88 Arbeitsheftseite 46–47 Als Getreide bezeichnet man einige Pflanzen, die zu den Süßgräsern gehören. Auch die geernteten Körner dieser Pflanzen heißen Getreide. Der Mensch baute schon vor 13 000 Jahren Einkorn und Emmer, zwei Weizenarten, an und wurde so sesshaft. Ursprünglich enthielten die Ähren nur wenige Körner, die reif zu Boden fielen. Durch Zucht wurden es mehr Körner, die reif in der Ähre bleiben. Die Hüllblätter der Getreidekörner werden Spelzen genannt. Bei manchen Arten sind sie durch haarförmige Grannen verlängert ( B 4). Verschiedene Getreidesorten werden jahrelang in Monokulturen angebaut. Wenn das Getreide reif ist, schlagen (dreschen) Mähdrescher die Körner aus den Ähren. Die ausgedroschenen und trockenen Halme bezeichnet man als Stroh. Es wird anschließend zu Ballen gebunden und als Einstreu im Stall verwendet. Weizen und Dinkel Weizen wächst bevorzugt in wärmeren Gegenden. Seine Spelzen besitzen keine oder sehr kurze Grannen ( B 1). Seine Ähren stehen auch im reifen Zustand eher aufrecht. Aus Weizen stellt man Mehl für zB Weißbrot oder Nudeln her. Er kann auch zur Biererzeugung verwendet werden. Der Dinkel ist eine alte Form des Weizens ( B 2). Er enthält viele Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine und ist daher sehr gesund. Dinkel wird ähnlich verwendet wie Weizen. Roggen Roggen wird bis zu 1,75 m hoch. Er wird in vielen Teilen Österreichs angebaut, da er auch in höheren Lagen wachsen kann. Seine Ähre ist nicht flach oder rund, sondern vierkantig ( B 3). Die Spelzen tragen kurze Grannen. Die reifen Ähren stehen leicht geneigt. Der Roggen wird als Futter für Nutztiere und zur Schwarzbrotherstellung verwendet. Aus Wasser und Roggenmehl wird unter Zugabe von Milchsäurebakterien Sauerteig hergestellt. Sauerteig lockert den Brotteig auf und verbessert den Geschmack und die Haltbarkeit des Brotes. Gerste Gerste ist wenig temperaturempfindlich. Sie kann sogar bei Temperaturen unter 10 °C wachsen und so auch in sonnigen Lagen bis in 1 800 m Höhe vorkommen. Die Spelzen tragen bis zu 15 cm lange Grannen ( B 4). Gerste wird zur Herstellung von hellem Mehl, Tierfutter und Malz verwendet. Malz ist ausgekeimtes Getreide, das zur Herstellung von Süßungsmittel, Malzkaffee und Bier dient. Hafer Hafer bildet keine Ähren ( B 5). Er stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden und ist nicht wärmebedürftig. Hafer benötigt aber viel Wasser. Die Körner des Hafers haben eine besonders schlanke Form. Sie werden zu Haferflocken gepresst. Hafer ist leicht verdaulich und durch die enthaltenen Vitamine und Mineralsalze sehr gesund, zB als Müsli. Ein Großteil der Ernte dient als Futter für Nutztiere. B 1 Der Weizen hat keine oder nur kurze Grannen. B 2 Der Dinkel hat keine Grannen. B 3 Der Roggen hat kurze Grannen. B 4 Die Gerste hat lange Grannen. Granne Spelze Ähre Zusatzmaterial v5ki35 Kohlenhydrate liefernde Pflanzen – Getreide Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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