BioTOP 4, Schulbuch

37 Sexuell übertragbare Bakterien Auch Bakterien können bei Sexualkontakten übertragen werden. Wenn die Infektionen rechtzeitig erkannt werden, können sie mit Antibiotika behandelt werden. Dann ist die Chance auf vollständige Heilung hoch. Syphilis zeigt sich durch ein zunächst schmerzloses Geschwür, verläuft aber unbehandelt schwer, da die Bakterien im Körper verbleiben. Nach Jahren können zB Schäden am Gehirn oder Herzkrankheiten auftreten. Auch eine Chlamydien-Infektion und Gonorrhö (Tripper) werden durch Bakterien verursacht. Beide Infektionen können unbehandelt zu Unfruchtbarkeit führen. Wie schützt man sich vor einer Infektion? Krankheitserreger können nicht nur bei vaginalem Geschlechtsverkehr übertragen werden. Auch bei Analverkehr (Einführen des Penis in den Enddarm) und bei Oralverkehr (Berührung der Geschlechtsorgane mit dem Mund) ist das Risiko einer Übertragung hoch. Der beste Schutz ist Safer Sex. Daher sollte immer ein Kondom verwendet werden ( B 3). Auch die Verwendung eines Femidoms ist möglich. So kann kein Sperma bzw. Scheidenflüssigkeit in den Körper der Partnerin oder des Partners gelangen. Ein Oralschutztuch verhindert beim Oralverkehr den Kontakt des Mundes mit Körperflüssigkeiten. Offene Kommunikation und gemeinsam getroffene Entscheidungen sind in sexuellen Beziehungen wichtig. Auf Safer Sex sollte erst dann verzichtet werden, wenn sichergestellt ist, dass keine der beteiligten Personen mit sexuell übertragbaren Krankheitserregern infiziert ist. Dies lässt sich mit einem Bluttest überprüfen, der zB bei der AIDS-Hilfe durchgeführt wird ( B 4). Gegen eine Infektion mit HPV gibt es eine Impfung, die am besten vor der Pubertät verabreicht wird. Aber auch später ist die Impfung noch wirkungsvoll. Sowohl Jungen als auch Mädchen sollten geimpft werden, damit eine Übertragung der Viren verhindert wird. Diese Impfung ist ein guter Schutz vor Gebärmutterhalskrebs. Wenn man Anzeichen einer sexuell übertragbaren Infektion merkt, sollte man möglichst bald zur Ärztin oder zum Arzt gehen, zB zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt. Hautärztinnen und Hautärzte sind auch auf diese Infektionen spezialisiert. Mit einer raschen Behandlung verhindert man, dass andere infiziert werden. Außerdem sollten Sexualpartnerin und Sexualpartner informiert werden, da diese auch getestet und mitbehandelt werden sollen. Früherkennung und Behandlung verhindern Langzeitschäden. B 3 Kondome bieten guten Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen. B 4 Blutprobe zum Test auf sexuell übertragbare Krankheitserreger Zusammenfassung Bestimmte Krankheitserreger können bei Sexualkontakten übertragen werden. Die Immunschwächekrankheit AIDS wird durch das HI-Virus hervorgerufen. Bakterien können ebenfalls Infektionen mit Langzeitschäden verursachen. Safer Sex kann vor einer Ansteckung schützen. 1 Finde anhand einer Statistik jene Gebiete der Welt heraus, in denen es besonders viele HIV-Infizierte und auch Neuinfektionen gibt. Überlege mögliche Gründe dafür. 2 Sobald man sexuell aktiv ist, trägt man Verantwortung. Erstelle eine Checkliste mit Handlungsempfehlungen für die sexuelle Gesundheit. 3 Recherchiere in digitalen Medien (zB auf der Website der WHO oder des Gesundheitsministeriums), wie sich die Infektionszahlen von Chlamydien, Gonorrhoe und Syphilis in den letzten Jahren in Österreich entwickelt haben. Stelle die Daten übersichtlich dar und erläutere mögliche Ursachen für die Entwicklung. Mach mit ZMuednisecshe m B u c h Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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