BioTOP 4, Schulbuch

15 Außerdem wird ein Hormon ausgeschüttet, das kurzfristig ein Gefühl von Entspannung oder Zufriedenheit auslösen kann. Dadurch macht Nikotin sehr schnell abhängig. Langfristig kann Nikotin Angstzustände und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. In Österreich sind Produkte mit Nikotin, einschließlich E-Zigaretten und Nikotinbeuteln mit und ohne Tabak, unter 18 Jahren verboten. Andere Drogen wirken halluzinogen (zB LSD, Ecstasy). Sie verändern die Wahrnehmung und können Wahnvorstellungen verursachen. Manche Substanzen, wie Alkohol und Beruhigungsmittel, verlangsamen hingegen die Aktivität des Nervensystems. Die Folge sind Entspannung und geringere Hemmungen. Alkohol ist eine der am häufigsten missbrauchten legalen Drogen. Eine Überdosierung von Alkohol führt kurzfristig zu einer gestörten Kommunikation zwischen Nervenzellen. Wahrnehmung und Bewegungsabläufe sind stark beeinträchtigt. Alkohol stört außerdem die Freisetzung von Hormonen aus der Hypophyse. Drogenkonsum ist oft von außen erkennbar, zB in Form von glasigen Augen, Veränderung der Pupillen oder plötzlichem Gewichtsverlust. Das Sprechen kann verlangsamt und verwaschen sein. Je nach Art der Droge kann der längerfristige Konsum zu Nierenversagen, Gehirnschäden, Leberproblemen, Zahnausfall sowie zu Herz-Kreislauf-­ Problemen bis hin zum Herzstillstand führen. Viele Substanzen machen abhängig (süchtig). Sucht ist eine Erkrankung des Nervensystems. Man ist abhängig von etwas, verliert die Kontrolle darüber, obwohl man sich der negativen Folgen bewusst ist. Neben Drogen kann man auch von bestimmtem Verhalten und den auslösenden Gefühlen abhängig werden (zB Handysucht, Spielsucht, Kaufsucht). Suchterkrankungen sind behandelbar. Es gibt Beratungsstellen und Therapiemöglichkeiten ( B 3). Wie trifft man gesunde Entscheidungen? Gerade Jugendliche sind besonders durch Drogenkonsum gefährdet, da das Gehirn noch nicht vollständig ausgereift ist und langfristig geschädigt werden kann. Außerdem ist ein bestimmter Bereich im Großhirn, der bei Planung und Entscheidungen eine große Rolle spielt, bei vielen jungen Menschen noch nicht vollständig entwickelt. Damit ist das Risiko für falsche Entscheidungen erhöht. Umso wichtiger ist das Wissen über die Auswirkungen von Drogen, um gesunde Entscheidungen zu treffen. Bei Problemen und Stress gibt es gesunde Wege, damit umzugehen. Such dir vertrauenswürdige Personen, die dich unterstützen (siehe Erste-Hilfe-Kasten). B 2 Alkohol, Nikotin und Koffein sind legal, haben aber eine starke Wirkung auf das Nerven- und Hormonsystem. B 3 Gesprächstherapie kann bei vielen psychischen Problemen helfen. Zusammenfassung Überreizung und Stress sind eine Belastung für das Nervensystem. Bei dauerhaftem negativen Stress drohen gesundheitliche Schäden. Drogen greifen stark in das Nerven- und Hormonsystem ein und haben ein hohes Suchtrisiko. 1 Überlege, welche Folgen ein dauerhaft hoher Cortisolspiegel haben könnte. Recherchiere dazu Infos, vergleiche sie mit deiner Vermutung und stelle die Ergebnisse übersichtlich in einer Illustration wie in B 1 dar. 2 Organisiere gemeinsam mit anderen einen „stressfreien Tag“. Probiert verschiedene Strategien und Aktivitäten zur Stressbewältigung aus. 3 In schwierigen Situationen ist man anfälliger für Süchte. Überlege, in welchen Zeiten du besonders verletzbar bist. Notiere Möglichkeiten, mit diesen Situationen gesund umzugehen. Mach mit ZMuednisecshe m B u c h Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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