Klima-Kippelemente – Was passiert, wenn nichts passiert? Der durch den Menschen verursachte Klimawandel betrifft den gesamten Planeten. Die hohe Ansammlung von Treibhausgasen in der Atmosphäre beeinflusst den natürlichen Treibhauseffekt: Wärmestrahlen bleiben verstärkt in der Atmosphäre und heizen die Erde auf. Die Folgen sind in vielen Teilen der Erde zu beobachten (M1). Manche davon können in Zukunft nicht mehr rückgängig gemacht werden. Und nicht nur das. Sie verstärken sich ab einem bestimmten Punkt immer mehr: Der Klimawandel schreitet dann immer schneller voran. Kippelement antarktischer Eisschild Ein Beispiel dafür ist der Eisschild, der die Antarktis bedeckt. Der antarktischer Eisschild reflektiert einen großen Teil der Sonnenstrahlung ins All. Damit trägt er dazu bei, die Erde kühl zu halten. Im Gegensatz zur Arktis schwimmen die Eismassen nicht im Meer, sondern sie liegen auf einem kontinentalen Landsockel und ragen in das Meerwasser (M5). Aufgrund des Klimawandels erwärmen sich die Ozeane rasch, und warmes Wasser schmilzt das Eis von unten ab. Die Eismassen verlieren ihren Halt auf dem Untergrund. Die Folge: Riesige Eismassen rutschen in Richtung Meer ab und bilden Eisberge (M3). Neues Eis rutscht nach. Es schmelzen immer größere Teile des Eispanzers und verwandeln sich in Meerwasser. Wenn dieser Vorgang einmal in Gang gesetzt ist, ist die Kettenreaktion nicht mehr zu stoppen. Durch Abschmelzung verkleinerte Eisflächen reflektieren weniger Licht ins All. Daher erwärmt sich das Klima und somit die Meere, auch wenn die ursprüngliche Ursache der Erwärmung gar nicht mehr gegeben ist. Diese Kettenreaktion ist nicht mehr aufzuhalten. In der Folge steigt der Meeresspiegel. Man geht aktuell von ein bis zwei Metern bis zum Jahr 2100 aus. Das hat auch Folgen für Europas Küsten. Arktischer Eisschild schmilzt Permafrostböden (Sibirien) tauen auf Permafrostböden (Kanada) tauen auf Meeresströmungen brechen zusammen Tropische Regenwälder (Amazonas) sterben ab Korallenriffe sterben ab West-Antarktischer Eisschild schmilzt Ost-Antarktischer Eisschild schmilzt Kipppunkte wahrscheinlich bei globalem Temperaturanstieg von <2° Celsius 2-4° Celsius >4° Celsius M1 Globale Kippelemente: Welche Veränderungen lassen sich bei < 2, 2–4 und > 4 Grad nicht rückgängig machen? (Quelle: ESA) der Permafrostboden: Dauerfrostböden in subpolaren und hochalpinen Regionen (siehe M5). Arktis Antarktis um den Nordpol um den Südpol gefrorenes Meer Kontinent schwimmende Eismassen Eisschild (bis zu 4 000 m dick) Rekordtemperatur: –69,6°C Rekordtemperatur: –89,2 °C Polarnacht: September bis März Polarnacht: März bis September M2 Steckbrief der Polarregionen M3 Antarktisches Eis bricht an der Wasserkante ab. (Bransfield-Straße, Nordantarktis) 14 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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