101 Haltung von Hühnern Die Käfighaltung ist die billigste Haltungsform. Da sie in keiner Weise artgerecht ist, wurde sie im Jahr 2012 in der EU verboten. In anderen Ländern ist sie jedoch weiterhin erlaubt. Da es keine Kennzeichnungspflicht für die Herkunft der Eier in verarbeiteten Lebensmitteln, wie zB Nudeln, gibt, kann es zu einer versteckten Einfuhr dieser billigeren „Käfigeier“ kommen, die dann in Österreich zu Lebensmitteln verarbeitet werden. Bei der Bodenhaltung werden die Hühner in einem Stall untergebracht ( B 5). Dort können sie sich frei bewegen, kommen aber nicht ins Freie. Ist der Boden des Stalls nur mit einem Drahtnetz bedeckt, kann zwar der Kot durchfallen, die Hühner können sich aber verletzen. Auch das Bedürfnis der Hühner nach Picken und Scharren kann nur erfüllt werden, wenn der Boden mit Streu bedeckt ist. Futter und Wasser werden durch Automaten bereitgestellt. Durch das Zusammenleben vieler Hühner auf engem Raum kann es zu Stress und Verletzungen kommen, Krankheiten können sich rasch ausbreiten. Die Freilandhaltung ist im Vergleich zu anderen Haltungsformen teuer und benötigt viel Platz und Personal ( B 6). Jedes Huhn sollte 10 Quadratmeter Freifläche zur Verfügung haben. Die Hühner können frei herumlaufen und an der frischen Luft scharren, picken und Sandbäder nehmen. Der Stall wird nur zum Schlafen und zur Eiablage benötigt. Hier teilen sich 9 Hennen 1 m2 Fläche. Durch die Bewegung und das selbstständige Suchen nach Futter können die Hühner artgerechter leben. Bei dieser Form der Haltung ist die Ausbreitung von Krankheiten geringer. Auch die Qualität der Eier und des Fleisches ist deutlich höher als bei anderen Haltungsformen. In Biohaltung haben die Hennen noch mehr Platz im Stall (6 Hennen pro m2) und das Futter muss aus biologischen Betrieben kommen. Haltung von Enten und Gänsen Heute überwiegt bei der Enten- und Gänsehaltung die nicht artgerechte Mast. Hier werden die Tiere im Stall oft auf zu engem Raum aufgezogen, bevor sie geschlachtet werden. Früher waren Gänse auf fast jedem Bauernhof in Freilandhaltung zu finden ( B 7). Weidegänse dürfen täglich aus dem Stall auf die Weide. Neben Gras bekommen sie zumeist Getreide wie Gerste und Hafer. Sie erreichen nach etwa 28 Wochen ein Gewicht von 3,5 bis 4,5 kg und werden dann geschlachtet. B 5 Bodenhaltung von Hühnern auf Streuboden B 6 Die Freilandhaltung von Hühnern ist artgerecht. Zusammenfassung Das Haushuhn stammt von Bankivahuhn ab, heimische Hausentenrassen von der Stockente, die Hausgans von der Graugans. Hühner sind gesellig, scharren ihr Futter aus der Erde und baden im Sand, um Ungeziefer loszuwerden. Enten und Gänse sind Wasservögel, die ihre Nahrung aus dem Wasser tauchen oder im Gras suchen. B 7 Weidegänse in Freilandhaltung 1 Schätzt die Anzahl der Masthühner, Legehennen und gelegten Eier in Österreich aus dem Vorjahr. Recherchiert dann die aktuellen Zahlen. Wer konnte am besten schätzen? 2 Begründe, wie eine so große Anzahl an Hühnern gehalten werden kann. 3 Nenne zwei Argumente für biologische Hühnerhaltung. Mach mit ZL au nd i ewsier tms c Bh au fcth Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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