BioTOP 4, Schulbuch

19 Eine solche Heilimpfung mit Antikörpern wird zB bei Giftschlangenbissen eingesetzt. Es gibt keine anhaltende Immunität. Schutzimpfungen („aktive Immunisierung“) sollen hingegen dafür sorgen, dass der Körper immun (unempfindlich) gegen bestimmte Erreger wird, ohne dass man durch die Impfung krank wird. Dabei wird dem Körper ein abgeschwächter Krankheitserreger zugeführt. Das regt den Körper dazu an, selbst Antikörper gegen diesen Erreger zu bilden. Es entstehen Gedächtniszellen, die eine langanhaltende Immunität ermöglichen ( B 3). Die Gedächtniszellen vermehren sich und erzeugen in kurzer Zeit große Mengen an Antikörpern. Die Erreger werden so schnell bekämpft, dass meist keine Krankheitsanzeichen auftreten. Damit ist der Körper immunisiert. Impfstoffe können unterschiedlich abgeschwächt sein. Es gibt Lebendimpfstoffe mit abgeschwächten Krankheitserregern. Außerdem gibt es Totimpfstoffe, die abgetötete Krankheitserreger oder nur Teile davon enthalten. Auch mRNA-Impfstoffe, die die Anleitung zur Herstellung der Antigene im Körper enthalten, sind eine Möglichkeit. Welchen Impfstoff man erhält, hängt vom Krankheitserreger ab. Impfstoffe werden in Studien gründlich getestet, um ihre Sicherheit und Wirksamkeit zu garantieren. Die Nebenwirkungen einer Impfung sind in den meisten Fällen mild und nur von kurzer Dauer, zB Schmerzen an der Einstichstelle oder Müdigkeit. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten. Wie oft man geimpft werden sollte, ist im österreichischen Impfplan des Gesundheitsministeriums festgelegt. Dieser empfiehlt, wann bestimmte Impfungen verabreicht werden sollten. Einige Impfungen sind nur einmal im Kindesalter nötig, um eine lebenslange Immunität zu garantieren. Andere benötigen Auffrischungsimpfungen, zB die Tetanus-Schutzimpfung alle zehn Jahre. Die Impfungen werden im Impfpass eingetragen. Wenn man sich bei notwendigen Impfungen unsicher ist, können Ärztinnen und Ärzte beraten. Impfungen auffrischen zu lassen zählt auch zur Gesundheitsvorsorge (siehe Seite 43). Schutzimpfungen schützen aber nicht nur den eigenen Körper. Wenn viele Menschen Antikörper entwickelt haben, entsteht eine sogenannte Herdenimmunität. Dann können sich Krankheitserreger nicht mehr so leicht ausbreiten. Daher lassen sich Pandemien, also weltweit auftretende Infektionskrankheiten wie COVID-19, durch weitreichende Impfprogramme eindämmen. Die Krankheit Pocken wurde durch jahrelange Impfprogramme sogar ausgerottet. Krankheitserreger Bildung von Antikörpern und Gedächtniszellen Abschwächung des Krankheitserregers Schutzimpfung Immunität B 3 Die aktive Immunisierung Zusammenfassung Allergien sind Überreaktionen des Immunsystems. Heilimpfungen führen dem Körper Antikörper zu. Schutzimpfungen enthalten abgeschwächte Krankheitserreger und sorgen so für eine Immunität. Die Ausbreitung von Krankheitserregern wird durch Herdenimmunität eingeschränkt. 1 Armin wird zum ersten Mal von einer Biene gestochen. Nach dem ersten Schrecken sagt er erleichtert: „Jetzt weiß ich zumindest, dass ich nicht allergisch bin.“ Verfasse eine Antwort. 2 Überlege, wie sich die Zahl der Erkrankungen verändert, wenn viele Menschen geimpft sind. Skizziere eine Kurve oder ein Diagramm und vergleiche es mit realen Daten (zB zu Masern). 3 Suche in deinem Impfpass, welche Impfungen du hast. Wähle zwei davon aus und recherchiere zum Impfstoff. Vergleiche deine Impfungen mit dem österreichischen Impfplan (Website des Gesundheitsministeriums) 4 Eine Freundin/ein Freund hat Angst vor Spritzen. Außerdem hat sie/er gehört, dass Impfungen starke Nebenwirkungen haben können. Notiere deine Reaktion. Mach mit ZMuednisecshe m B u c h Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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