BioTOP 4, Schulbuch

18 Arbeitsheftseite 9–10 Wie reagiert das Immunsystem bei Verletzungen? Dringen Krankheitserreger durch die Haut ein, zB durch eine Verletzung, vermehren sie sich im Körper. Das Gewebe wird als Reaktion auf die Verletzung stärker durchblutet. Weiße Blutkörperchen, wie die Fresszellen, wandern in das Gewebe, um die eingedrungenen Krankheitserreger zu bekämpfen. Es bilden sich gerötete und geschwollene Gewebebereiche (Entzündung). Die weißen Blutkörperchen bauen die Krankheitserreger und die abgestorbenen Körperzellen ab. Was passiert bei einer Allergie? Das Immunsystem soll unseren Körper vor gefährlichen Stoffen schützen. Bei einer Allergie macht der Körper jedoch zu viel. Es entsteht eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe ( B 1), sogenannte Allergene. Das können zB Pollen, Tierhaare oder Bestandteile von Nahrungs- oder Waschmitteln sein. Beim ersten Kontakt hält das Immunsystem die harmlosen Stoffe für gefährlich und Plasmazellen bilden Antikörper gegen das Allergen. Diese Antikörper binden an andere weiße Blutkörperchen. Davon bemerkt man zunächst nichts. Man hat keine Symptome. Erst ab dem zweiten Allergenkontakt setzen diese weißen Blutkörperchen das Gewebshormon Histamin frei. Histamin löst Entzündungen in den betroffenen Geweben aus und spielt eine zentrale Rolle bei Allergien. Es können allergische Reaktionen im Körper auftreten, zB juckende Augen, eine rinnende Nase, Asthma oder Hautausschläge. Kurzfristige Abhilfe schaffen Medikamente gegen das Histamin, sogenannte Antihistaminika. Wenn die allergische Reaktion sehr stark ist, besteht Lebensgefahr durch einen allergischen Schock und es ist sofort die Rettung zu rufen. Solche starken allergischen Reaktionen können zB bei Insektengift- und Erdnussallergien auftreten. Wenn diese Allergie bekannt ist, soll man immer ein Notfallmedikament bei sich haben. Bei einer Allergie achtet man darauf, möglichst nicht mit dem Allergen in Kontakt zu kommen. Ein Allergietest über die Haut oder das Blut zeigt, worauf man allergisch ist ( B 2). Die Zahl von Allergikerinnen und Allergikern ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Ursache dafür sind unter anderem unsere besseren hygienischen Bedingungen. Wenn man als Kleinkind weniger mit Schmutz und möglichen Allergenen in Kontakt kommt, kann man anfälliger für Allergien sein. Auch der Klimawandel verstärkt Allergien, zB auf Pflanzen, die vermehrt Pollen bilden oder die sich in Österreich neu ansiedeln (zB Ragweed). Wie funktionieren Impfungen? Man unterscheidet zwischen passiver und aktiver Immunisierung. Heilimpfungen („passive Immunisierung“) helfen bereits erkrankten Menschen. Durch die Impfung werden dem Körper Antikörper zugeführt, die ihn bei der Genesung unterstützen. Pollen erster Allergenkontakt Plasmazelle bildet Antikörper. Antikörper verbinden sich mit weißem Blutkörperchen. Antikörper Plasmazelle zweiter Allergenkontakt Freisetzung von Histamin allergische Reaktion weißes Blutkörperchen B 1 Entstehung einer Allergie gegen Pollen von Bäumen (zB Birke) B 2 Allergietest auf der Haut Zusatzmaterial v3ex7t Reaktionen des Immunsystems Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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