global 4. Geographie und wirtschaftliche Bildung, Schulbuch [Teildruck]

Landgrabbing – der Boden als Ware Landnahme – Landraub – Landgrapscherei? Der Begriff „Landgrabbing“ kennt keine genaue Übersetzung ins Deutsche. Er bezeichnet den Kauf oder die Pacht riesiger landwirtschaftlicher Flächen im Ausland. Die Summen sind so hoch, dass sie zumeist nur von großen Konzernen bezahlt werden können. Sie werden „Investorinnen und Investoren“ genannt, weil sie Geld investieren, um in kurzer Zeit einen möglichst großen Profit zu erwirtschaften. Ihre Triebfeder ist die Aussicht auf wirtschaftlichen Profit: Weil die Preise für landwirtschaftlich nutzbare Flächen und für landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide und Fleisch in den vergangenen Jahren enorm gestiegen sind, versprechen sich die Investorinnen und Investoren ein großes Geschäft. Die Flächen werden unterschiedlich bewirtschaftet. Es werden Futtermittel oder „Cash Crops“ für den Export (zB Zuckerrüben, Palmöl, Kakao, Soja, …) angebaut. Kurzfristig werden die riesigen Flächen für „Flex Crops“ verwendet: Das sind landwirtschaftliche Rohstoffe, die flexibel zu dem Zweck eingesetzt oder weiterverarbeitet werden können, mit dem sich gerade die größten Erlöse am Weltmarkt erzielen lassen. Dazu zählt zB Getreide, das zu Treibstoffen, Tierfutter oder Nahrungsmitteln verarbeitet werden kann. M1 Malaysia ist der zweitgrößte Palmölproduzent der Erde. Große Flächen gehören Unternehmen aus dem Ausland, viele davon aus Europa. Peru Bolivien Guatemala Lateinamerika gesamt 0 % 20 % 40 % 60 % 80 % 100 % Im Besitz von 1 % der Betriebe Im Besitz der übrigen 99 % M2 Südamerika ist am stärksten von Landgrabbing betroffen. Die Grafik zeigt, wie ungleich der Besitz der landwirtschaftlichen Flächen in drei lateinamerikanischen Staaten und in Lateinamerika insgesamt verteilt ist. (Quelle: Heinrich Böll Stiftung 2024) 10 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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