Hormone arbeiten zusammen Die Pubertät beginnt im Gehirn. Dort produzierte Hormone setzen Vorgänge im Körper in Gang. Diese Hormone werden im Zwischenhirn (Gondoatropin-Relasing-Hormon, GnRH) und in der Hirnanhangdrüse (Follikel-stimulierendes Hormon FSH und luteinisierendes Hormon LH) gebildet. Sie lassen die Hoden und die Eierstöcke wachsen. Beide Hormongruppen sind daran beteiligt, dass bei Mädchen und bei Buben die Pubertät beginnt. Im weiblichen Körper zeigen das FSH und das LH an, dass der Körper bereit ist, Eizellen reif werden zu lassen. Die weiblichen Sexualhormone (Östrogen und Gestagen) werden in den Eierstöcken produziert. Beim männlichen Körper regen FSH und LH die Entwicklung von Samenzellen an. Weiters werden männliche Sexualhormone (Androgene) freigesetzt. Das wichtigste Androgen ist das Testosteron, das z.B. an der Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale beteiligt ist. In kleinen Mengen entstehen Sexualhormone auch in den Nebennieren, der Leber, im Fettgewebe und in der Haut. Daher bilden alle Menschen Östrogene und Testosteron, jedoch in unterschiedlicher Menge. Veränderungen bei Mädchen und Buben Die körperliche Entwicklung vom Mädchen zur Frau beginnt etwa ab dem 9. Lebensjahr und läuft in Phasen ab. Zuerst beginnt sich die Brust zu entwickeln, dann wächst die Intim- und die Achselbehaarung. Oft folgt ein Wachstumsschub, bei dem sich auch weibliche Körperformen (breiteres Becken) ausbilden. Die Vulva und die Vagina verändern sich. Die Vulvalippen werden größer und können sich dunkel färben. Auch die Gebärmutter wächst. Reift die erste Eizelle in den Eierstöcken, kommt es zur ersten Regelblutung. Auch die Entwicklung vom Buben zum Mann wird durch die Ausschüttung von Hormonen im Gehirn in Gang gesetzt. Die Pubertät beginnt etwa ab einem Alter von 11 Jahren. Zunächst vergrößern sich die Hoden und der Penis, auch die Intim- und Achselbehaarung wächst. Sobald die Produktion der Samenzellen in den Hoden startet, kann es zum ersten Samenerguss kommen und der Bub ist geschlechtsreif. Auch Buben haben während der Pubertät einen kräftigen Wachstumsschub und Körperformen werden kantiger (breitere Schultern). Zuletzt setzt der Bartwuchs ein und es kommt zum Stimmbruch. Sowohl bei Mädchen als auch bei Buben dauert die Pubertät einige Jahre. Neben den körperlichen Veränderungen findet auch die Entwicklung der Persönlichkeit statt. Die Pubertät ist Schwerarbeit für den Körper. Manchmal fühlt man sich erschöpft, dann wieder voller Energie. A1 Alle angeführten Hormone sind sowohl bei Mädchen als auch bei Buben in der Pubertät aktiv. Erläutere ihre unterschiedlichen Aufgaben. Hormon GnRH FSH LH Östrogen Androgene A2 In der Pubertät nehmen Werte an Bedeutung zu. Das sind Einstellungen, die das Verhalten beeinflussen. Fragen, die sich ergeben, sind „Wie gehe ich mit anderen Menschen um?“, „Was finde ich grundsätzlich gut?“ und „Was passt mir nicht?“. Führt ein Brainstorming in der Klasse zu diesen und ähnlichen Fragen durch. Diskutiert die Ergebnisse in der Klasse. B1 Zum ersten Mal verliebt Kurz erklärt GnRH: bewirkt Freisetzung von FSH, LH Follikel: bläschenartiges Gebilde im Eierstock, in dem die Eizelle heranreift FSH: bewirkt Follikelreifung /korrekte Bildung von Spermien LH: bildet Gelbkörper, bewirkt Eisprung / Produktion von Testosteron Methode: Wie argumentiere ich in einer Diskussion? b3y4pi 38 Die Pubertät – erwachsen werden in mehreren Phasen Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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