global 4. Geographie und wirtschaftliche Bildung, Schülerbuch

Entwicklungen in einer globalisierten Welt Was ist Migration? Als Migrantin oder Migrant werden Personen bezeichnet, die ihren Wohnort für eine längere Zeit (mindestens über drei Monate) an einen anderen Ort verlegen. Migration kann innerhalb eines Staates (Binnenmigration) oder über Staatsgrenzen hinweg (internationale Migration) stattfinden. Migrierende Menschen haben meist den Wunsch, mit ihrem Umzug ihre Lebensbedingungen zu verbessern (M4). Flucht als besondere Art der Migration Menschen, die flüchten, verlassen ihren Wohnort, weil sie Schutz suchen. Sie werden in ihrem Heimatland bedroht von politischer Verfolgung, Diskriminierung (zB aufgrund von Nationalität, Religion oder sexueller Orientierung), von Klima, von Menschenrechtsverletzungen, Krieg oder Unterernährung. Sie suchen Asyl (Schutz) auf dem Staatsgebiet sicherer Staaten. Die Genfer Flüchtlingskonvention (M5) sieht die Flucht vor dem Klimawandel bisher nicht als Grund für Asylrecht an. Als Grund wird angeführt, dass oft nicht ausschließlich der Klimawandel die Migration bedingt. Die Vulnerabilität ist meist in Staaten, in denen es Korruption, instabile politische Verhältnisse und kriegerische Auseinandersetzungen gibt, besonders hoch. Das Klatschen der Wellen hat Familie Medel früh aus dem Schlaf geholt. Wieder ein schwieriger Tag, auch für die Kinder. Sie sollen trotzdem zur Schule gehen. Auch die sechsjährige Jecel. Der Weg zur Schule wurde im Laufe der Jahre mehrfach erhöht. Aber das Wasser stieg weiter. Für die kleine Jecel ist das Wasser auf den letzten Meter vor der Schule zu tief. Boote kreuzen auf dem Schulhof. Ihre Mutter Jeremie kam früher noch trocken in die Schule. Sie ist heute 34 Jahre alt und hat einen kleinen Einkaufsladen in einem Obergeschoss. Das Erdgeschoss ist schon versunken. Immer öfter erreicht die Flut jetzt auch ihren Einkaufsladen. „Jeder möchte am liebsten wegziehen, aber das Problem ist: Wovon sollen wir dann leben? Die Leute hier sind Fischer. Wenn wir aufs Festland ziehen, dann wird es schwierig für uns. Wir kennen doch kein anderes Leben.“ Einige Häuser stehen schon leer. Die Menschen zogen fort – man kann sie auch Klimaflüchtlinge nennen. (Quelle: daserste.de, abgerufen am 07.10.2024) M3 Salambao, eine Insel vor Manila, geht unter; vereinfacht und gekürzt. Seit 1951 müssen europäische Aufnahmestaaten Flüchtenden Schutz gewähren und dürfen sie nicht in die Gefahr des Herkunftslandes zurückschicken. 1967 wurde der Schutz auf alle Flüchtlinge ausgeweitet. 149 Staaten haben diese Konvention unterzeichnet und bauen ihr nationales Recht auf diesem internationalen Abkommen auf. M5 Die Genfer Flüchtlingskonvention „Ökologisch-ökonomische“ Migration: Menschen verlassen rasch oder länger geplant ihren Wohnort, meist allein und um ihrer Familie Geld zu senden. „Klimakatastrophen-­ Flüchtlinge“: Menschen sind durch ein Naturereignis gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Sie kehren meist zurück, wenn die Lage es zulässt. „Permanente Klimaflüchtlinge“: Aufgrund dauerhafter Unbewohnbarkeit (Wüstenbildung, Anstieg des Meeresspiegels) verlassen Menschen ihre Heimat. (Quelle: welthungerhilfe.de, abgerufen am 07.10.2024) M4 Migration durch Umweltstress (Quelle: Brzoska und Fröhlich 2016) 1 Benenne Motive für Migration. (OK, I) 2 Erkläre, warum die Begriffe Migrantin/Migrant und Flüchtling deutlich voneinander zu unterscheiden sind. (OK, I) 3 Erkläre, inwiefern Wohlstand dazu betragen kann, dass die Vulnerabilität in Bezug auf Naturereignisse sinkt. (UK, II) 4 Recherchiere das Risiko Österreichs im aktuellen Weltrisikoindex (M2). Beurteile, weshalb das Risiko der Philippinen weitaus größer ist. (HK, III) 5 Erkläre, warum der Klimawandel nach der Genfer Flüchtlingskonvention bisher kein Asylgrund ist. (UK, II) 6 Diskutiere, wie Staaten, NGOs und internationale Organisationen Klimaflüchtlingen helfen können. (HK, III) O AH S. 44, 45 107 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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