Viele Landwirtinnen und Landwirte möchten keine herkömmliche, konventionelle Landwirtschaft mehr betreiben. Sie setzen auf biologische Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung und produzieren Lebensmittel umweltschonend. In Österreich werden fast 30 % der landwirtschaftlichen Flächen biologisch bewirtschaftet. Damit ist Österreich Spitzenreiter in der Europäischen Union (EU). Biologischer Pflanzenschutz Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern verzichten auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel. Sie verwenden biologische Pflanzenschutzmittel und bekämpfen Nutzpflanzen fressende Insekten durch den gezielten Einsatz ihrer natürlichen Feinde. Raubmilben, Marienkäfer oder Schlupfwespen ernähren sich von den Parasiten. Für diese nützlichen Tiere werden Lebensräume geschaffen, indem man Hecken und Raine anlegt. Dadurch erhöht sich die Biodiversität. Verzicht auf Mineraldünger In der biologischen Landwirtschaft wird auf künstlich hergestellten Dünger (Mineraldünger) verzichtet. Äcker werden mit Naturdünger (Kompost, Gülle, Mist) gedüngt. Dieser wirkt langsamer, da er erst von Bodenorganismen zersetzt werden muss, bevor er von Pflanzen aufgenommen werden kann. Er verbessert langfristig die Bodenqualität, fördert die Humusbildung, lockert den Boden und regt das Bodenleben an. Wenn jedes Jahr die gleiche Nutzpflanze angebaut wird, ist der Boden schnell ausgelaugt. Daher wird in der biologischen Landwirtschaft für gewöhnlich Fruchtwechselwirtschaft betrieben. Dabei wird jedes Jahr eine andere Frucht angebaut. In manchen Jahren werden gar keine Nutzpflanzen, sondern Zwischenfrüchte wie Klee, Raps, Acker-Senf oder Luzerne angebaut. Diese Zwischenfrüchte werden nicht geerntet, sondern in den Boden eingeackert und verrotten. Diese Gründüngung verbessert die Qualität des Bodens. Zudem können sich Insekten, die Nutzpflanzen fressen, nicht so leicht ausbreiten, wenn jedes Jahr eine andere Pflanze angebaut wird. Die biologische Landwirtschaft hilft im Kampf gegen den Klimawandel. Sie senkt Treibhausgase, da kein Kunstdünger und keine Pestizide eingesetzt werden. Durch Humusaufbau, vielfältige Fruchtwechselwirtschaft und Naturdünger wird Kohlenstoff im Boden gespeichert. Das stärkt die Fruchtbarkeit des Bodens und macht Böden widerstandsfähiger. Außerdem fördert sie die Artenvielfalt, da auf Pestizide verzichtet wird. Diese Art der Landwirtschaft stärkt regionale Betriebe und sichert langfristig unsere Ernährung. A1 Ordne die Sätze den richtigen Bildern zu. Marienkäfer sind natürliche Feinde von Blattläusen. Hecken zwischen den Feldern fördern die Biodiversität. Luzernen werden als Zwischenfrucht nicht geerntet, sondern in den Boden eingeackert. B1 B2 B3 104 Biologische Landwirtschaft Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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