global 4. Geographie und wirtschaftliche Bildung, Schülerbuch

Artensterben: hausgemacht Der Wald als sicherer Lebensraum für Insekten Wälder weisen eine hohe Biodiversität auf. Rund 80 % aller an Land lebenden Tierarten finden im Wald einen sicheren Lebensraum. Vielfältige Baumarten bieten Insekten Nahrung. Zwischen den Bäumen gelangt Licht auf den Waldboden. Dort kann eine Strauch- und Krautschicht entstehen, die vielen Insekten Lebensraum bietet. Auch in Moosen und Flechten tummeln sich unterschiedliche Tiere. Altes Holz bindet Kohlenstoff und hält Wasser zurück. Baumschwämme (Pilze, die sich von Holz ernähren) und Totholz sind ein idealer Lebensraum für Insekten. Sie bieten Schutz und einen Überfluss an Nahrung zugleich. Ein abwechslungsreicher Waldrand dient den Insekten als Paarungsfläche. Intensive Landwirtschaft als Insekten-Killer Wälder weltweit werden für landwirtschaftliche Nutzflächen (Viehweiden, Wiesen, Ackerflächen) gerodet. Etwa ein Drittel der globalen Landfläche ist von Agrarflächen bedeckt: Davon entfallen 1,5 % auf die ökologische Landwirtschaft. Österreich liegt mit 27,5 % Bio-Anbaufläche (2022) weltweit auf dem zweiten Platz (Quelle: Statista 2022; FiBL 2021). Intensive Landwirtschaft erzielt höhere Erträge pro Fläche. Dabei werden jedoch große Mengen an Dünger und Pestiziden eingesetzt, was sich negativ auf die Biodiversität auswirkt. Extensive Landwirtschaft hingegen schont oft die Artenvielfalt, benötigt aber meist größere Flächen, um die gleiche Menge an Nahrungsmitteln zu erzeugen (eurostat). Erd- und Graswege Trockene Kuppen, feuchte Senken Verwendung von Dünger und Pestiziden Viele Insektenarten in Wiesen und Äckern Keine Unebenheiten durch Landtechnik größere Felder M5 Ackerflächen mit extensiver (links) und intensiver Nutzung die Biodiversität: Vielfalt der biologischen Arten von Tieren und Pflanzen in einem bestimmten Gebiet; Artenvielfalt M2 Totholz im Wildnisgebiet DürrensteinLassingtal M3 Moose und Flechten sind wichtige Lebensräume für Insekten M4 Das UNESCO-Weltnaturerbe Wildnisgebiet Dürrenstein-Lassingtal ist ein naturbelassener Lebensraum. In diesem Gebiet liegt der Rothwald, der größte Urwald der Alpen und der letzte Urwaldrest Mitteleuropas. Der Wald wurde seit der letzten Eiszeit nie forstwirtschaftlich genutzt. Die Pflanzen- und Tierwelt (Flora und Fauna) konnten sich dort über tausende Jahre ungestört entwickeln. Insekten haben sechs Beine. Ihr Körper besteht aus drei Teilen: Kopf, Brust und Hinterleib. Ungefähr 70 % aller Tierarten weltweit sind Insekten. In den Tropen findet man die größte Vielfalt an Insekten. In Österreich leben 54 000 Tierarten, davon sind 40 000 Insekten, das sind rund 74 % aller Tierarten. Insekten bestäuben Pflanzen und sorgen dafür, dass diese sich vermehren können oder Früchte bringen. Zudem sind Insekten natürliche Schädlingsbekämpfer, sogenannte Nützlinge. Insekten sind die Nahrung anderer Tiere, etwa von Vögeln, Amphibien oder Fischen. Außerdem sind sie Gestalter des Bodens. Sie erhalten die Bodenfruchtbarkeit, indem sie organische Substanz (abgestorbene Tiere und Pflanzen) fressen und fruchtbares Material ausscheiden. M1 Kleine Tiere, großer Nutzen (Quelle: Umweltbundesamt 2020) 16 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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