BioTOP 4, Schulbuch

92 Arbeitsheftseite 49 Die Sonnenblume Die Sonnenblume zählt zur Familie der Korbblütler. Ihr Blütenstand besteht aus über tausend Einzelblüten ( B 1). Große, leuchtend gelbe Zungenblüten bilden die „Blütenblätter“ der Sonnenblume. Sie dienen der Anlockung der Blütenbestäuber, wie zum Beispiel Bienen, sind aber steril. Die Röhrenblüten im Inneren des Blütenstandes sind für die Fortpflanzung. Die Sonnenblume ist eine einjährige Pflanze. Vom Frühling bis zum Sommer wächst aus einem Samen („Sonnenblumenkern“) die bis zu 3 m hohe Pflanze heran. Der Blütenstand kann einen Durchmesser von bis zu 30 cm erreichen und bis zu 1 500 Samen produzieren. Die Sonnenblume entnimmt dem Boden viele Mineralsalze. Dichte Wurzeln verankern die hohe Pflanze im Boden. Sonnenblumenkerne werden zB für die Ölgewinnung, zur Herstellung von Margarine, als Knabberei und als Vogelfutter verwendet. Bei der Ölgewinnung werden die Sonnenblumenkerne geschält und dann gepresst. Der Pressrückstand („Ölkuchen“) dient als Futter für Nutztiere. Der Raps Der Raps zählt zu den Kreuzblütlern ( B 2, B 3). Aus den Samen des im Frühjahr blühenden Rapses wird Öl gewonnen. Die Samen werden mit einem Mähdrescher aus den Schoten gelöst und dann gepresst. Das Öl enthält viele Vitamine und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese lebensnotwendigen Stoffe kann der menschliche Körper nicht selbst herstellen und muss sie mit der Nahrung aufnehmen. Später angebauter Raps wird als Tierfutter verwendet oder im Herbst als Gründünger in den Boden eingearbeitet. Durch die Gründüngung kommen die in der Pflanze gebildeten Nährstoffe den Bodenlebewesen zugute. Außerdem wird der Boden aufgelockert und der natürliche Stoffkreislauf angeregt. Raps hat auch Bedeutung als Rohstoff für Schmieröl und Treibstoff für Dieselmotoren. Dieser Bio-Diesel ist in der Herstellung zwar teuer, doch bei der Verbrennung entstehen weniger umweltbelastende Verbrennungsrückstände als bei Diesel. Die Nutzung von Anbauflächen für die Gewinnung von Treibstoffen ist umstritten. Die Sojabohne Die Sojabohne gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler ( B 4). Sie enthält viel Eiweiß (37%), wird aber auch wegen ihres Ölgehalts (20 %) angebaut. Das Öl dient als Lebensmittel und für Bio-Diesel. Soja wird auch als Tierfutter verwendet, wofür viel Ackerfläche benötigt wird. Pflanzen werden so zur Fleischproduktion verwendet. Soja-Eiweiß ist dem tierischen Eiweiß ähnlich und daher ein wertvolles Nahrungsmittel. Aus gekochten Sojabohnen wird Sojamilch gewonnen, aus der zB Tofu hergestellt werden kann. 40 % der Sojamenge in Österreich kommen aus biologischer Landwirtschaft – damit liegt Österreich an erster Stelle in der EU. Der weltweite Anbau von Soja – vor allem als Tierfutter – und der hohe Wasserbedarf sind ökologisch bedenklich (siehe Seite 74). B 1 Blüte einer Sonnenblume (R = Röhrenblüten, Z = Zungenblüten) R Z B 2 Rapsblüten B 3 Rapsfelder B 4 Blüten und Hülsen einer Sojabohne Zusatzmaterial v5q78d Öle und Eiweiß liefernde Pflanzen Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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