BioTOP 4, Schulbuch

61 Homo erectus – der „aufgerichtete Mensch“ Die etwa 1,8 Millionen Jahre alten Fossilien des Homo erectus fand man auf verschiedenen Kontinenten ( B 4). Er war der erste menschliche Vorfahre, der sich über Afrika hinaus verbreitete. Die ältesten Funde stammen aus Afrika, jüngere aus Nord-Israel, China, Südeuropa und der indonesischen Insel Java. Daher muss Homo erectus Asien und Europa von Afrika aus auf verschiedenen Wanderrouten besiedelt haben. Man nimmt an, dass Homo erectus etwa 1,4 m bis 1,8 m groß wurde. Erhaltene Werkzeuge weisen auf ein Leben als Jäger hin. Vielleicht war die Suche nach Beute ein Grund für die Wanderungen. Man fand auch Überreste von Lagerfeuern. Die Fähigkeit, Feuer zu nutzen, war entscheidend für die weitere Entwicklung des Menschen. Nun konnten Licht und Wärme in Gebiete mit kühlerem Klima gebracht werden. Feuerstellen sind außerdem ein Schutz vor Raubtieren. Gegartes Fleisch war leichter zu kauen, wodurch sich im Lauf der Evolution kleinere Zähne und schwächere Kiefer entwickelten. Außerdem ist gekochte Nahrung länger haltbar und vor allem leichter zu verdauen. So erhält der Körper mehr Kalorien und mehr Eiweiß. Die Ernährung von Homo erectus ermöglichte das Wachstum des Gehirns. Eine einheitliche Gehirngröße lässt sich nicht angeben, da sich das Gehirn von Homo erectus stark vergrößerte. Mit 650 bis 1 250 cm3 war es deutlich größer als das von Homo habilis, was auch größere Schädelknochen erforderte ( B 5). Die Hände von Homo erectus waren gut zum Greifen und weniger gut zum Klettern geeignet. Neben der entscheidenden Entwicklung des Gehirns mussten sich auch das Tastempfinden und das feinmotorische Geschick verbessern. Das größere Gehirn ermöglichte die Verarbeitung der Sinneseindrücke und die bessere Bewegungssteuerung. Das war ein weiterer bedeutsamer Schritt für die menschliche Entwicklung. So konnten weitere Werkzeuge hergestellt werden und sich langsam eine Kultur, zB Höhlenmalereien, entwickeln. Man nimmt an, dass Homo erectus bereits eine Art Lautsprache entwickelt hatte. Diese Fähigkeit bildete sich über Millionen Jahre hinweg mit der Entwicklung des Gehirns sowie des Kehlkopfes. Die Kommunikation über Laute hat den Vorteil, dass weniger Gestik genutzt werden muss und die Hände für anderes frei bleiben. Wann genau Homo erectus ausgestorben ist, können Wissenschafterinnen und Wissenschafter nicht genau sagen. Aus Homo erectus entwickelten sich gleichzeitig zwei neue Arten der Gattung Homo. In Europa trat erstmals der Neandertaler (Homo neanderthalensis) auf, in Afrika der Homo sapiens. B 4 Nachbildung eines Homo erectus Australopithecus Homo erectus Neandertaler Homo sapiens B 5 Vergleich der Schädelknochen in der menschlichen Entwicklung Zusammenfassung Zu den menschlichen Vorfahren zählen Arten der Gattung Australopithecus und Homo. Sie gingen bereits aufrecht. Im Laufe der Evolution wurde das Gehirn größer und die frühen Menschen lernten mit Werkzeug und Feuer umzugehen. 1 Vergleiche Australopithecus afarensis, Homo habilis und Homo erectus miteinander. Welche Merkmale zeigen bereits die Entwicklung zum modernen Menschen? Stelle deine Ergebnisse tabellarisch dar. 2 Notiere die Veränderungen des Gehirns, die entscheidend für die Entwicklung des modernen Menschen waren. Begründe, dass ohne diese Veränderungen der moderne Mensch nicht entstanden wäre. 3 Überlege, warum es Lücken im Stammbaum des Menschen gibt. Recherchiere Gründe dafür und vergleiche sie mit deiner Vermutung. Mach mit ZEuntdwieicskelmunBgusgcheschichte Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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