BioTOP 4, Schulbuch

87 Mehr Ertrag durch Pflanzenzucht Nutzpflanzen sind meistens durch Zucht aus Wildpflanzen entstanden. Bei der Zucht wurden einige Eigenschaften der Pflanzen gezielt verändert (siehe Seite 52). Dies geschah zB dadurch, dass man Pflanzen, die zufällig über die gewünschten Eigenschaften verfügten, vermehrte. Die Körner der Wildgetreide fielen von den Pflanzen zu Boden, sobald sie reif waren – man musste sie mühsam mit der Hand aufsammeln. Also säte der Mensch die Samen von einzelnen Pflanzen, bei denen sie im reifen Zustand nicht herausfielen. Die Samenkörner heutiger Getreidesorten bleiben im Fruchtstand (in der Ähre) und können maschinell herausgelöst werden ( B 5). Auch die Reifezeit des Getreides und anderer Pflanzen wurde verkürzt, also die Zeit, die eine Pflanze zu ihrer Entwicklung braucht. Der Ertrag wurde durch die Züchtung größerer Pflanzen oder Früchte gesteigert, zB bei der Zwetschge (Urform: Schlehe,  B 6). Auch auf Abwechslung wurde bei der Zucht Wert gelegt, zB durch verschieden schmeckende Apfelsorten oder Kohlarten, bei denen unterschiedliche Pflanzenteile verwendet werden ( B 7). Bei anderen Pflanzen wurden enthaltenen Gift- und Bitterstoffe oder die Anzahl der Samen verringert. Massentierhaltung verursacht Tierleid Um viel Fleisch zu produzieren, werden Tiere oft unter qualvollen Bedingungen gehalten und mit gentechnisch verändertem Soja aus Südamerika gemästet. Auf viel zu engem Raum sind sie aneinandergedrängt. Das verursacht Stress und führt zu Aggression. Die Tiere verletzen einander. Um das zu verhindern, werden Hühnerkücken die Schnäbel und Ferkeln die Eckzähne gekürzt. Schweine werden in zu kleinen Ställen zusammengepfercht und verletzen sich und andere Tiere (siehe Seiten 98–99). Auf engem Raum können sich Krankheiten leichter ausbreiten. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, müssen oft hunderte Tiere getötet werden. Achtsamer Konsum Jährlich landet in Österreich 1 Million Tonnen Lebensmittel im Müll, davon werden 58 % in privaten Haushalten weggeworfen. Diese Lebensmittel wurden aufwändig, kosten- und zeitintensiv hergestellt. Vieles davon war noch genießbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum (im Gegensatz zum Verbrauchsdatum) kann bei zahlreichen Produkten überschritten werden – teilweise sehr lange. B 5 Mähdrescher auf einem Weizenfeld B 6 Schlehen (links, Größe bis 1,5 cm), Zwetschken (rechts) B 7 Verschiedene Kohlarten Zusammenfassung Die Weltbevölkerung steigt stetig – die Versorgung mit Nahrung ist ein globales Thema. Die Folgen sind der Einsatz von Kunstdünger und chemischen Spritzmitteln, die Rodung von Regenwäldern und qualvolle Massentierhaltung. Achtsamer Konsum ist ein Beitrag zum Schutz der Erde und des Klimas. 1 Recherchiere den Bodenbedarf und den Wasserbedarf für die Herstellung von 1 kg Kartoffeln (berechnet aus dem Ertrag pro m2). Vergleiche das mit der Herstellung von 1 kg Rindfleisch. 2 Notiere in einer Tabelle die Pflanzen, die du an einem Tag isst, und (wenn möglich) ihren Herkunftsort. Auch Knabbereien und Süßigkeiten enthalten Pflanzen! 3 Jemand postet: „Ich esse nur das, was es vor 10 000 Jahren schon gab. Alles andere ist ungesund.” Verfasse eine Antwort, ergänze sie durch ein Foto. Mach mit ZL au nd i ewsier tms c Bh au fcth Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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