6 Arbeitsheftseite 3 In der 2. Klasse hast du bereits das Nervensystem als Organsystem kennengelernt. Es arbeitet mit anderen Systemen (zB dem Kreislaufsystem oder den Sinnesorganen) zusammen. Das periphere Nervensystem (PNS; außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks) nimmt mithilfe der Sinnesorgane Reize aus dem Körper und der Umwelt auf und steuert innere Organe. Es leitet Reize über Nervenfasern weiter zum Zentralnervensystem (ZNS; Gehirn und Rückenmark). Das Nervensystem kann nicht nur nach seinem Aufbau (seiner Struktur) in peripheres Nervensystem und Zentralnervensystem gegliedert werden, sondern auch nach seiner Funktion in unwillkürliches und willkürliches Nervensystem (siehe Seite 8). Gebildet wird das Nervensystem von Milliarden Nervenzellen. Wie ist eine Nervenzelle aufgebaut? Nervenzellen haben wie andere Zellen im menschlichen Körper einen Zellkern, Zellplasma und eine Zellmembran (siehe BioTOP 2). Sie gehören zu den spezialisierten Zellen. Sie bestehen aus einem Zellkörper und verschiedenen Fortsätzen ( B 1). Am Zellkörper befinden sich viele kurze, baumartig verzweigte Fortsätze, die Dendriten. Die Dendriten nehmen die Informationen in Form von chemischen oder elektrischen Reizen von den Sinneszellen oder von anderen Nervenzellen auf und leiten sie zum Zellkörper der Nervenzelle. Die besondere Form der Nervenzellen mit ihren verzweigten Dendriten ermöglicht die Kommunikation mit zahlreichen anderen Zellen. Vom Zellkörper führt ein langer Fortsatz weg, das Axon. Ein Axon und seine Hüllzellen bilden die Nervenfasern. Sie durchziehen den gesamten Körper als verzweigtes System und verbinden viele Zellen des Körpers mit dem Gehirn. Lange Axone findet man im Rückenmark. Hier können sie bis zu einem Meter lang werden. Das Axon gibt Reize als elektrische Impulse weiter, ähnlich einem Stromkabel. Die Hüllzellen um die Axone lassen sich mit der Kunststoff-Isolierung rund um das Stromkabel vergleichen. Sie schützen das Axon und isolieren es. Außerdem sorgen sie für eine schnelle Weiterleitung von Impulsen (bis zu 120 m/s). Dadurch kann der Körper rasch reagieren. An seinem Ende ist das Axon verzweigt ( B 1). An den Enden der Verzweigungen befinden sich Synapsen (Endknöpfchen). Hier werden die elektrischen Impulse in chemische Signale umgewandelt und über den synaptischen Spalt an andere Nervenzellen oder Muskelzellen weitergeleitet (siehe Seite 8). Mithilfe der Synapsen können sich viele Nervenzellen miteinander zum Nervensystem vernetzen. Wie ist das Gehirn aufgebaut? Das Gehirn besteht aus etwa 14 Milliarden, miteinander verbundenen Nervenzellen. Sie bilden die „Schaltzentrale“ des Körpers, die besonders geschützt werden muss. Drei Hirnhäute umgeben das Gehirn. Gemeinsam mit der dazwischenliegenden Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) dämpfen sie Stöße zwischen Gehirn und Schädelknochen ab. Der Liquor dient außerdem dazu, das ZNS mit Nährstoffen zu versorgen und sichert so die Funktion der Nervenzellen. Dendriten Synapsen Axon Zellkern Zellkörper Hüllzellen Dendriten einer anderen Nervenzelle Synapsen der Dendriten Dendriten anderer Nervenzellen B 1 Aufbau einer Nervenzelle 1 2 3 5 7 8 6 9 4 10 B 2 Das Gehirn: 1 – Großhirn, 2 – Balken, 3 – Zwischenhirn, 4 – Zirbeldrüse 5 – Mittelhirn, 6 – Kleinhirn, 7 – Nachhirn, 8 – Rückenmark, 9 – Hirnanhangdrüse, 10 – Hypothalamus Zusatzmaterial v3b2h6 Das Nervensystem Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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