98 Arbeitsheftseite 55 Alle Schweine stammen von Wildschweinen ab ( B 1). Zuerst wurden sie in Vorderasien gezähmt und kamen vor etwa 7000 Jahren von dort mit den Menschen zu uns. Hier vermischten sich die Nachkommen der Asiatischen Wildschweine mit dem Europäischen Wildschwein, dessen Gene nun zu 94 % vorherrschen. Als Allesfresser waren Wildschweine Nahrungskonkurrenten für den Menschen und fraßen Nutzpflanzen und Vorräte. Sie wurden vermutlich zuerst vertrieben und dann eingesperrt – so hatte man genügend Fleisch, ohne jagen zu müssen. Schweine wurden auch in Herden in der Nähe von Wäldern gehalten, wo sie sich ihre Nahrung selbst suchten. Welche Eigenschaften haben Schweine? Schweine haben einen sehr guten Geruchs- und Tastsinn und durchwühlen mit ihrem Rüssel die Erde nach Nahrung (Wurzeln, Früchte, Schnecken, Insekten, Aas). Diese können sie bis in 50 cm Tiefe erschnüffeln. Sie sind intelligent und neugierig und erforschen ihre Umgebung. Schweine hören auch sehr gut. Wegen ihrer guten Nase sind sie reinlich und meiden Orte, an denen sie Kot abgesetzt haben. Schweine „baden“ gerne im Schlamm – er kühlt im Sommer und schützt ihre Haut vor Insekten ( B 2). An Baumstämmen reiben sie dann den Schlamm zusammen mit den Insekten ab. Schweine leben in Gemeinschaften mit fester Rangordnung. Sie kommunizieren über Quiek- und Grunzlaute und – wie Hunde oder Katzen – über die Schwanzbewegungen und -stellungen. Ihre Herde und direkter Hautkontakt sind ihnen wichtig ( B 3). Wie wurden Schweine durch Zucht verändert? Hohe Fruchtbarkeit, rasches Wachstum und Umsetzung des Futters in Muskelmasse und Fett waren dem Menschen wichtig. Der Körper der Hausschweine ist länger, die Beine sind kürzer ( B 4). Wildschweine haben ein dichtes, dunkles Fell, das vor Kälte und UV-Strahlung schützt. Bei Hausschweinen sieht man die rosa Haut, die mit wenigen hellen Borsten bedeckt ist. Der Rüssel der Hausschweine ist kürzer, die Eckzähne ebenfalls. Der Schwanz ist kürzer und geringelt. Wildschweine bringen durchschnittlich 6 bis 7 Junge (Frischlinge) zur Welt, Hausschweine werfen 10 bis 15 Ferkel. Schweinezucht heute Erst Ende des 18. Jahrhunderts wurden Schweine gezielt gezüchtet. Es entstanden unterschiedliche Schweinerassen. Heute gibt es weltweit etwa 700 Rassen, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Bis 1950 war ein hoher Fettanteil im Fleisch erwünscht. Der Geschmack der Konsumentinnen und Konsumenten – und dadurch auch das Kaufverhalten – änderten sich jedoch. Das führte dazu, dass das Fett zugunsten eines höheren Fleischanteils weggezüchtet wurde. Manche Rassen haben sogar ein Rippenpaar mehr, damit zwei zusätzliche Koteletts produziert werden können. B 1 Das Europäische Wildschwein B 2 Ein Schwein „badet“ im Schlamm. B 3 Hautkontakt ist wichtig, auch im Schlaf. B 4 Weibliches Edelschwein (Sau) Zusatzmaterial v69m5v Schweinezucht und -haltung Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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