global 4. Geographie und wirtschaftliche Bildung, Schulbuch [Teildruck]

Regionalpolitik der EU Armer Osten – reicher Westen? Die Europäische Union ist eine wohlhabende Gemeinschaft. Dennoch sind die Lebensbedingungen nicht überall gleich. Sowohl zwischen den Staaten als auch innerhalb einzelner Staaten gibt es erhebliche Unterschiede – einige Regionen sind wohlhabend, während andere mit wirtschaftlichen Herausforderungen zu kämpfen haben. In Teilen Ostmittel- und Osteuropas gibt es keine gute Infrastruktur. Das hat historische, politische und wirtschaftliche Gründe. Viele Staaten in Osteuropa waren bis zum Ende des Kalten Krieges Teil des kommunistischen Ostblocks. Die wirtschaftlichen Entwicklungen waren damals schwach. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus mussten diese Staaten ab den 1990er Jahren ihr Wirtschaftssystem komplett umstellen. Der Übergang zur Marktwirtschaft war für einige Staaten schwierig und führte zu wirtschaftlichen Problemen, Arbeitslosigkeit und sozialer Unsicherheit. Auch politische Konflikte bremsten die Weiterentwicklung in diesen Staaten. Doch in den letzten Jahren haben die Staaten im Osten massiv aufgeholt. So schaut man beispielsweise bewundernd nach Estland. Dort haben fast alle Menschen schnelles Internet und kostenloses WLAN an öffentlichen Plätzen und Schulen. Auch westeuropäische Staaten wurden wohlhabender. Gute wirtschaftliche Bedingungen, technologische Fortschritte, stabile Politik, gute Bildungsmöglichkeiten und Investitionen in eine gute Infrastruktur sorgten für Erfolg. Dennoch gibt es auch hier regionale Unterschiede. M1 veranschaulicht diese nach NUTS-2-Regionen. M1 BIP pro Kopf in Prozent nach NUTS-2-Regionen (Quelle: eurostat 2025) die NUTS-Regionen: Darunter versteht man ein System, das die Europäische Union in verschiedene räumliche Ebenen unterteilt. Es gibt drei Ebenen: NUTS 1 (ganze Staaten), NUTS 2 (Regionen, zB Bundesländer) und NUTS 3 (noch kleinere Gebiete). Diese NUTSEbenen helfen dabei, Daten aus verschiedenen Regionen der EU zu vergleichen. M2 Der Pendolino, ein Hochgeschwindigkeitszug der unter anderem in Polen eingesetzt wird, ist ein Beispiel für eine gute Infrastruktur im Osten von Europa. 0 350 700 1050 km Maßstab 1:35 000 000 Staatsgrenze NUTS-2-Grenze strittige Grenze ≥ 10 500 bis 22 000 Euro ≥ 22 000 bis 27 100 Euro ≥ 27 100 bis 31 900 Euro ≥ 31 900 bis 38 100 Euro ≥ 38 100 bis 45 350 Euro ≥ 45 350 bis 93 300 Euro keine Daten BIP/Kopf pro Jahr in Kaufkraftstandards 56 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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