BioTOP 4, Schulbuch

97 Formen der Rinderhaltung Je nach Verfügbarkeit von Weideflächen werden Rinder in Österreich auf verschiedene Weise gehalten. Milchkühe werden zweimal pro Tag gemolken. Bei der Anbindehaltung hat jede Kuh ihren festen Platz ( B 2). Hier kann sie fressen und trinken, stehen und liegen und wird auch gemolken. Das entspricht nicht den Bedürfnissen der Tiere nach Bewegung und Kontakt. Aber so können sehr viele Tiere in Ställen gehalten werden (über 300 Kühe). Mastbetriebe können gentechnisch verändertes Soja aus zB Südamerika als Kraftfutter verwenden. Laut österreichischem Tierschutzgesetz ist die dauernde Anbindehaltung verboten, die Rinder müssen mindestens 90 Tage im Jahr ins Freie. Im Laufstall können sich Kühe frei bewegen und haben Kontakt zu ihren Artgenossinnen ( B 3). Das ist wichtig, weil Rinder Herdentiere sind. Es gibt Bereiche, in denen Futter angeboten wird, und Plätze zum Liegen und Wiederkäuen. An Melkstationen werden die Kühe zweimal täglich gemolken – dazu wird das Euter gereinigt und dann händisch die Melkmaschine angelegt. Manche Betriebe verfügen über Melkroboter. Hier kann die Kuh selbst entscheiden, wann sie gemolken werden möchte. Ein Chip erkennt jede Kuh, reinigt das Euter und pumpt die Milch ab. Bei der Mutterkuhhaltung können die Kälber ständig bei ihren Müttern sein und auch jederzeit gesäugt werden. Freilandhaltung ist für robuste Rassen ganzjährig oder sonst in den wärmeren Monaten möglich ( B 4). Die Tiere können sich frei bewegen und auch ihr Futter selbst suchen. Zum Melken kommen sie in den Stall. Rinder, die nicht gemolken werden müssen, können den Sommer auch auf Almen verbringen. Durch das Abweiden verhindern sie die Ausbreitung des Waldes und erhalten das Landschaftsbild der Alm. Außerdem tragen sie zum Klimaschutz bei (siehe Seiten 74 und 86). Bio-Betriebe in Österreich müssen den Kühen an 120 Tagen im Jahr Auslauf im Freien ermöglichen. Fast jeder 5. Milchbetrieb in Österreich ist bio – damit liegen wir EU-weit an der Spitze! Rinderrassen in Österreich Die häufigste Rasse (75 %) in Österreich ist das Fleckvieh ( B 5). Sie wurde auf Milchleistung gezüchtet. Fleckviel ist eine Zweinutzungsrasse. Die Kühe geben täglich bis zu 60 Liter Milch. Die Schwarzbunten ( B 6) sind ebenfalls eine auf Milchleistung gezüchtete Zweinutzungsrasse. Sie geben weniger Milch (bis 40 l pro Tag). Das Schottische Hochlandrind ist eine Fleischrasse, die ganzjährig im Freien gehalten werden kann, oft in Herden mit Mutterkuhhaltung ( B 7). Die Rasse ist durch natürliche Selektion entstanden. B 5 Fleckvieh B 6 Schwarzbunte Kuh mit Kalb B 7 Schottische Hochlandrind-Kuh mit Kalb Zusammenfassung Das Hausrind stammt vom Europäischen Auerochsen ab. Durch Zucht entstanden Milch-, Fleisch- und Zweinutzungsrassen. 1 Besuche einen Viehzuchtbetrieb. Informiere dich über die Haltungsart (biologisch? Stall oder Freiland?). Notiere die Tierarten, Rassen, Stückzahl und woher das Futter kommt. Mach Fotos und gestalte eine digitale Präsentation. 2 Sara meint: „Anbindehaltung ist das Beste für die Kühe – so kann ihnen nichts passieren.“ Notiere deine Antwort. Mach mit ZL au nd i ewsier tms c Bh au fcth Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy MTA2NTcyMQ==