BioTOP 4, Schulbuch

84 Arbeitsheftseite 43 In Österreich wurden 2024 über 27% der landwirtschaftliche Fläche biologisch bewirtschaftet. Österreich hat damit den höchsten Anteil in der Europäischen Union, der Durchschnitt in der EU lag bei etwa 11 %. Landwirtinnen und Landwirte mit biologischer Landwirtschaft bauen Nutzpflanzen ohne Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel an und betreiben artgerechtere Nutztierhaltung. Natürlicher Pflanzenschutz Pflanzen, die einander im Wachstum fördern und Schädlinge vertreiben, werden nebeneinander angebaut ( B 1). Zur Bekämpfung von Schädlingen werden biologische Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt oder nützliche Insekten (Nützlinge) gefördert. Zu den biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln gehören unter anderem Pflanzensäfte und -tees, zB von Brennnesseln oder Schachtelhalmen. Sie werden zur Stärkung, zur Abwehr von Schädlingen oder als Spritzmittel gegen Pilzerkrankungen verwendet. Nützlinge kommen zum Einsatz. Sie fressen Schädlinge oder deren Larven im Boden oder auf den Pflanzen. Dazu zählen bestimmte Fadenwürmer (Nematoden), Marienkäfer und ihre Larven ( B 2), Florfliegen-Larven ( B 3) und Schlupfwespen ( B 4). Organischer Pflanzendünger In der biologischen Landwirtschaft wird auf Kunstdünger weitgehend verzichtet. Stattdessen werden organische Dünger wie Kompost, Jauche und Stallmist aus Bio-Betrieben verwendet. Auch Pflanzenjauchen (zB aus Brennnesseln) und gemahlene Gesteine (Steinmehl) kommen zum Einsatz. Dadurch werden der Boden und die Gewässer geschont. Organischer Dünger wird von Destruenten langsam abgebaut und fördert die Durchlüftung des Bodens. Aber auch hier ist Überdüngung möglich. Meist wird jedes Jahr eine andere Pflanzenart angebaut (Fruchtwechsel). Dadurch können sich Schädlinge und Krankheiten nicht so leicht vermehren und der Boden wird nicht einseitig ausgelaugt. Durch den Anbau von zB Rot-Klee wird der Boden mit Stickstoffverbindungen angereichert. Rot-Klee gehört zu den Hülsenfrüchtlern. Die Knöllchenbakterien von Hülsenfrüchtlern machen Luftstickstoff für den Boden verfügbar (Gründüngung). Stickstoff ist ein wichtiger Nährstoff für das Pflanzenwachstum. Bio ist gesünder und schmeckt besser Nahrungsmittel aus biologischer Landwirtschaft sind durch den höheren Arbeitsaufwand etwas teurer, schmecken aber meist besser. Sie enthalten mehr Vitamine und wertvolle Spurenelemente, aber keine Schadstoffe wie Nitrate oder chemische Mittel gegen Schädlinge (siehe Seite 82–83). Ohne Kunstdünger wachsen die Pflanzen langsamer und haben mehr Zeit zu reifen. B 1 Biologisch angebautes Gemüse B 2 Ein Marienkäfer frisst Blattläuse B 3 Eine Florfliege – ihre Larven sind Nützlinge B 4 Eine Schlupfwespe Zusatzmaterial v5k9bh Biologische Landwirtschaft Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==