BioTOP 4, Schulbuch

53 Risiken von transgenen Pflanzen Der Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen birgt auch Risiken. Es ist daher wichtig, dass ihre natürliche Vermehrung verhindert wird. Die Erbanlagen sollen sich nicht mit Wildpflanzen vermischen. Daher werden die Pflanzen so verändert, dass sie nur unfruchtbare männliche Blüten oder nicht keimfähige Samen ausbilden. Wildpflanzen können zB resistent gegen Herbizide werden. Landwirtinnen und Landwirte müssten dann größere Mengen an Herbiziden einsetzen um unerwünschte Pflanzen zu bekämpfen. Dadurch würde der ursprüngliche Vorteil der gentechnisch veränderten Nutzpflanzen verloren gehen. Der verstärkte Einsatz von Herbiziden wirkt sich außerdem auf die natürlich vorkommenden Pflanzenarten aus. Ihr Wachstum wird gehemmt oder sie verschwinden ganz. Diese Pflanzen fehlen dann als Nahrungsgrundlage für Insekten und andere Tiere. Verschiedene Länder legen unterschiedliche Maßstäbe für die Unbedenklichkeit fest. In den USA werden gentechnisch veränderte Pflanzen seit 1996 angebaut und verwendet. Weltweit steigen die Anbauflächen jährlich. In Österreich gibt es jedoch ein Anbauverbot für gentechnisch veränderte Pflanzen. Sie dürfen nur zur Forschung angebaut werden. Das wird streng kontrolliert und geschieht in abgeschlossenen Bereichen, zB in Gewächshäusern. Gentechnisch veränderte Produkte können jedoch nach Österreich eingeführt werden, zB gentechnisch veränderte Sojabohnen. Nahrungsmittel, die solche Produkte enthalten, müssen deutlich gekennzeichnet sein. Tierfutter ist häufig gentechnisch verändert. Die Fütterung von Tieren mit gentechnisch verändertem Futter ist für Konsumentinnen und Konsumenten oft nicht erkennbar. Sie muss auf tierischen Produkten nicht gekennzeichnet werden. Umwelt und Gentechnik Die Gentechnik birgt weitreichende Chancen für die Umwelt. Forscherinnen und Forscher arbeiten daran, mit gentechnisch veränderten Mikroorganismen und Pflanzen Umweltprobleme zu lösen. Man hat bereits Bakterien gentechnisch so verändert, dass sie bestimmte Schadstoffe wie Schwermetalle oder giftige Chemikalien abbauen. Außerdem können gentechnisch veränderte Mikroorganismen bei der Reinigung von belasteten Gewässern helfen. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Herstellung von Biokraftstoffen. Dazu wird zB an transgenen Algen geforscht ( B 6). B 5 Goldener Reis ermöglicht es, mehr Vitamin A aufzunehmen. B 6 Algen könnten in Zukunft zur Herstellung von Biokraftstoffen eingesetzt werden. Zusammenfassung Pflanzen werden gezüchtet, um die gewünschten Merkmale zu erhalten. Dies birgt Chancen und Risiken für die Umwelt. In Österreich ist der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen verboten. 1 Gentechnisch veränderte Pflanzen liefern mehr Ertrag, bilden aber unfruchtbare Samen. Erläutere die Konsequenz für Landwirtinnen und Landwirte. 2 Auf einer Online-Plattform siehst du, wie jemand Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen zeigt und Panik zu den gesundheitlichen Folgen verbreitet. Verfasse einen Kommentar. Mach mit ZVue rdeirebsuenmg B u c h Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==