40 Was geschieht bei der Geburt? Etwa neun Monate nach der Befruchtung der Eizelle kommt das Kind zur Welt. Eine Geburt kann schnell verlaufen, in manchen Fällen aber auch mehrere Tage dauern. Zunächst treten alle 10 bis 15 Minuten kräftige Wehen auf. Das sind krampfartige Muskelbewegungen, durch die sich die Gebärmutter zusammenzieht. Sie kündigen die Geburt an. Die Wehen drücken das Kind nach unten und der Muttermund öffnet sich. Er erweitert sich von wenigen Millimetern auf fast zehn Zentimeter Durchmesser. Dabei platzt meist die Fruchtblase und das Fruchtwasser fließt ab. Die Abstände zwischen den Wehen werden kürzer. Das Kind wird durch den engen Geburtskanal gepresst. Dies geschieht durch heftige Wehen, die alle zwei bis fünf Minuten erfolgen. Die Bauchmuskulatur unterstützt diesen Vorgang. Das Kind gelangt durch die Scheide nach außen ( B 1). Ein neuer Mensch ist geboren! Während der Geburt wird das Baby durch die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt. Wenn das Kind geboren ist, zieht sich das Zwerchfell des Babys zusammen. Die Lunge dehnt sich dabei aus und das Baby macht seine ersten Atemzüge und schreit dabei meistens. Die Nabelschnur kann jetzt durchtrennt werden. Das Baby spürt davon nichts, da an der Schnittstelle keine Nerven sitzen. Der am Baby verbliebene Rest der Nabelschnur fällt nach etwa einer Woche ab. Was geschieht nach der Geburt? In der Nachgeburtsphase wird kurz nach der Geburt die Plazenta mit den Resten der Fruchtblase als Nachgeburt abgestoßen. Die Mutter kann ihr Kind zu sich nehmen und dieses beginnt durch den angeborenen Saugreflex auch oft gleich an der Brust zu saugen ( B 2). Ein Hormon der Hypophyse regt bei der Mutter die Milchbildung an. Durch das Saugen des Kindes an der Brustwarze wird die Muttermilch abgegeben. Die Muttermilch enthält Nährstoffe für das Kind sowie Antikörper zum Aufbau des Immunsystems. Auch das Füttern mit Säuglingsnahrung in einem Fläschchen ist möglich, denn nicht jede Mutter kann oder möchte stillen. Der Körperkontakt zwischen Mutter und Kind ist sehr wichtig. Das Kind spürt den vertrauten Herzschlag und hört die Stimmen der Eltern. So wird die Bindung verstärkt. Das Kind fühlt sich sicher und geborgen. Was ist ein Kaiserschnitt? Wenn die Geburt nicht auf natürlichem Weg geschehen kann, zB weil das Kind zu groß ist, werden die Bauchdecke und die Gebärmutter der Mutter unter Narkose geöffnet und das Kind auf diesem Weg nach draußen geholt. Nach einem Kaiserschnitt hat man äußerliche und innerliche Wunden. Die Heilung im Wochenbett ist besonders wichtig. B 1 Die Geburt B 2 Der Saugreflex ist angeboren. Arbeitsheftseite 21 Zusatzmaterial v3v5tm Geburt und Entwicklung des Kindes Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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