100 Arbeitsheftseite 57 Als Geflügel bezeichnet man Vögel, die als Nutztiere gehalten werden. Durch gezielte Züchtung sind aus dem wild lebenden Bankivahuhn (siehe BioTOP 1) etwa 180 verschiedene Hühnerrassen entstanden. Aus Amerika stammende Truthühner wurden zu größeren Haustruthühnern (Puten) gezüchtet. Aus grauen Wildgänsen entstanden weiße Hausgänse. Welche Eigenschaften haben Hühner? Hühner leben in Gruppen mit klarer Rangordnung ( B 1). Diese sogenannte Hackordnung wird durch Picken eingefordert. Durch die seitlich am Kopf gelegenen Augen können Hühner auch Feinde wahrnehmen, die sich von hinten nähern. Sie sehen auch im UV-Bereich. Hühner kommunizieren durch verschiedene Gacker-Laute miteinander. Hähne markieren durch Krähen ihr Revier. Hühner schlafen am liebsten eng aneinander gekuschelt – auf Stangen, um sicher vor Feinden am Boden zu sein. Sie „baden“ in trockener Erde oder im Sand, um sich von Ungeziefer zu befreien ( B 2). Ihre vielfältige Nahrung (Pflanzen, Körner, Würmer, Schnecken, Insekten) scharren sie mit ihren Füßen aus dem Boden. Der empfindliche Schnabel kann Größe, Härte und Temperatur des Futters erkennen. Wie wurden Hühner und Puten durch Zucht verändert? Bei der Zucht wurde entweder auf die Produktion von Eiern oder auf die rasche Bildung von Muskelmasse geachtet. Leistungsfähige Legerassen legen bis zu 300 Eier im Jahr, wenn ihnen die Eier immer wieder weggenommen werden – sonst werden sie ausgebrütet. Nach etwa 4 Jahren werden die Legehennen als Suppenhühner verkauft. Fleischrassen wie zB Brahma ( B 3) erreichen eine Körpermasse von bis zu 6 kg, das Vierfache des Bankivahuhns. Sie werden nach 4 bis 6 Wochen geschlachtet. Es gibt auch Zweinutzungsrassen, bei denen die Hennen viele Eier legen und die Hähne gemästet werden, zB Altsteirer ( B 4). Truthühner wurden ursprünglich nur 5 bis 6 kg schwer. Die Zuchtform (Puten) erreicht eine Körpermasse von bis zu 20 kg. In Österreich werden auch kleinere Bio-Puten gezüchtet. Welche Eigenschaften haben Enten und Gänse? Enten und Gänse sind gesellige Wasservögel, die ihre Nahrung entweder gründelnd aus dem Wasser tauchen oder am Ufer im Gras suchen. Wie wurden Enten und Gänse durch Zucht verändert? Alle heimischen Entenrassen stammen von der Stockente ab, Hausgänse von der Graugans. Um sie im Freien besser sehen zu können, wurden viele Rassen weiß gezüchtet. Enten und Gänse aus Mastbetrieben werden schwerer als ihre wilden Verwandten, manche Rassen setzen auch mehr Fett an. B 1 Hühner leben in Gruppen. B 2 Ein Huhn „badet“ im Sand. B 3 Eine Henne der Rasse Brahma B 4 Eine Henne der Rasse Altsteirer Zusatzmaterial v6a8fy Geflügelzucht und -haltung Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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