BioTOP 4, Schulbuch

63 Homo sapiens – der „weise Mensch“ Erste Funde des heute lebenden Menschen, des Homo sapiens, entdeckte man in Afrika. Fossilien im Alter von rund 600 000 Jahren ähneln noch denen des Homo erectus. Seit etwa 200 000 Jahren sind keine wesentlichen Unterschiede zwischen einem fossilen Skelett und dem eines heute lebenden Menschen zu erkennen ( B 4). Im Gegensatz zum Neandertaler hat der Homo sapiens einen schlankeren Körperbau. Vor etwa 100 000 Jahren breitete sich Homo sapiens über die arabische Halbinsel und den Nahen Osten in Asien aus, später auch in Europa und weiter über die gesamte Erde. Er ist die einzige heute noch lebende Menschenart. Der frühe Homo sapiens war Sammler und Jäger. Sein Gehirnvolumen erreichte bereits über 1 300 cm3. Die Lebenserwartung stieg und damit auch die Zeit, die zum Erwerb und zur Weitergabe von Wissen zur Verfügung stand. Bald entwickelte er mit großem Geschick Werkzeuge und Schmuck. Homo sapiens fertigte auch Höhlenmalereien an, zB in den spanischen Höhlen in Altamira und in den französischen Höhlen in Niaux oder Lascaux ( B 5). Der bedeutendste österreichische Fund ist die Venus von Willendorf. Dabei handelt es sich um eine 11 cm große Steinstatue einer unbekleideten Frau, die knapp 30 000 Jahre alt ist ( B 6). Man fand auch Bestattungsstätten der Toten, wenn auch später als beim Neandertaler. Das deutet darauf hin, dass sich diese Menschen bereits eine Vorstellung über das Leben nach dem Tod machten. Das Denken an eine Zukunft ist eine menschliche Eigenschaft. Vor etwa 12 000 Jahren wurden Menschen im Nahen Osten sesshaft und begannen mit Ackerbau. Nutztiere wurden gezähmt, Häuser erbaut. Dadurch entstanden Orte, Städte und erste Zivilisationen. Vor rund 5 000 Jahren entstand die Schrift in Ägypten und Mesopotamien. Damit war Sprache erstmals nicht nur mündlich. Wissen konnte in aufgezeichneter Form an die Nachkommen weitergegeben werden. So gewinnen wir heute Wissen über das Leben vergangener Zeiten. Im Laufe der letzten 12 000 Jahre hat sich durch Homo sapiens, uns moderne Menschen, eine weltweite Gesellschaft entwickelt. Man schätzt, dass vor 12 000 Jahren etwa 5 Millionen Menschen auf der Erde lebten. Heute liegt die Weltbevölkerung bei über 8 Milliarden Menschen. B 5 Malerei in den Höhlen von Lascaux (Frankreich) B 6 Venus von Willendorf Zusammenfassung Aus Homo erectus entwickelten sich unabhängig voneinander der Neandertaler und der moderne Mensch (Homo sapiens). Der Neandertaler war kräftiger gebaut und lebte in Europa. Er starb vor 40 000 Jahren aus. Die einzige heute noch lebende Menschenart ist der Homo sapiens. 1 Erstelle mithilfe eines digitalen Tools, zB Padlet, eine Zeitleise zur Entwicklung des modernen Menschen. Ergänze wichtige Errungenschaften (zB Werkzeuge), Zeitangaben und Bilder. Achte auf die Bildrechte. 2 Stelle eine Vermutung an, wie der Mensch sich auf der ganzen Erde ausbreiten konnte, obwohl die Kontinente getrennt sind, zB in Nordamerika. Recherchiere anschließend und vergleiche mit deiner Vermutung. Mach mit ZEuntdwieicskelmunBgusgcheschichte Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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