BioTOP 4, Schulbuch

12 Arbeitsheftseite 6 Das Nerven- und das Hormonsystem arbeiten eng zusammen, um Informationen zu übertragen und den Körper zu steuern. Beide Systeme erfüllen unterschiedliche Funktionen und ergänzen einander dadurch. Sie sorgen gemeinsam dafür, dass der Körper im Gleichgewicht bleibt, zB bei der Regulation der Körpertemperatur oder bei Stress. Nerven- und Hormonsystem im Vergleich Das Nervensystem arbeitet schnell und gezielt. Die Reize werden durch Sinneszellen erkannt und die Information durch elektrische Impulse und chemische Substanzen (Neurotransmitter, siehe B 1 auf Seite 8) in Millisekunden an das Gehirn weitergeleitet. Das Gehirn steuert gezielt bestimmte Organe oder Muskeln an, die auf die Reize reagieren. Die Weitergabe der Information erfolgt nicht nur elektrisch, sondern an den Synapsen auch chemisch. Das Hormonsystem reagiert hingegen langsam, wirkt aber langfristig. Es ist mit einem chemischen Nachrichtensystem vergleichbar, bei dem die Botenstoffe von den Hormondrüsen über das Blut und die Lymphe im ganzen Körper verteilt werden. Da die Hormone erst gebildet und verteilt werden müssen, ist die Informationsweiterleitung im Hormonsystem deutlich langsamer als im Nervensystem. Von der Hormonausschüttung bis zu ihrer Wirkung können einige Sekunden bis Stunden oder sogar Tage vergehen. Die Wirkung hält aber meist länger an. Außerdem können Hormone auf viele Zellen gleichzeitig wirken, wenn deren Oberfläche zu den Hormonen passt (Zielzelle). Wo ist die Schnittstelle zwischen den beiden Systemen? Damit das Nerven- und Hormonsystem zusammenarbeiten können, benötigt es eine Schnittstelle (eine Verbindung zwischen den beiden Systemen). Das ist der Hypothalamus im Zwischenhirn ( B 1). Der Hypothalamus empfängt Informationen vom Nervensystem und gibt sie an die Hypophyse weiter. Das passiert chemisch über bestimmte Hormone, die die Hypophyse zur Bildung ihrer Hormone anregt. Daher nennt man diese Hormone auch Releasing-Hormone (vom englischen Wort release, hier Freisetzung oder Abgabe). Zusammenarbeit bei Stressreaktionen Eine für den Körper herausfordernde Situation nennt man Stress (englisch Druck oder Anspannung). Der Ablauf einer Stressreaktion zeigt, wie das Nerven- und Hormonsystem zusammenarbeiten ( B 2). Wenn du beispielweise über etwas stolperst, ist das eine kurzfristige Stressreaktion für deinen Körper ( B 3). Die Gefahr wird von den Sinnesorganen erkannt. Das Innenohr meldet fehlendes Gleichgewicht, die Augen die Stolperfalle. Du erschrickst. Diese Informationen gelangen zum Hypothalamus, der das unwillkürliche (vegetative) Nervensystem aktiviert. Es kommt zu einer Sofortreaktion: Der Herzschlag steigt, die Pupillen weiten sich. B 1 MRT-Aufnahme eines Gehirns im Querschnitt – rote Markierung: Hypothalamus Reiz: Gefahr Gehirn Hypothalamus Bewegungszentrum Kleinhirn Gehirn Hypophyse Sinnesorgane/ peripheres Nervensystem Releasing- Hormone Hormonsystem Adrenalin, Cortisol Unwillkürliches Nervensystem Sofortreaktion B 2 Vereinfachter Ablauf einer Stressreaktion B 3 Unerwartetes, wie ein Stolpern, löst im Körper Stressreaktionen aus. Zusammenarbeit des Nerven- und Hormonsystems Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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