BioTOP 4, Schulbuch

86 Arbeitsheftseite 44 Menschen sind als Konsumenten 1. oder 2. Ordnung von Pflanzen abhängig. Österreicherinnen und Österreicher nehmen mit ihrer Nahrung durchschnittlich etwa 45 % Kohlenhydrate, 37% Fett und 15 % Eiweiß sowie Ballaststoffe und Spurenelemente zu sich ( B 1). Diese Nahrungsmittel müssen zur Verfügung stehen, um die Bevölkerung zu ernähren. Im besten Fall werden sie regional hergestellt und verarbeitet. Nutzpflanzen dienen nicht nur als Nahrung, sondern auch als Futter für die Nutztiere. Dadurch erhöht sich der Bodenbedarf. Aus einigen Nutzpflanzen kann man Bio-Kraftstoffe herstellen. Ernährung für die wachsende Weltbevölkerung Als Jäger und Sammler zogen die Vorfahren der Menschen durch die Landschaft. Sie jagten Tiere, um ihren Proteinbedarf zu decken, und sammelten, was sie an essbaren Pflanzen und reifen Früchten, Samen und Nüssen finden konnten. Den Bedarf an Kohlenhydraten deckten sie unter anderem über die Samen von Wildgetreide. Vor etwa 12 000 Jahren begannen die Menschen sesshaft zu werden. Damals lebten auf der gesamten Erde etwa 5 bis 10 Millionen Menschen, in Europa etwa 410 000. Heute gibt es weltweit etwa 8,3 Milliarden Menschen, in Europa etwa 800 Millionen ( B 3). Damit immer mehr Menschen ernährt werden können, muss der Ertrag pro Fläche gesteigert werden. Dies geschieht durch den Einsatz von Kunstdünger und durch künstliche Bewässerung. Auch die weltweite Anbaufläche nimmt zu, zB in den Regenwäldern (siehe Seite 74). Dadurch gehen wertvolle Biotope verloren, viele Arten sterben aus, das Gleichgewicht von Produzenten, Konsumenten, Destruenten geht verloren. Eine Folge davon ist der weltweite Klimawandel. Wenn die schützende Pflanzendecke fehlt, droht Bodenerosion. Humus geht durch Kunstdünger und chemische Spritzmittel verloren, weil die Bodenorganismen absterben. Auf einem toten Boden wächst auch mit Kunstdünger nicht mehr viel – es kommt zur Bodenerschöpfung. Nicht überall können neue Anbauflächen gewonnen werden: In Österreich verschwinden jährlich 11 km2 landwirtschaftliche Flächen für Straßen, Häuser und Erholungsgebiete ( B 2). Ernährung ist ein globales Thema – es ist wichtig, darauf zu achten, woher unser Essen stammt und wie es produziert wurde! Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch werden im Durchschnitt mehr als 15 000 l Wasser benötigt. Wie stark die Umwelt belastet wird, hängt davon ab, wie und wo die Rinder gehalten werden. Wird für Weiden oder Futtermittel zB Regenwald gerodet, werden etwa 49 m2 Fläche genutzt und rund 80 kg Treibhausgase freigesetzt ( B 3, Seite 74). Heimische Bio-Rinder brauchen ebenfalls viel Weidefläche. Grünland speichert jedoch etwa ein Drittel des Kohlenstoffs an Land ( B 4). Dadurch entstehen hier im Durchschnitt nur etwa 14 kg Treibhausgase pro Kilogramm Fleisch. Für 1 kg Linsen ( B 6, Seite 93) benötigt man ca. 15 m2 Boden und 1 250 l Wasser und setzt 1,2 kg Treibhausgase frei. Fette Eiweiß Kohlenhydrate Ballaststoffe, Spurenelemente B 1 Durchschnittliche Nährstoffaufnahme von Personen in Österreich B 2 Für Siedlungen gehen Ackerflächen verloren. 7 3 0 5 6 8 9 4 2 1 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 2030 B 3 Die Weltbevölkerung (in Milliarden) hat sich seit 1950 mehr als verdreifacht. B 4 Rinder in Freilandhaltung schonen das Klima. Globale Landwirtschaft Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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