21 Was bietet Schutz vor Infektionskrankheiten? Eine Infektionskrankheit ist eine Krankheit, die durch Krankheitserreger übertragen wird. Einfache Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und das Tragen eines Mund-Nasenschutzes können das Ansteckungsrisiko senken. Schutzimpfungen führen zur Bildung von Antikörpern (siehe Seite 19). Durch die Bildung von Gedächtniszellen ist man weitgehend immun gegen eine Infektion. Einige Impfungen müssen jedoch regelmäßig im Abstand einiger Jahre aufgefrischt werden. Manche Viren verändern sich sehr schnell (zB SARS-CoV-2 oder Grippe-Viren), weshalb man sich öfter damit anstecken kann. Daher bietet eine Impfung keinen 100 %igen Schutz gegen eine Ansteckung, sie verhindert aber einen schwereren Krankheitsverlauf. Der Impfstoff wird jährlich angepasst. Wie werden Infektionskrankheiten behandelt? Bei viralen Infektionen ist häufig nur die Behandlung der Symptome (Krankheitsanzeichen) möglich, zB bei Erkältungen. Gegen manche Viren gibt es anti-virale Medikamente, die die Vermehrung verhindern. Zur Behandlung von bakteriellen Infektionen können Antibiotika (Einzahl: das Antibiotikum) eingesetzt werden. Das sind Medikamente, die das Wachstum von Bakterien hemmen oder sie abtöten. Sie wirken nur bei bakteriellen Krankheiten, nicht bei durch Viren verursachte Krankheiten (zB nicht bei Erkältungen). Antibiotika erhält man nur mit einem ärztlich verschriebenen Rezept. Bei Antibiotika ist die Einnahme nach Packungsanleitung wichtig ( B 5). Auch wenn man sich besser fühlt, ist die verschriebene Dosis einzuhalten. Grund dafür ist die mögliche Entwicklung von Antibiotikaresistenzen. Manche Bakterien verändern ihre Erbinformation so, dass sie nicht mehr durch Antibiotika abgetötet werden können. Diese Bakterien überleben trotz Antibiotikum und vermehren sich. Die resistenten Bakterien setzen sich durch und passen sich innerhalb eines kurzen Zeitraums an ihre Umwelt an. Man nennt diese schnelle Veränderung auch Mikroevolution. Ermöglicht wird dies zB durch die unvollständige Einnahme von Antibiotika, aber auch durch eine zu häufige und übertriebene Nutzung. In der Tierhaltung und in der Viehzucht werden Antibiotika vielfach vorbeugend eingesetzt, damit es in engen Ställen nicht zur Krankheitsausbrüchen kommt. Das kann zur Entwicklung von resistenten Bakterien beitragen. Durch direkten Tierkontakt oder auch Kontakt zum Fleisch können sie auf den Menschen übertragen werden. Antibiotikaresistenzen können dafür sorgen, dass manche bakterielle Infektionen kaum behandelbar sind (siehe Seite 23). B 5 Bei Antibiotika ist das Einhalten der ärztlichen Empfehlungen sehr wichtig. Bakterien, Viren und einzellige Pilze werden in der medizinischen Forschung verwendet. Sie können sich nicht nur selbst verändern (Mikroevolution), sondern auch von Forscherinnen und Forschern gentechnisch so abgewandelt werden, dass sie zB zur Herstellung von Medikamenten wie Antibiotika und Impfstoffen genutzt werden (mehr zur Gentechnik ab Seite 50). Weißt du … Zusammenfassung Zu den Krankheitserregern zählen Viren sowie ein Teil der Bakterien, Pilze und tierischen Einzeller. Hygienemaßnahmen senken das Ansteckungsrisiko. Gegen bakterielle Infektionen gibt es Antibiotika, die nur nach ärztlicher Verschreibung eingenommen werden dürfen. 1 Du hörst jemanden über Impfungen diskutieren. „Wieso sollte ich mich gegen Masern impfen lassen? Das gibt es bei uns fast gar nicht mehr. Da kann ich mich gar nicht anstecken.“ Verfasse eine Antwort. 2 Interpretiere das folgende Diagramm über die weltweiten Polio-Infektionszahlen (y-Achse) im Laufe der Jahrzehnte (x-Achse). Interpretiere die Grafik und überlege Gründe dafür, dass die Krankheit nicht komplett ausgerottet worden ist. Mach mit 250 000 150 000 50 000 1980 1990 2000 2010 2020 ZMuednisecshe m B u c h Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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