A2 Erörtere das Schlüssel-SchlossPrinzip anhand der Abbildung B3. Hormone wirken in kleiner Menge Das Hormonsystem dient der Kommunikation aller Organe und Organsysteme. Im menschlichen Körper gibt es viele verschiedene Hormone, die für Körperfunktionen, die Entwicklung und das Wachstum zuständig sind. Hormone sind chemische Botenstoffe, die Befehle an die Organe geben. Die Abgabe erfolgt entweder wenn nötig, wie beim Blutzucker, oder regelmäßig, wie bei der Menstruation. Das Hormonsystem wird als endokrines (nach innen gerichtetes) System bezeichnet, weil chemische Stoffe direkt in das Blutgefäßsystem abgegeben werden. Im Gegensatz dazu gibt es im Körper exokrine Drüsen, die ihr Sekret nach außen abgeben, z.B. die Schweißdrüsen. Hormone haben verschiedene Wirkungsorte Hormone werden in Hormondrüsen gebildet, zunächst an Zellzwischenräume und dann weiter ans Blut abgegeben (B1). Über den Blutkreislauf gelangen Hormone an ihre Zielzellen. Damit die Hormone erkannt werden, haben die Zielzellen spezielle Rezeptoren. Das sind Zellteile, die auf bestimmte Reize reagieren. Das kann man sich vorstellen wie ein Schlüssel und ein Schloss, die zusammenpassen (Schlüssel-Schloss-Prinzip, B3). Ist das Hormon bei einem passenden Rezeptor der Zielzelle angelangt, so wird ein bestimmter Vorgang ausgelöst. Manche Hormone werden in Geweben gebildet und gelangen direkt, nicht durch Blutbahnen, zu ihren Zielzellen. Ein Beispiel dafür ist das schlaffördernde Hormon Melatonin. Hormondrüsen bilden das Hormonsystem Das aus Hormondrüsen bestehende Hormonsystem ist in mehrere Ebenen aufgeteilt, die miteinander kommunizieren. Der Hypothalamus (ein Teil des Zwischenhirns) sendet Hormone an die Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Diese sendet Hormone an Hormondrüsen (z. B. Schilddrüse). Die Hormondrüsen schicken Hormone an die Zielzelle, die die Funktion ausführt. Die Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfes. Sie bildet Hormone zur Steuerung vom Stoffwechsel und Energiehaushalt. Die Thymusdrüse liegt oberhalb des Herzens. Sie produziert Hormone, die die Entwicklung des Immunsystems beeinflussen. Die Nebennieren sind z. B. für die Produktion des Stresshormons Adrenalin verantwortlich. Adrenalin steigert den Blutdruck und die Herzfrequenz, sodass sich die Atemfrequenz erhöht. Weitere Hormone der Nebennieren sind entzündungshemmend, regeln den Wasserhaushalt und sind an der Schweißbildung beteiligt. In der Bauchspeicheldrüse werden die Hormone Insulin und Glukagon hergestellt, die den Blutzuckerspiegel regulieren. In den Keimdrüsen werden weibliche und männliche Sexualhormone gebildet. Hormondrüsenzelle Zellzwischenraum keine Zielzelle Hormon Blutgefäß Zielzelle mit passendem Rezeptor Blutzuckerspitze Zeit nach dem Essen Normale Blutzuckerschwankung Tief Blutzuckerspiegel verschiedene Hormone Rezeptor 1 Rezeptor 2 B1 Hormone im Körper unterwegs A1 Betrachte die Abbildung B2. Nenne einige Faktoren für eine das Hormonsystem schonende Ernährung. Stelle eine Vermutung an, welche Maßnahme man bei einem zu niedrigen Blutzuckerspiegel ergreifen kann. Kontrolliere deine Ergebnisse durch eine Recherche im Internet. B2 Blutzuckerachterbahn nach einer ausgewogenen (grün) und nach einer sehr zuckerhaltigen Mahlzeit (rot). B3 Schlüssel-Schloss-Prinzip Das Hormonsystem – Informationen werden bewegt 36 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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