BioTOP 4, Schulbuch

11 Wie arbeiten die Hormondrüsen? Die Steuerung der Hormondrüsen erfolgt durch eine übergeordnete Drüse: die Hypophyse, auch Hirnanhangdrüse genannt. Sie schüttet ihrerseits Hormone aus, die für die Steuerung der meisten anderen Drüsen benötigt werden. Somit ist die Hypophyse die Schnittstelle zwischen dem Gehirn und anderen Hormondrüsen, also dem Nerven- und dem Hormonsystem. Gesteuert wird die Hypophyse vom Hypothalamus, einem Abschnitt des Zwischenhirns ( B 2 auf Seite 6). Die Hypophyse bildet zB Hormone, die die Eierstöcke und Hoden zur Bildung der Geschlechtshormone anregt. Östrogene und andere weibliche Geschlechtshormone (siehe Seite 31) werden in den Eierstöcken gebildet. Testosteron ist das männliche Geschlechtshormon (siehe Seite 32) und wird hauptsächlich in den Hoden produziert. Es gibt jedoch keine ausschließlich weiblichen und männlichen Hormone. So werden in den Eierstöcken geringe Mengen von Testosteron gebildet und in den Hoden auch Östrogene. Die Schilddrüse ist die größte Hormondrüse des Körpers ( B 2). Das gebildete Hormon Thyroxin beeinflusst den Stoffwechsel, indem es zB die Verbrennung aufgenommener Nährstoffe beschleunigt. Eine Schilddrüsenunterfunktion verursacht Antriebslosigkeit und Gewichtszunahme. Bei der Schilddrüsenüberfunktion ist der Stoffwechsel beschleunigt und der Blutdruck erhöht. Die Bauchspeicheldrüse bildet zwei Hormone, die den Blutzuckerspiegel beeinflussen: Insulin und Glucagon. Diese Hormone sind Gegenspieler und halten den Blutzuckerspiegel etwa auf gleichbleibender Höhe. Nach Mahlzeiten steigt der Blutzuckerspiegel kurzfristig an. Dann wird Insulin freigesetzt. Dieses führt wieder zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels ( B 4). Beim Sport sinkt der Blutzuckerspiegel. Glucagon und auch das Hormon Adrenalin bewirken, dass der Blutzuckerspiegel wieder ansteigt. Der normale Blutzuckergehalt liegt bei 75–110 mg Glucose/100 ml Blut. Liegt der Blutzuckerspiegel dauerhaft über einem Wert von 125 mg/ 100 ml Blut, spricht man von Diabetes (Zuckerkrankheit). Dabei unterscheidet man zwischen Diabetes Typ 1 und Typ 2. Typ 1 ist eine Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse vom Immunsystem angegriffen wird. Dadurch kann sie kein Insulin mehr produzieren. Diabetes Typ 2 entsteht meist durch eine langfristig ungesunde Lebensweise (zB Übergewicht und Bewegungsmangel). Die Zellen reagieren weniger empfindlich auf Insulin und man muss es bei ausgeprägtem Diabetes durch Spritzen zuführen. Soll-Wert: 75–120 mg/100 ml Blut zu hoher Blutzuckerspiegel zu niedriger Blutzuckerspiegel Bauchspeicheldrüse Insulinausschüttung Bauchspeicheldrüse Glucagonausschüttung B 4 Insulin und Glucagon werden in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Zusammenfassung Hormone sind Botenstoffe, mit deren Hilfe viele Vorgänge im Körper geregelt werden. Sie werden in Drüsen, zB der Schilddrüse oder der Bauchspeicheldrüse, gebildet. Gesteuert werden sie von der Hypophyse. 1 Recherchiere neben Insulin weitere Hormone, die in der Medizin eingesetzt werden. Stelle deine Ergebnisse in einer Präsentation dar. 2 Analysiere die Tabelle in B 3 und entwickle Hypothesen zu den Folgen, wenn eines dieser Hormone nicht oder zu wenig gebildet wird. 3 In einem Online-Forum wird über Doping im Sport diskutiert. Darunter versteht man bestimmte Hormone, wie Erythropoetin (EPO), die zur Leistungssteigerung eingesetzt werden. Verfasse einen Kommentar, in dem du deine Meinung zu Doping darstellst. Mach mit ZMuednisecshe m B u c h Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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