BioTOP 4, Schulbuch

70 Arbeitsheftseite 35 Das Klima verändert sich – täglich berichten die Medien über neue Rekordtemperaturen oder Unwetterkatastrophen. Woran erkennt man den Klimawandel? Das Klima einer Region ergibt sich aus Wetterbeobachtungen über viele Jahre. Aktuelle Wetterereignisse werden meist mit den Durchschnittsergebnissen der letzten 30 Jahre verglichen, zB mit der Temperatur oder dem Niederschlag an einem bestimmten Tag oder Monat. In Wien werden seit 1775 die Temperaturen, seit 1841 die Niederschläge und seit 1911 die Windstärken aufgezeichnet. Klimaforscherinnen und -forscher können anhand dieser Aufzeichnungen Veränderungen eindeutig wahrnehmen ( B 1). Deutlich sichtbar ist der verstärkte weltweite Anstieg der Temperatur seit den 1980er-Jahren. Was bedeutet Klimawandel? Das Klima auf der Erde hat sich seit ihrer Entstehung vor 4,6 Milliarden Jahren immer wieder verändert. Der glühende Gasball erstarrte zu einem wasserreichen Planeten, auf dem vor etwa 3,5 Milliarden Jahren Leben entstand. Ursachen für Klimaveränderungen waren zB andere Planeten, die den Neigungswinkel der Erde oder ihre Umlaufbahn um die Sonne veränderten, wodurch die Temperatur anstieg oder sank. Dieser natürliche Klimawandel fand langsam statt – über Tausende von Jahren. Lebewesen konnten sich über viele Generationen durch Mutationen und Selektionen an die veränderten Umweltbedingungen anpassen (siehe Seite 48). Wenn sich das Klima rasch verändert, sterben Arten aus. Das passierte zB am Ende des Erdmittelalters, als ein Meteorit in die Erde einschlug (siehe BioTOP 3). Sehr schnell passiert auch der anthropogene (= durch Menschen verursachte) Klimawandel. In den letzten 150 Jahren ist die durchschnittliche Temperatur bei uns fast um 2 ° Celsius angestiegen. Grund dafür ist der zunehmende Ausstoß (die Emission) von Treibhausgasen. Sie bilden eine dichte Gasschicht in der Wetterschicht, die verhindert, dass in der Nacht Wärme von der Erde ins Weltall abstrahlen kann. Pflanzen können sich kaum an die raschen Veränderungen anpassen. Viele sterben wegen der Trockenheit oder Hitze ( B 2). Ein- oder zweijährige Pflanzen verlagern ihren Lebensraum langsam in kühlere Gebiete, in denen die Samen auskeimen und die Pflanzen bis zur Samenreife überleben. Auch Tiere suchen sich neue Lebensräume. In Österreich verschwinden manche Arten (Artensterben), neue Arten wandern ein. Mit den neuen Pflanzen und Tiere kommen auch Schädlinge und Krankheiten (zB Pilze). Diese bedrohen die heimischen Ökosysteme. Sie bringen auch Gefahren für den Menschen, zB die Asiatische Tigermücke, die Überträgerin einiger Krankheiten sein kann ( B 3) oder Ragweed (Ambrosie), das bei manchen Menschen starke Allergien auslöst ( B 4). –2 Abweichung der jährlichen Temperatur (°C) 1900 –1 0 1 2 1920 1940 1960 1980 2000 2020 B 1 Temperaturanstieg in Österreich (rote Linie) und weltweit (violette Linie) B 2 Manche Bäume überleben den Klimawandel nicht. B 3 Die Asiatische Tigermücke B 4 Ragweed (Ambrosie) kann starke Allergien auslösen. Zusatzmaterial v56c2t Klimawandel Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==