Die Mendelschen Regeln haben auch beim Menschen Gültigkeit. Besitzt man ein dominantes Merkmal, so tritt dieses in Erscheinung. Das rezessive Merkmal wird unterdrückt. Rezessive Merkmale treten nur in Erscheinung, wenn auf beiden Chromosomen eines Chromosomenpaares das Gen bzw. die Erbanlage rezessiv vorhanden ist (Seite 66). Häufig wird ein Merkmal (z.B. Größe) jedoch von mehreren Genen beeinflusst. Vererbte Merkmale beim Menschen So ist zum Beispiel die Erbanlage für die rote Haarfarbe (b) rezessiv (B3). Die Erbanlage für die braune Haarfarbe (B) ist dominant. Ein Kind kann nur dann rote Haare haben (bb), wenn beide Elternteile zumindest ein Merkmal für die Haarfarbe rot besitzen (bb oder Bb). Jeder Mensch hat eine von vier Blutgruppen: A, B, AB oder 0. Die Erbanlage für die Blutgruppe ist ein Gen, das in drei Varianten vorkommt: A, B und 0. Die Erbanlagen A und B sind dominant, die Erbanlage 0 ist rezessiv. Jeder Mensch besitzt zwei solcher Erbanlagen – eine von der Mutter und eine vom Vater. Der Rhesusfaktor wird dominant-rezessiv vererbt. Die Erbanlage für Rhesus positiv (RH+) ist dominant, die Erbanlage für Rhesus negativ (rh-) ist rezessiv. Genetisch bedingte Veränderungen Bei der Neubildung von Körper- und Keimzellen können Chromosomen, ihre Gene und deren Teile brechen oder verloren gehen, aber auch vertauscht oder vervielfacht werden. Diese plötzlichen, dauerhaften Veränderungen im Erbgut (Mutationen) können zufällig sein oder durch äußere Einflüsse wie z. B. Strahlung oder Chemikalien ausgelöst werden. Mutationen können ein Vorteil oder ein Nachteil sein, oder keinerlei Auswirkungen haben. Beispiele für Mutationen beim Menschen sind die Phenylketonurie, eine Stoffwechselkrankheit, oder die Bluterkrankheit, eine Blutgerinnungsstörung. Ein Beispiel für eine Veränderung der Chromosomenzahl ist das Down-Syndrom, auch Trisomie 21 genannt. Das 21. Chromosom liegt nicht doppelt vor, sondern dreifach. Folgen sind z.B. eine mehr oder weniger ausgeprägte geistige Beeinträchtigung, kleiner Körperwuchs, Organfehler und typische Gesichtszüge mit schräggestellten Augen (B2). Die Entwicklung kann durch frühzeitige Förderung verbessert werden, sodass eine berufliche und soziale Integration gut möglich ist. Bei Albinismus sorgt ein verändertes Gen dafür, dass der Farbstoff Melanin nicht gebildet werden kann. Melanin ist für die Dunkelfärbung von Haut, Haaren und Augen zuständig. Menschen mit Albinismus haben daher sehr helle Haut, weiße Haare und rote Pupillen (B3). A1 Benenne die abgebildete genetische Veränderung. Begründe ihren Auslöser. B1 v ➝ Arbeitsheft-Seite 30–31 B2 v A2 Zeichne die Erbanlagen der 1. Folgegeneration in B3 ein. Welche Farben haben die Haare der Kinder (B = braun, b = rot)? Bemale sie richtig. B|b B|b B b B b B3 Vererbung der Haarfarbe beim Menschen Arbeitsblatt u7p7yn 70 Vererbung beim Menschen Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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