72 Arbeitsheftseite 36 Der Klimawandel betrifft nicht nur einzelne Länder oder Gebiete – er verändert die gesamte Welt und ihre Lebewesen. Wüstenflächen breiten sich aus, Eisflächen schmelzen. In vielen Ländern wird das Trinkwasser knapp. Naturkatastrophen, die durch die Temperaturerhöhung verursacht oder verstärkt werden, nehmen zu ( B 5). Artensterben Die Roten Listen sind Datenbanken, in denen alle Arten heimischer Lebewesen, aber auch alle Biotopformen aufgelistet sind. Sie werden darin als nicht gefährdet, als gefährdet, als stark gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben angeführt. In Österreich sind vor allem Lebewesen, die im Gebirge vorkommen, bedroht. Durch die Temperaturerhöhung steigt die Waldgrenze, alpine Pflanzen werden verdrängt ( B 1). Tiere, die an das kühle Klima angepasst sind, können nicht weiter nach oben ausweichen und sind gefährdet, zB die Gämse oder das Murmeltier ( B 2). Durch Pflanzen, die aus wärmeren Gebieten wie dem Mittelmeerraum zu uns kommen, können heimische Pflanzen verdrängt werden. Dadurch verschwinden auch alle Tiere, die sich von ihnen ernähren, vor allem Insekten und in Folge auch die Insekten fressenden Vögel und Reptilien. Wenn Pflanzenbestäuber verschwinden, gibt es keine Samen und auch die Pflanzen sterben aus. Außerdem gelangen neue Pflanzenkrankheiten (Viren, Bakterien, Pilze) und Insekten zu uns, die in der Landwirtschaft als Schädlinge gelten. Alle heimischen Amphibien sind bedroht. Durch die Klimaerwärmung verschwinden ihre Lebensräume, weil Laichplätze austrocknen. Naturkatastrophen Hitzeperioden und Dürre (Trockenheit) setzen den Pflanzen und Tieren zu. Wenn Pflanzen vor der Samenreife vertrocknen, können sie sich nicht vermehren. Tiere verdursten oder verhungern, wenn ihre Futterpflanzen verschwinden. Trockenheit und Hitze erhöhen auch die Gefahr von Waldbränden ( B 3). Der Temperaturanstieg der Meere führt dazu, dass mehr Wasser verdunstet. Es bilden sich größere Regenwolken, die mehr Niederschläge mit sich bringen. Die wärmeren Meere verändern die Stärke und Richtung der Winde in Österreich. Der bei uns übliche Westwind wird schwächer oder setzt aus. Gewitterwolken werden größer als sonst und bleiben lange über einem Gebiet stehen, wodurch enorme Regenmengen fallen. Auch Hagel mit sehr großen Körnern kann auftreten. Nach langen Trockenperioden können die Böden kein Wasser aufnehmen, es kommt zu Überflutungen und Murenabgängen ( B 4). Heftige Stürme verwüsten große Waldflächen, in Städten entwurzeln sie Bäume, knicken Strommasten und beschädigen Gebäude ( B 6). B 1 Wenn die Waldgrenze steigt, verschwinden alpine Pflanzen und an die Kälte angepasste Tiere. B 2 Das Murmeltier gräbt seine Höhlen unter alpinen Rasen. B 3 Durch Trockenheit steigt die Gefahr von Waldbränden. B 4 Hochwasser an der Donau Folgen des Klimawandels Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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