BioTOP 4, Schulbuch

60 Arbeitsheftseite 30 Vor etwa 5 bis 7 Millionen Jahren gab es den letzten gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse. Hier kann der Zeitrahmen nur geschätzt werden, da uns fossile Funde weitgehend fehlen. Die ersten frühen Menschen gehören zur Gattung Australopithecus („Südaffe“). Sie lebten vor etwa 4 bis 2 Millionen Jahren. Es gibt ausreichend Fossilien, die diese Gattung belegen. Wie diese Menschen ausgesehen haben, kann man anhand der fossilen Funde nachbilden ( B 1). Australopithecus Im Jahr 1974 wurden in Äthiopien versteinerte Skelettteile eines Lebewesens gefunden. Der Fund wurde „Lucy“ genannt und der Art Australopithecus afarensis zugeordnet ( B 2). Afar ist die äthiopische Region, in der „Lucy“ gefunden wurde. Das Skelett ist mit 46 gefundenen Knochen ungewöhnlich gut erhalten und wurde auf 3,2 Millionen Jahre datiert. Wegen der Beckenform erhielt es einen weiblichen Namen. Man nimmt an, dass die Menschen der Gattung Australopithecus etwa 1 m bis 1,4 m groß waren. Einige Merkmale, wie das kleine Gehirn und der vorspringende Kiefer, sind noch dem Affen ähnlich. Der Bau des Beckens und des Oberschenkelknochens sowie die Form der Zähne sind bereits dem modernen Menschen ähnlich. „Lucy“ zeigt deutliche Anpassungen an den aufrechten Gang. Es handelt sich um die ersten fossilen Beweise von menschlichen Vorfahren, die sich teils aufrecht fortbewegten. Das ist ein entscheidender Fortschritt in der menschlichen Evolution. Die Hände werden frei und sind nicht mehr für die Fortbewegung nötig. Sie können vorrangig zum Greifen genutzt werden, zB zur Nahrungsaufnahme. So lernten spätere Entwicklungen des Menschen, ihre Hände für Werkzeuge zu nutzen. Homo habilis – der „geschickte Mensch“ Vor etwa 2,5 Millionen Jahren trat die Gattung Homo auf. Sie lebte zeitgleich mit den frühen Menschen der Gattung Australopithecus. Überreste des vor rund 2 Millionen Jahren lebenden Homo habilis wurden ebenfalls in ostafrikanischen Gesteinsschichten gefunden. Sie zeigen, wie bei Australopithecus, kurze Beine und lange Arme und damit noch Merkmale, die affenähnlich sind ( B 3). Außerdem ist eine leichte Überaugenwulst erkennbar. Man nimmt an, dass Homo habilis etwa 1 m bis 1,2 m groß wurde. Im Vergleich zu Australopithecus hat Homo habilis ein deutlich größeres Gehirnvolumen (etwa 650 cm3). Dies geht mit seiner Geschicktheit einher. Das Gehirn war bereits dazu fähig, Werkzeuge zu nutzen und zu verstehen. Homo habilis konnte sich vorstellen, wie das Werkzeug verbessert werden musste. Er konnte bereits Werkzeuge aus Steinen herstellen, mit denen der Nahrungserwerb vereinfacht wurde. So konnten Stöcke angespitzt und erlegte Tiere zerteilt werden. B 1 Nachbildung eines Australopithecus B 2 Skelettteile von „Lucy“ B 3 Nachbildung eines Homo habilis Zusatzmaterial v4r3be Die Entwicklung der ersten Menschen Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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