13 Das Kleinhirn und das Bewegungszentrum im Großhirn senden Impulse an die Muskeln, damit wir nicht fallen. Gleichzeitig aktiviert der Hypothalamus die Hypophyse. Diese wiederum bildet Hormone, die die Nebennieren anregen. Dort werden die Hormone Adrenalin und später Cortisol gebildet. Diese verstärken die Wirkung auf das unwillkürliche Nervensystem und der Körper bleibt länger in Alarmbereitschaft. Gesundheitlich bedenklich ist es für den Körper dann, wenn wir dauerhaft Stress ausgesetzt sind (siehe Seite 14). Zusammenarbeit beim Schlaf-Wach-Rhythmus Als Schlaf-Wach-Rhythmus bezeichnet man den Wechsel zwischen Schlafen und Wachsein, meist im Verlauf von 24 Stunden. Die Steuerung funktioniert nur durch die Zusammenarbeit von Nerven- und Hormonsystem. Licht und Dunkelheit beeinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus. Wahrgenommen wird diese Information vom Auge, sie wird über den Sehnerv zum Hypothalamus geleitet ( B 4). Der Hypothalamus befindet sich direkt hinter der Sehnervenkreuzung. Dadurch können die Nervenzellen des Hypothalamus mit vielen Synapsen direkt mit den Sehnerven verknüpft sein. So erhält der Hypothalamus direkt die Informationen zum Lichteinfall. Wenn es dunkel ist, leitet er Impulse an die Zirbeldrüse. Sie schüttet bei Dunkelheit das Hormon Melatonin aus. Melatonin bewirkt Müdigkeit und signalisiert dem Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist. Die Produktion von Melatonin wird bei Lichteinfall gestoppt und man wird wieder wach. Melatonin beeinflusst nicht nur, ob und wann wir müde werden. Auch Körpertemperatur, Herzschlag und Blutdruck folgen dem Rhythmus. Daher ist man am Morgen oft leistungsfähiger als am Abend. Wenn der Schlaf beeinträchtigt ist, kann es zu Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus kommen. Symptome sind zunächst Müdigkeit, Erschöpfung und Anfälligkeit für Infekte wie Erkältungen. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen werden verstärkt. Langfristig bedeuten Schlafprobleme Stress für unseren Körper. Sie bewirken ein höheres Risiko für zB Übergewicht, Diabetes und Erkrankungen des Nervensystems, bei denen Nervenzellen teilweise zerstört werden. Viel Schlaf hält unseren Körper gesund. Idealerweise schläft man 8 bis 10 Stunden pro Nacht und achtet auf eine ruhige, dunkle Schlafumgebung. Schichtdienst, wie er in einigen Berufen üblich ist, schadet dem Schlaf-Wach-Rhythmus und damit langfristig der Gesundheit. Hypothalamus Sehnerven Zirbeldrüse Hypophyse Sehnervenkreuzung B 4 Teile des Nerven- und Hormonsystems zur Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus Zusammenfassung Das Nerven- und das Hormonsystem arbeiten zur Steuerung des Körpers zusammen. Der Hypothalamus verbindet die beiden Systeme. Das Nervensystem reagiert meist schneller, während das Hormonsystem langfristig aktiv ist, zB bei Stressreaktionen. Um einen gesunden Schlaf zu ermöglichen, sollte man Schlafhygiene betreiben. Neben einer ruhigen Schlafumgebung gehört der Verzicht auf koffeinhaltige Nahrung und auf helles Licht in den Stunden vor dem Schlaf dazu. Schlafschwierigkeiten können in anstrengenden Lebensphasen gelegentlich vorkommen. Wenn du aber länger Schlafstörungen hast, solltest du eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Weißt du … 1 Erstelle eine Vergleichstabelle, in der du mindestens drei Unterschiede zwischen dem Nerven- und Hormonsystem gegenüberstellst. 2 Schichtdienst ist in vielen Berufen selbstverständlich. Diskutiere mögliche Auswirkungen auf den Körper. 3 Formuliere eine Vermutung, wie sich die SmartphoneNutzung vor dem Schlafengehen auf den Schlaf auswirken könnte. Plane ein kleines Experiment (zB eine Woche lang Bildschirmzeit und Schlafdauer dokumentieren), werte die Ergebnisse aus und vergleiche sie mit Informationen aus einer Internetrecherche (Stichwort: „blaues Licht“). Mach mit ZMuednisecshe m B u c h Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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