64 Arbeitsheftseite 32 Wir Menschen prägen die Erde. Viele Wissenschafterinnen und Wissenschafter schlagen daher vor, dass aktuelle Erdzeitalter Anthropozän („anthropos“ bedeutet auf Griechisch Mensch) zu nennen. Grund dafür ist der große Einfluss des Menschen auf die Lebewesen, das Klima und allgemein die Entwicklung der Erde. Der Einfluss vergrößert sich durch die steigende Weltbevölkerung. Vor dem Jahr 0 lag die Zahl der Menschen auf der Erde im niedrigen Millionenbereich ( B 1). Durch die Entwicklung der Landwirtschaft und die industrielle Revolution stieg die Weltbevölkerung rasant. Heute geht man von 8 bis 9 Milliarden Menschen aus. Einfluss des Menschen auf Lebewesen Der Mensch verändert Lebewesen, vor allem Pflanzen und Tiere, seit Tausenden von Jahren. Seit der Homo sapiens vor etwa 10 000 Jahren sesshaft wurde, begann er Pflanzen zu züchten. Pflanzen mit bestimmten Merkmalen werden gezielt vermehrt. Heute ist diese Veränderung gezielt mittels Gentechnik möglich (siehe Seite 50). Ähnliches gilt für Nutz- und Haustiere, die der Mensch gezähmt und gezüchtet hat (siehe Seite 96). Außerdem ist der Mensch für das Aussterben von Lebewesen verantwortlich ( B 2). Neben dem gezielten Töten können Tiere auch durch die Einführung fremder Arten oder Krankheiten sterben. Einfluss des Menschen auf Lebensräume Eine bedeutende Ursache für das Aussterben von Lebewesen ist die Zerstörung von Lebensräumen. Bereits mit der Sesshaftwerdung wurden Siedlungen gegründet und mit der Zeit immer größere Orte und Städte (mehr zur Stadt erfährst du ab Seite 106). Sobald sich ein Mensch an einem Ort niederlässt, bedeutet dies einen Eingriff in die Natur. Dazu gehören nicht nur der Bau von Siedlungen und Straßen, sondern auch die Versiegelung von Böden, die Trockenlegung von Feuchtgebieten und die intensive Landwirtschaft ( B 3). Hinzu kommen noch Umweltverschmutzung und die Verwendung fossiler Brennstoffe. Einfluss des Menschen auf das Klima Es gab in der Erdgeschichte immer wieder Zeiten, in denen die Temperatur anstieg. Auch am Ende der letzten Eiszeit wurde es wärmer. Heute jedoch passiert die Erderwärmung so schnell wie noch nie. Wir erleben den menschengemachten Klimawandel, der weitreichende Folgen hat ( B 4). Diese Erderwärmung ist eine Folge der Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Zwar gibt es einen natürlichen Treibhauseffekt, der die Erde überhaupt warm genug zum Leben macht, doch die zusätzlichen Treibhausgase aus Verkehr, Heizungen, Industrie und Landwirtschaft verstärken ihn. So entsteht der menschengemachte Treibhauseffekt. Mehr zum Klimawandel erfährst du ab Seite 68. 8 000 7 000 6 000 5 000 4 000 3 000 2 000 1 000 0 10 000 Millionen Menschen Jahre 8 000 6 000 4 000 2 000 0 2 000 Industriezeitalter Agrarzeitalter B 1 Die Entwicklung der Weltbevölkerung in den letzten 12 000 Jahren B 2 Das Nashorn ist durch den Menschen vom Aussterben bedroht. B 3 Die Nutzung von Lebensräumen bedeutet oft Versiegelung von Böden. B 4 Der Klimawandel führt zu starken Hitzeperioden und Dürren. Wie der Mensch die Erde prägt Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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