82 Arbeitsheftseite 42 Äcker, Felder, Weiden und landwirtschaftliche Gebäude bilden zusammen die vom Menschen geschaffene sogenannte Kulturlandschaft ( B 1). Kultivieren bedeutet „etwas anbauen“. Die Pflanzenproduktion und die Nutztierhaltung sind die zwei großen Gebiete der Landwirtschaft. Die ersten Nachweise von Landwirtschaft stammen aus der Jungsteinzeit. Vor etwa 13 000 Jahren wurde der Mensch, der vorher umherzog und als Jäger und Sammler lebte, sesshaft. Er begann, Pflanzen anzubauen und Tiere zu halten. Vor der Erfindung des künstlichen Düngers gab es die historische Landwirtschaft. Damals wurden die Äcker nur mit natürlichen Düngern wie Stallmist (Stroh mit Kot und wenig Harn vermischt) und Jauche (Flüssigkeit aus Ausscheidungen der Stalltiere) gedüngt. Auf den Feldern wuchsen neben den angebauten Pflanzen auch viele Wildkräuter. Ernteausfälle führten immer wieder zu Hungersnöten. In aufeinanderfolgenden Jahren baute man Pflanzen aus unterschiedlichen Familien mit unterschiedlichen Nährstoffbedürfnissen an („Fruchtfolge“). Dann lagen die Böden ein Jahr lang brach, wurden also nicht bepflanzt, und konnten sich erholen. In diesem Jahr wuchsen Wildpflanzen, die dann in den Boden eingearbeitet wurden (Gründüngung), wodurch wieder Mineralsalze in den Boden gelangten. Durch die Fruchtfolge wurde die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten vermieden und das Wachstum der Bodenlebewesen gefördert. Heute decken Landwirtinnen und Landwirte nicht nur ihren eigenen Bedarf, sondern versorgen auch andere Menschen, zB in den Städten, mit Nahrungsmitteln. Vieles wird auch in andere Länder exportiert. Um größere Erträge zu sichern, werden heute große Maschinen und in der konventionellen Landwirtschaft auch Kunstdünger eingesetzt. Die Mineralsalze in den Pflanzen werden durch die Ernte und den Abtransport der Pflanzen aus dem Stoffkreislauf entfernt. Sie müssen durch Dünger ersetzt werden. Konventionelle Landwirtschaft Konventionell bedeutet „lange auf diese Art durchgeführt“. 1912 wurde erstmals durch chemische Verfahren aus Erdöl und Mineralsalzen (zB Stickstoff, Phosphor, Kalium) Kunstdünger hergestellt. Luftstickstoff wird dafür in einem aufwändigen Prozess in ein Mineralsalz umgewandelt. Dafür wird viel Energie benötigt. Kunstdünger ist einfach anzuwenden und enthält Nährstoffe, die der Boden für optimales Pflanzenwachstum benötigt. Früher dachte man, dass mehr Dünger besser wäre. Tatsächlich ist ein Zuviel an Dünger schädlich. Was die Pflanzen nicht aufnehmen können, belastet den Boden und die Destruenten. Aus stickstoffhaltigem Dünger können Bakterien bei Überschuss Nitrat (NO3 –) bilden, das in naheliegende Gewässer und ins Grundwasser gelangen kann und diese gefährdet (siehe BioTOP 3). Auch im Gemüse kann Nitrat nachgewiesen werden. Bei Bodennässe kann sich daraus Lachgas (N2O) bilden, das als Treibhausgas 265-mal wirksamer ist als CO2. B 1 Felder sind Teil der Kulturlandschaft. B 2 Kartoffel-Monokultur B 3 Kunstdünger wird verstreut. B 4 Chemische Mittel gegen Schädlinge werden versprüht. Entwicklung der Landwirtschaft Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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