29 Sexualität in digitalen Medien Durch die Digitalisierung sind sexuelle Inhalte auch immer mehr in Medien vertreten. Unter Pornografie versteht man die Darstellung sexueller Handlungen, zB in Form von Bildern und Videos. Viele Jugendliche schauen diese aus Neugierde an. Pornografische Videos zeigen jedoch nicht die Realität! Dort sind Schauspielerinnen und Schauspieler zu sehen, die nach Drehbuch und mit Hilfsmitteln Szenen drehen. Leider zeigen manche Videos auch, wie Menschen zu sexuellen Handlungen gezwungen und missbraucht werden. Sexting ist der Austausch von sexuellen Inhalten (Texte, Bilder, Videos) über digitale Medien. Bilder und Videos von Minderjährigen zu verschicken, ist strafbar. Eine rechtliche Ausnahme ist das Sexting zwischen zwei Personen, die mindestens 14 Jahre alt sind und die Bilder nicht an andere Personen weiterleiten. Bedenke aber: Versendete Inhalte können leicht verbreitet werden. Möglicherweise gelangen sie an Personen, die sie zB zur Erpressung oder zum Mobbing nutzen. Schütze stattdessen deine Privatsphäre und verschicke keine sexuellen Inhalte. Beim Cyber Grooming nehmen Erwachsene über das Internet Kontakt zu Kindern und Jugendlichen auf. Sie versuchen, ihr Vertrauen zu gewinnen, um sie später sexuell auszunutzen. Täterinnen und Täter möchten persönliche Informationen erlangen und Kinder und Jugendliche dazu bringen, sexuell eindeutige Fotos oder Videos zu schicken. Achte daher in sozialen Medien darauf, wer Kontakt mit dir aufnehmen will und was diese Person von dir möchte. Teile niemals persönliche Informationen wie Adresse, Telefonnummer oder deine Schule. Blockiere Nachrichten und Anfragen von fremden Personen. Verdächtige Online-Aktivitäten kann man auf der jeweiligen Plattform und der Polizei melden. Informiere außerdem erwachsene Vertrauenspersonen. Wo erhältst du Hilfe? Hole dir Hilfe bei Erwachsenen, denen du vertraust! Eltern, Lehrerinnen oder Lehrer können dich in solchen Situationen unterstützen und dir weiterhelfen! Auch Beratungsstellen können dir Unterstützung bieten (siehe Seite 24). Es erfordert Mut, darüber zu sprechen, doch es ist sehr wichtig, dies zu tun, denn: Schuld ist immer die Person, die dich zu etwas zwingt, das du nicht willst! B 2 Achte darauf, was du online teilst, und melde verdächtige Aktivitäten. B 3 Bei Grenzüberschreitungen sind Mut und Zivilcourage wichtig. Zivilcourage bedeutet, dass du anderen hilfst, wenn du bemerkst, dass sie Grenzüberschreitungen oder Gewalt erleben ( B 3). Unterstütze sie darin, sich Hilfe zu holen, oder wende dich selbst an eine Vertrauensperson oder Rat auf Draht. Weißt du … Zusammenfassung Sexuelle Handlungen erfordern die Zustimmung aller Beteiligten. Sexueller Missbrauch ist eine Grenzüberschreitung und eine Form von Gewalt. In digitalen Medien werden sexuelle Inhalte verbreitet, das wird auch ausgenutzt. Pass auf und höre auf dein Bauchgefühl! 1 In sozialen Medien wird der Slogan „Ja heißt ja“ für den Consent verwendet. Erkläre in eigenen Worten, was damit gemeint ist. 2 Erarbeitet gemeinsam, was im Umgang mit anderen Menschen für euch okay ist (zB Berührungen). Denkt euch Slogans gegen Grenzüberschreitungen aus. 3 Recherchiere, wie Psychologinnen und Psychologen Jugendlichen bei Problemen wie Sexting oder Cyber Grooming helfen und welche Fähigkeiten zur Ausübung dieses Berufs wichtig sind. Mach mit ZMuednisecshe m B u c h Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==