34 Was passiert bei sexuellen Berührungen? Menschen drücken ihre Zuneigung zueinander auf unterschiedliche Weise aus ( B 1). Eine Form davon sind Berührungen an besonders empfindlichen Körperregionen, den sogenannten erogenen Zonen. Die sexuelle Erregung wird dabei gesteigert. Die Schwellkörper des Penis und der Klitoris werden mit Blut gefüllt und schwellen an. Durch die Füllung der Schwellkörper des Penis kommt es beim Mann zur Erektion. Die Scheide der Frau gibt eine Flüssigkeit ab. Durch gefühlvolle Bewegungen werden die Geschlechtsorgane so lange gereizt, bis es zum sexuellen Höhepunkt, dem Orgasmus, kommt. Beim Mann erfolgt dabei die Ejakulation, bei der das Sperma ausgestoßen wird. Bei der Frau verengt sich beim Orgasmus die Scheide und die Muskulatur der Gebärmutter zieht sich zusammen. Einen Orgasmus kann man auch in der Selbstbefriedigung erreichen. Das bedeutet, ohne Partnerin oder Partner durch Reizung der Geschlechtsorgane zum sexuellen Höhepunkt zu kommen. Sie ist vollkommen natürlich und bei allen Geschlechtern weit verbreitet. Was sollte man beim Geschlechtsverkehr bedenken? Vor dem Geschlechtsverkehr sollten die Beteiligten über Verhütung sprechen, da Krankheiten übertragen werden können (siehe Seite 36). Beim heterosexuellen Geschlechtsverkehr kann ein Kind gezeugt werden, wenn das Sperma in die Scheide gelangt. Eine ungewollte Schwangerschaft ist eine große seelische Belastung für ein Paar. Daher ist es wichtig, vor dem „ersten Mal“ Verhütungsmaßnahmen vorzubereiten. Allerdings bietet keine Verhütungsmethode 100 %igen Schutz. Zur Schwangerschaftsverhütung zählen verschiedene Methoden. Die Sicherheit einer Verhütungsmethode gibt der Pearl-Index an. Er sagt aus, wie viele von 100 Frauen, die diese Verhütungsmethode angewendet haben, innerhalb eines Jahres trotzdem schwanger wurden ( B 2). Je niedriger der Pearl-Index ist, umso sicherer ist diese Verhütungsmethode. Welche natürlichen Verhütungsmethoden gibt es? Natürliche Verhütungsmethoden gehen davon aus, dass Geschlechtsverkehr fünf Tage vor bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung zu einer Schwangerschaft führen kann. Basis dieser Einschätzung ist die Lebensdauer von Spermien (etwa 5 Tage) und der Eizelle (etwa 24 Stunden). Daher versuchen die Methoden, den Zeitpunkt des Eisprungs einzuschätzen. An den fruchtbaren Tagen soll auf Geschlechtsverkehr verzichtet oder andere Verhütungsmethoden gewählt werden. Ein gleichbleibender Zyklus und eine genaue Beobachtung des Zyklus (zB der Körpertemperatur und des Vaginalschleims) sind Voraussetzung für die Anwendung von natürlichen Verhütungsmethoden. Sie bieten keinen Schutz vor Erregern sexuell übertragbarer Krankheiten und sind fehleranfällig. Je nach Methode liegt der PearlIndex zwischen 1 und 30. B 1 Ein Paar drückt die gegenseitige Zuneigung aus. In einer (sexuellen) Beziehung übernimmt man Verantwortung für die Partnerin oder den Partner. Daher ist gegenseitige Offenheit und Vertrauen eine Grundvoraussetzung. In einem ehrlichen Gespräch können alle Ängste und Wünsche ausgedrückt werden. Ängste und Stress können zu sexuellen Problemen führen, zB verkrampfte Scheidenmuskulatur oder Erektionsstörungen. Diese liegen dann vor, wenn sich der Penis nicht oder nicht ausreichend versteift. Weißt du … > Hormonimplantat: 0–0,08 > Pille: 0,1–0,9 > Hormonspirale: 0,16 > Kondom: 2–12 > Coitus interruptus: 4–18 > Kalendermethode: 9 > Keine Verhütung: 85 B 2 Der Pearl-Index verschiedener Verhütungsmethoden B 3 Ein Kondom schützt auch vor manche Krankheitserregern. Arbeitsheftseite 18 Zusatzmaterial v3q9xd Sexualität und Verhütung Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==