83 Monokulturen statt Artenvielfalt Bei der konventionellen Landwirtschaft werden großflächige Monokulturen angelegt ( B 2). Oft wächst hier über viele Jahre nur eine Pflanzenart, zB Getreide, Mais, Raps oder Kartoffeln. Dadurch werden dem Boden aber Jahr für Jahr dieselben Nährstoffe entzogen. Diese werden durch Kunstdünger ersetzt ( B 3). Mehrjährige Monokulturen sind außerdem anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Diese können sich stark vermehren und im Boden überwintern. Um das zu verhindern, werden chemische Mittel gegen Krankheiten, Schädlinge und Unkräuter eingesetzt ( B 4). Diese können wichtige Destruenten und Insekten töten. Außerdem können sie in die Lebensmittel und dadurch in unser Essen gelangen. Die Artenvielfalt nimmt ab. Pflanzen, die sich im Laufe der Evolution an die verschiedenen Bodenarten angepasst haben, werden durch Pflanzen verdrängt, die viele Nährstoffe benötigen. Insekten verschwinden, mit ihnen auch Tiere, die sich von ihnen ernähren und die Pflanzen, die durch sie bestäubt werden. Bodenbrütende Vögel finden keine Nistplätze oder die Gelege werden von den Maschinen zerstört. Durch das Zusammenlegen von Feldern verschwinden Hecken und Raine (Randstreifen). Mit ihnen gehen Wildblumen, Amphibien, Reptilien, viele Vogelarten, kleine Säugetiere und andere Heckenbewohner verloren (siehe „Lebensraum Hecke“ in BioTOP 3). Bodenverdichtung und Erosion Der Boden wird durch schwere Maschinen verdichtet und dadurch geschädigt ( B 5). Verdichteter Boden kann bei Niederschlägen nur wenig Wasser aufnehmen, Überschwemmungen sind die Folge. Damit wird auch wertvoller Humus weggeschwemmt, in dem die Destruenten leben. Es kommt zu Bodenerosion ( B 6). Der Klimawandel verschärft die Situation durch lange Trockenphasen und heftige Unwetter. Ein weiterer Grund für Erosion sind die von Wildpflanzen befreiten Böden, auf denen die Saat erst spät aufgeht oder früh geerntet wird. Ohne schützende Hecken trägt der Wind den Boden ab. Ohne Pflanzenbewuchs verdunstet viel Wasser, daher muss oft künstlich bewässert werden ( B 7). Durch den hohen Wasserverbrauch sinkt in manchen Regionen der Grundwasserspiegel. Dadurch gibt es weniger Trinkwasser, tief wurzelnde Bäume leiden an Wassermangel und Feuchtgebiete können austrocknen. B 5 Durch schwere Arbeitsmaschinen wird der Boden verdichtet. B 6 Bodenerosion durch Wind Zusammenfassung Die konventionelle Landwirtschaft steigert die Erträge durch die Anlage von Monokulturen, die Zusammenlegung von Feldern und die Verwendung großer Arbeitsmaschinen. Der Einsatz von Kunstdünger und chemischen Mitteln gegen Unkräuter, Schädlinge und Krankheiten gefährdet die Bodenlebewesen und die Artenvielfalt. Durch Wind und Regen kann es zu Bodenerosion kommen. B 7 Künstliche Bewässerung 1 Was waren die ersten Nutzpflanzen und -tiere des Menschen? Gib diese Frage in eine Suchmaschine ein und notiere die Antworten. 2 Notiere in einer Tabelle die Vor- und Nachteile von Kunstdünger. 3 Besuche einen Obst- oder Gemüseanbaubetrieb. Informiere dich über die Bewirtschaftungsform (konventionell oder biologisch). Was wird angebaut? Wie groß sind die Felder? Wie hoch ist der Ertrag? Sind Auswirkungen des Klimawandels spürbar? Mach Fotos und beschreibe den Betrieb in einer digitalen Präsentation. Mach mit ZL au nd i ewsier tms c Bh au fcth Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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