A3 Teilt die Klasse in Gruppen. Jeweils zwei Gruppen arbeiten an einem Text. 1) Lest den Text. 2) Beschreibt den Inhalt. 3) Diskutiert in der Gruppe die Ungleichheiten, die den beschriebenen Personen jeweils passieren. 4) Präsentiert euren Fall und eure Gedanken dazu den jeweils anderen Gruppen. B2 Leo findet Buben spannender. Leo geht in die 3. Klasse einer Mittelschule. Als er 13 wird, bemerkt er, dass er sich anders fühlt als andere. Andere Buben seiner Klassen sind an Mädchen interessiert oder sind sogar in Mädchen verliebt. Leo findet andere Buben aber spannender. Oft sieht er in der Stadt Burschen, die er attraktiv findet oder zu denen er sich hingezogen fühlt. Als er 14 Jahre alt ist, ist er sich sicher, dass er homosexuell ist. Leo spricht aber mit niemandem darüber, weil er Angst hat, dass er ausgelacht werden könnte. Am liebsten verbringt er Zeit mit seinen besten Freunden Lutz und Armin. Beim Fußballspielen sagen diese manchmal im Spaß Dinge wie „Hey, Schwuler!“. Er macht mit, obwohl er sich dabei schlecht fühlt, weil es sich eigentlich um eine Beschimpfung handelt. B3 Anna fühlt sich als Mädchen. Seit sich Anna erinnern kann, fühlt sie sich wie ein Mädchen. Das wäre nichts Besonderes, wenn in ihrer Geburtsurkunde nicht stehen würde, dass sie ein Bub ist. Ihre Eltern wissen Bescheid, sind sehr tolerant und haben sich in der Schule dafür stark gemacht, dass Anna als Mädchen akzeptiert wird. Als Anna die Schule wechselt, ändert sich die Situation. Plötzlich wird sie von Lehrkräften und auch Mitschülerinnen und Mitschülern angesprochen, ob sie nicht eigentlich ein Bub ist. Auf dem Heimweg werden ihr sogar unangenehme Dinge hinterhergerufen. Anna hat Angst, mit jemandem zu sprechen. Sie ist so traurig, dass sie keinen Appetit mehr hat und beginnt, immer weniger zu essen. B4 Geschlechtsidentitäten sind verschieden. Oft wollen Jugendliche, bevor sie sich entscheiden, eine Lehrstelle anzunehmen, ein Praktikum in der Firma machen. Beim Bewerbungsschreiben macht Andi beim Geschlecht keine Angabe. Er*sie fühlt sich weder männlich noch weiblich. Während des Vorstellungsgesprächs wird er*sie nicht darauf angesprochen und erhält die Stelle für das Praktikum. Die Chefin ist sehr offen und findet er*sie als persönliches Fürwort spannend. Mit den Kollegen verhält es sich aber anders. Sie sprechen Andi ständig auf sein*ihr Geschlecht an und setzen ihn*sie damit sehr unter Druck. Daher fühlt sich Andi nicht sehr wohl und weiß nun nicht, ob er*sie die Lehrstelle antreten soll, obwohl ihm*ihr der Beruf sehr gut gefallen würde. (Bei Stellenausschreibungen gibt es die Optionen männlich/weiblich und divers. Mit divers ist gemeint, dass eine Person mit dem Eintrag „divers“ ein Geschlecht hat, das sie vom männlichen oder weiblichen unterscheidet.) Auf einen Blick Die Geschlechtsidentität beschreibt die eigene Wahrnehmung von dir und deinem Geschlecht. Es geht dabei darum, ob man sich selbst mit dem zugewiesenen Geschlecht wohlfühlt und identifiziert. Zu welchen Geschlechtern und Personen man sich hingezogen fühlt, wird durch die sexuelle Orientierung beschrieben. Methode: Wie argumentiere ich in einer Diskussion? b3y4pi 61 Sexualität Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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