitet werden können, mit dem sich gerade die größten Erlöse am Weltmarkt erzielen lassen. Dazu zählt zB Getreide, das zu Treibstoffen, Tierfutter oder Nahrungsmitteln verarbeitet werden kann. M1 Malaysia ist der zweitgrößte Palmölproduzent der Erde. Große Flächen gehören Unternehmen aus dem Ausland, viele davon aus Europa. Peru Bolivien Guatemala Lateinamerika gesamt 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % Im Besitz von 1 % der Betriebe Im Besitz der übrigen 99 % M2 Südamerika ist am stärksten von Landgrabbing betroffen. Die Grafik zeigt, wie ungleich der Besitz der landwirtschaftlichen Flächen in drei lateinamerikanischen Staaten und in Lateinamerika insgesamt verteilt ist. (Quelle: Heinrich Böll Stiftung 2024) 10 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Menschen und Natursysteme Die Entscheidung über die Verwendung treffen die Investorinnen und Investoren nach gewinnorientierten Gesichtspunkten. Das kann dazu führen, dass zB aufgrund aktuell hoher Energiepreise große Mengen an „Flex Crops“ zur Energieerzeugung genutzt werden. Sie stehen somit nicht mehr für andere Zwecke zur Verfügung, was zu einer plötzlichen Verknappung und deutlichen Verteuerung von Nahrungsmitteln führen kann. Anders als in Mitteleuropa ist der Besitz von Grund und Boden nicht in allen Ländern genau geregelt. Das nutzen Konzerne aus: Verhandlungen und der Kauf von Land finden geheim statt. Wenn die Grundstücke dann in den Besitz ausländischer Firmen übergehen, sorgen diese für klare Eigentumsverhältnisse. Die Folgen sind für die betroffenen Menschen schwerwiegend: Da auf den Flächen Menschen wohnen, werden kleinbäuerliche Familien vertrieben. Sie verlieren nicht nur ihre Wohnungen, sondern auch ihre Existenzgrundlage, von der sie seit Generationen leben: den Boden. Ihnen sind zwei sehr wichtige Menschenrechte mit einem Schlag genommen: das Recht auf Wohnung und das Recht auf Nahrung. M3 In this photo, Valmir Lima de Souza poses with a sickle on his manioc plantation at the Curua-Una region in Santarem, Para State, Brazil. The 60-year-old small farmer, who has been working on this land for 48 years, says people have tried to buy his property, telling him that he has already raised his family and deserves to take a rest. „Man, I am already resting, because I didn‘t have water and light here, and now I have water and light and I am resting in my piece of land where I‘m gonna stay. Making abundance, growing what I want to plant,“ says Souza. sickle: dt. Sichel; manioc: dt. Maniok, eine Wurzelknolle, die in den Tropen als wichtiges Grundnahrungsmittel gilt; property: dt. Besitz; deserves: dt. verdient; abundance: dt. Überfluss M4 Wirkungsgefüge „Landgrabbing“ Preisanstieg für landwirtschaftlich nutzbare Fläche (Wertzuwachs der Flächen) Hoffnung auf hohe Gewinne Preisanstieg für landwirtschaftliche Produkte Investorinnen und Investoren kaufen große Landflächen Neue Eigentumsrechte Verlust der Existenzgrundlage Bäuerinnen und Bauern verlieren ihr Nutzungsrecht Hohe Gewinne Anbau von „Cash Crops“ und „Flex Crops“ 1 Im Text auf S. 10 und 11 fehlen Zwischenüberschriften. Trage sie auf den Leerzeilen ein. (UK, II) 2 In Malaysia (M1) gibt es Menschen, die Landraub bekämpft haben. Recherchiert gemeinsam, wie es den Menschen in Serawak gelang, sich gegen Enteignungen erfolgreich zu wehren. (HK, II) 3 Write a short message dialogue on WhatsApp with Mr. De Souza (M3). Introduce yourself. Explain, what you know about him. Ask him, how his life has changed in the last years. (HK, II) 4 Im Wirkungsgefüge M4 fehlen drei Pfeile. Lies den Text und ergänze sie an der richtigen Stelle. (UK, III) O AH S. 5 11 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Ressource Sand: Kann es davon zu wenig geben? Wenn man die Redewendung „wie Sand am Meer“ verwendet, meint man, dass es von einem Gut eine ungeheure Menge gibt. Auf den ersten Blick scheint es auf der Erde unendlich viel Sand zu geben. Wie Sonne, Wind oder Wasser scheint Sand zu den sogenannten unendlichen Ressourcen zu zählen. Sand ist einer der wichtigsten Rohstoffe der Welt. Er ist in Gebäuden, Fenstern, Smartphones und sogar in Zahnpasta enthalten. Diese Ressource ist also für den Menschen unverzichtbar. Doch Sand ist nicht gleich Sand: Manche Sande bestehen fast ausschließlich aus Quarz. Aus ihnen produziert man Glas. Für den Bau von Straßen, Häusern und Büros wird hingegen Bausand benötigt. Dieser besteht aus kantigen Körnern unterschiedlicher Mineralien und findet in sehr großen Mengen Verwendung. Der Bedarf an Sand ist in wohlhabenden Staaten besonders hoch: China hat zwischen 2015 und 2019 so viel Sand und Kies verbraucht wie die Vereinigten Staaten in mehr als 100 Jahren. Eine Möglichkeit, der drohenden Sandknappheit zu begegnen, ist „Urban Mining“, die Wiederverwertung von Materialien aus Bauwerken und Straßen (AH S. 6). M3 So viel Sand wird für den Bau von Gebäuden und Straßen benötigt (Beispiele) die endliche und die unendliche Ressource: Endliche (nicht erneuerbare) Ressourcen sind Naturgüter, die nach ihrer Verwendung nicht mehr zur Verfügung stehen (zB fossile Brennstoffe). Unendliche (erneuerbare) Ressourcen sind nicht wirklich in unendlicher Menge vorhanden, können aber innerhalb planbarer Zeit nachwachsen. Bei nachhaltiger Bewirtschaftung stehen sie somit unendlich lange zur Verfügung. Neben Wasser, Boden und sauberer Luft zählen viele landwirtschaftliche Produkte zu den erneuerbaren Ressourcen. M2 Erneuerbare und nicht erneuerbare Ressourcen 10 Beispiele für nicht erneuerbare Ressourcen Rohöl Erdgas Uran Marmor Gold/Silber Seltene Erden Diamanten Stahl Phosphat fossiles Wasser Erneuerbare Energien Windenergie Sonnenenergie Erdwärme Bioenergie Wasserkraft M1 links: Mega-Boomtown Dubai (Vereinigte Arabische Emirate); rechts: Inselaufschüttung Pulau Tekong in Singapur, dem Staat mit dem größten Pro-Kopf-Verbrauch an Sand 12 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Menschen und Natursysteme Methodenseite: Faktencheck step by step Stellt euch vor, ihr arbeitet in der Nachrichtenredaktion einer Zeitung. Das Redaktionsteam hat die Aufgabe, die oben zitierte Aussage zu beurteilen. Wie überprüft man Fakten Schritt für Schritt? CHECK: Herkunft bestimmen Woher stammt die Aussage? Handelt sich um einen Zeitungsartikel, einen Tweet, eine Infografik, eine persönliche Meinung, einen Kommentar oder eine Karikatur? Handelt es sich um eine wissenschaftliche Quelle? RE-CHECK: Inhalt überprüfen Überprüft alle Teile der Aussage. Seriöse Quellen helfen euch dabei. (siehe Infobox am Ende der Seite) DOUBLE-CHECK: Darstellung und Ton der Aussage • Ist die Aussage sachlich dargestellt? • Ist die Aussage provokant, ungenau oder übertrieben? • Wird mit der Aussage nur eine Seite beleuchtet? „20 % der Erdoberfläche sind Wüsten. Ihre Fläche nimmt zu. Daher ist die Zukunft der Ressource Sand gesichert.“ Diese Aussage aus einem Schülerreferat klingt auf den ersten Blick plausibel. Aber stimmt sie auch? Ein Faktencheck soll Klarheit schaffen. M4 Flug über die Mojave-Wüste im Westen der USA. So formulierst du: eigene These: Die Aussage „Ein Fünftel der Erdoberfläche sind Wüsten. Ihre Fläche nimmt zu. Daher ist die Zukunft der Ressource Sand gesichert.“ enthält unwahre Behauptungen. richtige Aussagen benennen: „Korrekt wurde allerdings dargestellt, dass ein Fünftel der Erdoberfläche Wüsten sind und ihre Fläche zunimmt.“ falsche Aussagen aufdecken und richtigstellen: „Obwohl Wüsten große Mengen an Sand enthalten, ist dieser Sand meist nicht für industrielle Zwecke geeignet. Wüstensand ist in der Regel zu fein und zu glatt, um in der Bauindustrie verwendet zu werden. Bausand benötigt gröbere und kantigere Körner.“ Die Behauptung hat sich als unwahr herausgestellt. M6 Formulierung eines Faktenchecks Infobox: Wer bietet seriöse Informationen? (Auswahl) • Seiten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ORF, ARD, ZDF, 3Sat, Arte, DF Deutschlandfunk, DW Deutsche Welle, SRF Schweizer Radio und Fernsehen) • Faktenchecker: Mimikarma, APA Faktenchek, dpa Faktencheck, Correctiv, ARD Faktenfinder • Qualitätsmedien: derstandard.at, diepresse.at, kurier.at, falter.at, zeit.de, faz.de, sueddeutsche.de, nzz.ch, profil. at, spiegel.de, nationalgeographic.de • öffentliche Stellen: bpb.de, politik-lernen.at M5 Auswahl von Quellen seriöser Informationen in deutscher Sprache i O AH S. 6 13 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Klima-Kippelemente – Was passiert, wenn nichts passiert? Der durch den Menschen verursachte Klimawandel betrifft den gesamten Planeten. Die hohe Ansammlung von Treibhausgasen in der Atmosphäre beeinflusst den natürlichen Treibhauseffekt: Wärmestrahlen bleiben verstärkt in der Atmosphäre und heizen die Erde auf. Die Folgen sind in vielen Teilen der Erde zu beobachten (M1). Manche davon können in Zukunft nicht mehr rückgängig gemacht werden. Und nicht nur das. Sie verstärken sich ab einem bestimmten Punkt immer mehr: Der Klimawandel schreitet dann immer schneller voran. Kippelement antarktischer Eisschild Ein Beispiel dafür ist der Eisschild, der die Antarktis bedeckt. Der antarktischer Eisschild reflektiert einen großen Teil der Sonnenstrahlung ins All. Damit trägt er dazu bei, die Erde kühl zu halten. Im Gegensatz zur Arktis schwimmen die Eismassen nicht im Meer, sondern sie liegen auf einem kontinentalen Landsockel und ragen in das Meerwasser (M5). Aufgrund des Klimawandels erwärmen sich die Ozeane rasch, und warmes Wasser schmilzt das Eis von unten ab. Die Eismassen verlieren ihren Halt auf dem Untergrund. Die Folge: Riesige Eismassen rutschen in Richtung Meer ab und bilden Eisberge (M3). Neues Eis rutscht nach. Es schmelzen immer größere Teile des Eispanzers und verwandeln sich in Meerwasser. Wenn dieser Vorgang einmal in Gang gesetzt ist, ist die Kettenreaktion nicht mehr zu stoppen. Durch Abschmelzung verkleinerte Eisflächen reflektieren weniger Licht ins All. Daher erwärmt sich das Klima und somit die Meere, auch wenn die ursprüngliche Ursache der Erwärmung gar nicht mehr gegeben ist. Diese Kettenreaktion ist nicht mehr aufzuhalten. In der Folge steigt der Meeresspiegel. Man geht aktuell von ein bis zwei Metern bis zum Jahr 2100 aus. Das hat auch Folgen für Europas Küsten. Arktischer Eisschild schmilzt Permafrostböden (Sibirien) tauen auf Permafrostböden (Kanada) tauen auf Meeresströmungen brechen zusammen Tropische Regenwälder (Amazonas) sterben ab Korallenriffe sterben ab West-Antarktischer Eisschild schmilzt Ost-Antarktischer Eisschild schmilzt Kipppunkte wahrscheinlich bei globalem Temperaturanstieg von <2° Celsius 2-4° Celsius >4° Celsius M1 Globale Kippelemente: Welche Veränderungen lassen sich bei < 2, 2–4 und > 4 Grad nicht rückgängig machen? (Quelle: ESA) der Permafrostboden: Dauerfrostböden in subpolaren und hochalpinen Regionen (siehe M5). Arktis Antarktis um den Nordpol um den Südpol gefrorenes Meer Kontinent schwimmende Eismassen Eisschild (bis zu 4 000 m dick) Rekordtemperatur: –69,6°C Rekordtemperatur: –89,2 °C Polarnacht: September bis März Polarnacht: März bis September M2 Steckbrief der Polarregionen M3 Antarktisches Eis bricht an der Wasserkante ab. (Bransfield-Straße, Nordantarktis) 14 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Menschen und Natursysteme M4 Der antarktische Eisschild schmilzt an seinen Rändern pro Jahr um bis zu sechs Meter. Globale Kippelemente Die Antarktis ist nur eines von mehreren sogenannten Kippelementen. Kippelemente haben vier wichtige Eigenschaften: • Ein System verändert sich (zB Eismassen schmelzen rasch ab.). • Die Wirkung verstärkt sich selbst („Kettenreaktion“). • Sie haben globale Auswirkungen (zB Meeresspiegelanstieg). • Sie können nicht rückgängig gemacht werden (zB Abnahme der Eismassen). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich nicht immer darüber einig, welche Phänomene sie zu den Kippelementen zählen. Sie sind sich aber darin einig, dass es durch den voranschreitenden Klimawandel zu Veränderungen kommt, die sich ohne weiteres Zutun des Menschen selbst verstärken und Kettenreaktionen auslösen (M1). Zu ihnen zählen zB: • das Abschmelzen des arktischen und antarktischen Eisschilds, • das Auftauen von Permafrostböden, • die Änderung großer Meeresströmungen, • das Abholzen des Amazonasregenwalds, • das Absterben riesiger Korallenriffe. M6 Kipppunkt: Stift an Kante (Symbolbild) M7 Klima-Domino? M5 Auftauende Permafrostböden setzen besonders viel CO2 frei. (Sibirien, Russland) M8 Korallenriffe speichern enorme Mengen Kohlenstoffdioxod. Sind sie tot, bilden sie sich nur sehr langsam neu. 1 Erläutere, welche Veränderungen sich bei < 2° C, 2–4° C und > 4° C nicht mehr rückgängig machen lassen (M1). (OK, II) 2 Diskutiert, ob die Begriffe Kipppunkte / Kippelemente (M6) und Klima-Domino (M7) geeignet sind, um die Wirkung von Umweltveränderungen zu beschreiben. (UK, II) 3 Recherchiere auf der Website coastal.climatecentral.org die Folgen eines Meeresspiegelanstiegs um einen Meter: Welche Staaten wären davon besonders betroffen? (HK, I) O AH S. 7 15 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Artensterben hausgemacht: ausgesummt und ausgekrabbelt? Der Wald als sicherer Lebensraum für Insekten Wälder weisen eine hohe Biodiversität auf. Rund 80 % aller an Land lebenden Tierarten finden im Wald einen sicheren Lebensraum. Vielfältige Baumarten bieten Insekten Nahrung. Die bodennahe Strauch- und Krautschicht ermöglicht den Tieren Licht zwischen dichten Bäumen. Auch in Moosen und Flechten tummeln sich unterschiedliche Tiere. Altes Holz bindet Kohlenstoff und hält Wasser zurück. Baumschwämme (Pilze, die sich von Holz ernähren) und Totholz sind ein idealer Lebensraum für Insekten. Sie bieten Schutz und einen Überfluss an Nahrung zugleich. Ein abwechslungsreicher Waldrand dient den Insekten als Paarungsfläche. Intensive Landwirtschaft als Insekten-Killer Wälder weltweit werden für landwirtschaftliche Nutzflächen (Viehweiden, Wiesen, Ackerflächen) gerodet. Etwa ein Drittel der globalen Landfläche ist von Agrarflächen bedeckt: Davon entfallen 1,5 % auf die ökologische Landwirtschaft. Österreich liegt mit 27,5 % Bio-Anbaufläche (2022) weltweit auf dem zweiten Platz. Erd- und Graswege Trockene Kuppen, feuchte Senken Verwendung von Dünger und Pestiziden Viele Insektenarten in Wiesen und Äckern Keine Unebenheiten durch Landtechnik größere Felder M4 Ackerflächen aus der Sicht von Insekten mit extensiver (links) und intensiver Nutzung die Biodiversität: Vielfalt der biologischen Arten von Tieren und Pflanzen in einem bestimmten Gebiet; Artenvielfalt M2 Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal M3 Das UNESCO-Weltnaturerbe Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal ist ein naturbelassener Lebensraum. In diesem Gebiet liegt der Rothwald, der größte Urwald der Alpen und der letzte Urwaldrest Mitteleuropas. Der Wald wurde seit der letzten Eiszeit nie forstwirtschaftlich genutzt. Die Pflanzen- und Tierwelt (Flora und Fauna) konnten sich dort über tausende Jahre ungestört entwickeln. Zum Schutz darf der Wald nur während Führungen erkundet werden. Nur sehr wenige Forscherinnen und Forscher betreten jährlich dieses besondere Ökosystem. Insekten haben sechs Beine. Ihr Körper besteht aus drei Teilen (Kopf, Brust, Hinterleib). Ungefähr 70 % aller Tiere weltweit sind Insekten. In den Tropen findet man die größte Vielfalt an Insekten. In Österreich leben 54 000 Tierarten, davon sind 40 000 Insekten, das sind rund 74 % aller Tierarten. Insekten bestäuben Pflanzen und sorgen dafür, dass diese sich vermehren können oder Früchte bringen. Insekten sind natürliche Schädlingsbekämpfer, sogenannte Nützlinge. Insekten sind die Nahrung anderer Tiere, etwa von Vögeln, Amphibien oder Fischen. Außerdem sind sie Gestalter des Bodens. Sie erhalten die Bodenfruchtbarkeit, indem sie organische Substanz (abgestorbene Tiere und Pflanzen) fressen und fruchtbares Material ausscheiden. M1 Kleine Tiere, großer Nutzen 16 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Menschen und Natursysteme Insekten unter dem Einfluss der Menschen Der Pestizid-Teufelskreis M6 Pestizid-Teufelskreis Besonders gefährdet sind Arten, die an feuchte Lebensräume wie Fließgewässer, Quellen oder Moore gebunden sind. Schadstoffeinträge durch Abwässer sowie Gewässerverbauungen und der damit einhergehende Lebensraumverlust sind dafür ausschlaggebend. (nach: derstandard.at, abgerufen am 7.10.2024) M7 Das große Insektensterben der Pollen: Blütenstaub, der von Pflanzen gebildet wird und der Fortpflanzung dient Pestizide werden eingesetzt. Auswirkungen auf die Biodiversität Pestizide werden eingesetzt, um Monokulturen vor Schädlingen zu schützen, zB Unkraut. Damit das neue Pestizid der Pflanze nicht schadet, wird diese erneut durch Forscherinnen und Forscher verändert.. Neue Pestizide müssen her, um die Monokultur (Soja, Mais, Weizen) weiterhin gut zu schützen. Mit der Zeit passt sich das Unkraut an und wird von den Pestiziden nicht mehr so stark abgetötet. Soja, Mais, Weizen & Co. werden durch die Chemikalien ebenfalls angegriffen. DER PESTIZIDTEUFELSKREIS Forscherinnen und Forscher schaffen es, die Sojapflanzen so zu verändern, dass sie widerstandsfähig gegen die Pestizide sind. 1 2 3 4 5 6 7 1 Beschreibe die Bedeutung von Insekten für den Menschen. (UK, I) 2 Beschreibe mit Hilfe des Textes und M4 den idealen Lebensraum von Insekten. (UK, I) 3 Gestalte ein Infoblatt für deine Schulzeitung mit dem Titel „Insekten schützen für eine vielfältige Lebensmittelversorgung“. Verwende auf deinem Infoblatt Inhalte dieser Doppelseite. Recherchiere ergänzend im Internet. (HK, III) 4 Erläutere den Pestizid-Teufelskreis (M6) in deinen eigenen Worten. Verwende in deiner Erläuterung den Begriff „Biodiversität“. (OK, II) 5 Nimm mit Hilfe des Pestizid-Teufelskreises (M6) zu der folgenden Aussage Stellung: „Monokulturen beschleunigen das Insektensterben“. (UK, II) 6 Untersuche, ob es an deinem Schulort Flächen gibt, die einen guten Lebensraum für Insekten darstellen. Begründe deine Aussage. (UK III) O AH S. 8, S. 9 Klimawandel Pflanzen treiben früher aus und blühen früher. Passiert das, bevor Insekten im Frühjahr schlüpfen, finden diese weniger Nahrung. Insekten wie die Wildbiene sind auf bestimmte Pollen angewiesen. Gibt es gewisse Pflanzen aufgrund des Klimawandels nicht mehr, stirbt auch die Wildbiene. Landwirtschaft Monokulturen und überdüngte Flächen sind tödlich für Insekten. Denn Insekten brauchen eine vielfältige und nährstoffarme Umgebung. Immer mehr Düngemittel und Abgase in der Umwelt nehmen den Insekten ihren Lebensraum (M4). Unkrautbekämpfungsmittel (Herbizide) nehmen den Insekten zunehmend die Vielfalt der Pflanzen. Lichtverschmutzung Europa wird nicht mehr dunkel. Künstliches Licht stört den Tag-NachtRhythmus der Insekten. Straßenlaternen, Leuchtreklamen und Co. täuschen den Tieren außerdem längere Tage vor. Sie können den Ablauf der Jahreszeiten so nicht mehr nachvollziehen. Falter-Larven überspringen den Schritt der Verpuppung im Herbst, schlüpfen sofort und sterben an den kalten Temperaturen. M5 Drei Beispiele für den Einfluss des Menschen auf Insekten 17 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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