BioTOP 4, Schulbuch

20 Arbeitsheftseite 12 Krankheitserreger können die Gesundheit anderer Lebewesen schädigen. Zu den Krankheitserregern zählen ein Teil der Bakterien, manche Pilze und tierische Einzeller sowie Viren. Welche Krankheitserreger werden unterschieden? Bakterien sind einfach gebaute, einzellige Lebewesen ( B 1). Viele von ihnen sind nützlich, zB als Teil unserer Haut und unseres Darms, wo sie in Symbiose mit uns leben. Andere Bakterien sind Krankheitserreger und damit Parasiten, die dem Wirt schaden. Sie können giftige Stoffwechselprodukte ausscheiden und den Körper so schädigen. Manche Bakterien ernähren sich von Gewebe oder Blutzellen. Bakterien können verschiedene Erkrankungen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung, Tuberkulose (Erkrankung der Lunge), Cholera (Erkrankung des Dünndarms) und Tetanus (Erkrankung der Nerven) hervorrufen. Infektionen durch Pilze können an unterschiedlichen Stellen des Körpers auftreten. Zumeist sind sie harmlos. Probleme treten nur bei einem geschwächten Immunsystem auf. Hautpilz, Nagelpilz und Pilzinfektionen des Darms oder der Scheide treten häufig auf. Viele Tropenkrankheiten, wie Amöbenruhr, Malaria und Schlafkrankheit, werden von tierischen Einzellern verursacht. Viren sind im Gegensatz zu den anderen genannten Krankheitserregern keine Lebewesen. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und können sich nicht selbstständig vermehren. Sie können aber in andere Zellen (Wirtszellen) eindringen und diese dazu bringen, neue Viren zu produzieren ( B 2). Die Wirtszelle setzt die neu gebildeten Viren frei. Die Viren befallen dann weitere Zellen. Erkältungen, Grippe, FSME, Tollwut, Masern, Polio (Kinderlähmung), oder AIDS werden durch Viren ausgelöst. Manche Viren, wie das Herpes-Virus, werden vom Immunsystem zwar bekämpft, sie bleiben aber nach einer ersten Infektion im Körper latent („schlafend“) vorhanden. Herpes-Viren verbleiben in manchen Nervenfasern und können reaktiviert werden (zB bei Krankheit oder Stress). Herpes-Viren Typ 1 lösen dann Fieberblasen aus ( B 3). Herpes-Viren Typ 2 verursachen hingegen Genitalherpes (sexuell übertragbare Krankheiten, siehe Seite 36). COVID-19 ist eine Viruserkrankung, die durch das Virus SARS-CoV-2 verursacht wird ( B 4). Häufige Symptome sind Kopfschmerzen, Störungen des Geruch- oder Geschmackssinns, Husten, Schnupfen, Fieber, Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Probleme. Etwa 10 % der Erkrankten fühlen sich noch nach Wochen oder Monaten müde und erschöpft. Ältere Personen, Menschen mit bestehenden Erkrankungen und Raucherinnen und Raucher haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, der im schlimmsten Fall zum Tod führen kann. Ein Teil der Infizierten hat keine Krankheitsanzeichen. SARS-CoV-2 ist sehr ansteckend und wird mit der Luft (durch Tröpfchen zB beim Husten oder Niesen) übertragen. Auch infizierte Personen, die selbst (noch) keine Symptome haben, können das Virus weitergeben. B 1 Verschiedene Bakterien auf menschlicher Haut (8 500-fache Vergrößerung) Virus Virus-­ Erbinformation Zelle neu entstandene Viren Zellkern B 2 Vermehrung von SARS-CoV-2-­ Viren in einer Körperzelle B 3 Fieberblasen werden durch das Herpes-Virus ausgelöst. 0,1 µm B 4 SARS-CoV-2-Viren im Elektronenmikroskop (eingefärbt) Zusatzmaterial v3fw62 Bakterien und Viren als Krankheitserreger Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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