38 Wie kommt es zu einer Schwangerschaft? Bei einem Spermienerguss während des Geschlechtsverkehrs zwischen Mann und Frau gelangen Millionen Spermien durch den Penis in die Scheide. Sie schwimmen durch den Muttermund und die Gebärmutter in die Eileiter der Frau. Die Spermien sind bis zu 5 Tage lebensfähig. Treffen sie im Eileiter auf eine Eizelle, wird diese befruchtet. Von den vielen Spermien, die die Eizelle erreichen, schafft es nur eines, die Hülle der Eizelle zu durchdringen ( B 1). Weitere Spermien können nicht mehr eindringen. Die Zellkerne von Eizelle und Spermium verschmelzen. Der neue Kern enthält nun die Erbanlagen der Mutter und des Vaters. Die Befruchtung hat stattgefunden. Die befruchtete Eizelle wird Zygote genannt. Bereits in den nächsten Stunden beginnt sie, sich zu teilen. Aus zwei werden vier, aus vier werden acht, sechzehn, zweiunddreißig … Zellen. Nach einigen Tagen sind es schon etwa 100 Zellen. Diese Zellen trennen sich aber nicht voneinander. Sie bilden den Embryo. Im Laufe der Teilungen wird der Embryo im Eileiter in Richtung Gebärmutter transportiert. Etwa sieben Tage nach der Befruchtung nistet sich der Embryo in die Gebärmutterschleimhaut ein ( B 2). Bleibt bei einem gesunden Paar ohne Verhütung länger als ein Jahr eine Schwangerschaft aus, können Kinderwunschkliniken mögliche Ursachen abklären. Sie bieten Behandlungen wie In-vitro-Fertilisation (IVF, umgangssprachlich künstliche Befruchtung) an. Dabei wird eine Eizelle außerhalb des Körpers befruchtet und der Embryo in die Gebärmutter eingesetzt. In Österreich ist es erlaubt, dafür eine Samenspende zu verwenden, wenn zB die Spermien des Mannes nicht geeignet sind. Auch für lesbische Paare ist IVF eine Möglichkeit, um ein Baby zu bekommen. Eine Eizellspende ist in Österreich hingegen nicht erlaubt. Wie entwickelt sich der Embryo? In der Frühschwangerschaft entsteht aus der Hülle des Embryos und der Gebärmutterschleimhaut die Plazenta (der Mutterkuchen). Über die Nabelschnur versorgt die Plazenta das Baby mit Sauerstoff und Nährstoffen aus dem Blut der Mutter. Abfallstoffe des Babys werden vom Blut der Mutter aufgenommen und über ihren Kreislauf ausgeschieden. Die Stelle, wo die Nabelschnur mit dem Körper verbunden ist, nennt man Nabel. Die Blutkreisläufe der Mutter und des Kindes sind voneinander durch eine dünne Schicht, die sogenannte Plazentaschranke, getrennt. Um den Embryo herum bildet sich eine feine Haut, die Fruchtblase. Sie ist mit Fruchtwasser gefüllt und schützt vor Stößen. Während der Schwangerschaft werden spezielle Hormone ausgeschüttet. Sie übermitteln dem Körper, dass in der Gebärmutter ein Baby zu wachsen beginnt. Diese Hormone können mit einem Schwangerschaftstest im Harn nachgewiesen werden ( B 3). Die Ausschüttung des Follikelstimulierenden Hormons (FSH) aus der Hypophyse wird verhindert. Es kann keine weitere Eizelle heranreifen, der monatliche Zyklus und die Regelblutung hören auf. B 1 Viele Spermien (weiß – 0,06 mm) versuchen in die Eizelle (rot – 0,11 bis 0,14 mm) einzudringen. Nur ein Spermium schafft es. Gebärmutterschleimhaut Eierstock Zygote Gebärmutter Eizelle Spermien Eileiter Befruchtung B 2 Von der Reifung der Eizelle bis zum Einnisten des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut B 3 Ein Schwangerschaftstest Arbeitsheftseite 20 Zusatzmaterial v3s6my Die Schwangerschaft Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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