99 Formen der Schweinehaltung Aufgrund der großen Nachfrage nach Schweinefleisch leben viele Schweine in Massentierhaltung. Sie werden stark gefüttert (gemästet), damit sie schnell an Gewicht zulegen. Sie bekommen Futtermischungen aus Getreide, Öl- und Eiweißpflanzen, oft mit Gen-Soja aus Südamerika. Sie werden bereits nach 10 Monaten geschlachtet. Schweine werden meist in geschlossenen, klimatisierten Ställen ohne Einstreu gehalten. Viele Ställe haben einen Spaltenboden ( B 5). Unter diesem Boden fließt die Gülle (Harn und Kot) ab. Die feinen Riechorgane der Tiere leiden unter dem Gestank. Bei der Haltung auf dem Spaltenboden kann es zu Verletzungen an den Füßen kommen. Spaltenböden sind in der EU bei Neubauten seit 2023 verboten und müssen bis 2040 aus allen Ställen entfernt werden. Aus Langeweile und Stress kann es dazu kommen, dass Schweine einander in die Ohren oder Schwänze beißen. Um das zu verhindern, werden den Ferkeln in den ersten Lebenstagen die Eckzähne gekürzt. Früher wurden auch die Ringelschwänze abgeschnitten, das ist nun in der EU verboten. Eine Ausnahme bildet eine nachgewiesene Verletzungsgefahr, zB in Massentierhaltung. Es ist in Österreich erlaubt, den männlichen Ferkeln ohne Betäubung die Hoden zu entfernt. Schweine sind in Gruppenhaltung mit ausreichend Platz weniger gestresst. Eine artgerechte Schweinehaltung geht auf die Bedürfnisse der Tiere ein, in biologischer Haltung haben sie mehr Platz, Auslauf ins Freie und bekommen ausschließlich biologisches Futter. Schweinerassen in Österreich Das Edelschwein ( B 4) hat weiße Borsten auf weißer Haut und Stehohren. Säue dieser Rasse werden häufig zur Zucht eingesetzt, da sie sehr fruchtbar sind und viel Stress aushalten. Die Landrasse ist ein großes Schwein mit Schlappohren ( B 6). Das Mangalitza-Schwein („Wollschwein“) gehört zu den Schweinen, die wegen ihres Fettes gezüchtet werden ( B 7). Diese Tiere haben dicht stehende, gekräuselte Borsten. Die Behaarung schützt die Tiere vor Kälte und Hitze, sodass sie das ganze Jahr über im Freien gehalten werden können. Das Mangalitza-Schwein wurde fast vollständig von mageren Rassen verdrängt. In den letzten Jahren werden die Tiere wieder vermehrt gehalten. B 5 Schweinehaltung auf Spaltenboden B 6 Ein Schwein der Landrasse Zusammenfassung Das Hausschwein stammt von Wildschweinen ab. Schweine sind intelligent und haben einen sehr guten Geruchs-, Tast- und Gehörsinn. Sie leben in Gruppen. Durch Zucht wurden viele Merkmale verändert. Viele Schweine werden auf Spaltenböden in Massentierhaltung gemästet. Frühere Schweinerassen (zB Mangalitza) wurden wegen ihres Fettes gezüchtet. Neue Rassen sind magerer. B 7 Mangalitza-Schweine 1 Besprecht am Beispiel des Mangalitza-Schweins den Einfluss des Kaufverhaltens auf die Tierzucht. 2 Sammelt Eigenschaften eines Schweinestalls, die nötig sind, um die Bedürfnisse der Tiere zu erfüllen. 3 Macht ein Rollenspiel mit folgenden Rollen: eine Person, die Schweine auf Spaltböden hält, eine Person mit einem Bio-Schweinezuchtbetrieb, eine Person, die billiges Fleisch kauft und eine Person aus dem Tierschutz. Sammelt zunächst passende Argumente für jede Rolle und führt dann eine Diskussion durch. Mach mit ZL au nd i ewsier tms c Bh au fcth Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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