BioTOP 4, Schulbuch

102 Arbeitsheftseite 56 Milch Durchschnittlich werden pro Jahr und Person in Österreich etwa 80 l Milch verbraucht. Milchkühe werden zweimal täglich gemolken ( B 1), dann wird die Milch gekühlt. Sie wird entweder in landwirtschaftlichen Betrieben weiterverarbeitet oder von einem Milchtankwagen abgeholt und in eine Molkerei gebracht ( B 2). Dort werden zum Beispiel Joghurt, Kefir, Butter, Schlagobers (Sahne), Sauerrahm und Käse hergestellt ( B 3). Kuhmilch enthält neben Milchfett, Milcheiweiß und Milchzucker auch Mineralstoffe und Vitamine. Ziegenmilch ist für Menschen, die das Eiweiß in Kuhmilch nicht vertragen, gut geeignet. Schafmilch hat einen höheren Fett- und Eiweißanteil als Kuhmilch. Auch sie ist für Menschen mit Kuhmilchunverträglichkeit gut geeignet. Fleisch Unter Fleisch versteht man die Skelettmuskulatur eines Nutztieres. Für die Schlachtung im Schlachthof ist ein Transport der Tiere nötig. Dieser Transport mit dem damit verbundenen Stress, Durst und unter Umständen auch der Hitze belastet die Tiere außerordentlich. Doch leider werden Nutztiere oft nur als Ware und nicht als fühlende Lebewesen gesehen. Ihre Stresshormone nehmen wir mit dem Fleisch auf. Nach dem österreichischen Tierschutzgesetz darf der Transport innerhalb Österreichs nicht länger als 4 ½ Stunden dauern und nur im Ausnahmefall auf 8 Stunden ausgedehnt werden. Das Fleisch wird in Österreich einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen. Bei der Schlachtung in Schlachthöfen wird das Fleisch durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt begutachtet. Es erfolgt eine Untersuchung auf Krankheitserreger sowie chemische und radioaktive Stoffe, die auf die Gabe von Medikamenten oder auf Bestrahlung hinweisen. Bakterien wie Salmonellen und Larven von Band- und Fadenwürmern dürfen nicht im Fleisch enthalten sein. Trichinen leben im Fleisch in einer Kapsel eingeschlossen ( B 4). Werden sie von Menschen gegessen, entwickeln sie sich im menschlichen Darm zu Fadenwürmern. Manchmal werden bei der Untersuchung Reste von Beruhigungsmitteln gefunden. Diese wurden den Tieren gegeben, um ihre Aggressionen, die bei der Intensivhaltung entstehen, zu dämpfen. Es wird auch genau kontrolliert, ob Hormone im Fleisch vorhanden sind. In der Massentierhaltung werden diese Stoffe eingesetzt, damit die Tiere schneller wachsen. In Österreich ist der Hormoneinsatz in der Tiermast streng verboten, denn diese Stoffe können negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Durchschnittlich isst jede in Österreich lebende Person 58 kg Fleisch im Jahr. 11 kg davon entfallen auf Rind- und Kalbfleisch. Rindfleisch ist deutlich teurer als Hühner- oder Schweinefleisch, denn die Kosten für die Produktion von Rindfleisch sind höher. Für Kalbfleisch werden Kälber schon nach 6–8 Monaten getötet. Ein Jungrind ist nicht älter als 1 Jahr. B 1 Melken mit der Melkmaschine B 2 Die gekühlte Milch wird abgeholt und zur Molkerei transportiert. B 3 Aus Milch werden viele weitere Nahrungsmittel erzeugt. B 4 Die Larven von Fadenwürmern (Trichinen) im Schweinefleisch. Tierische Nahrungsmittel Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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